Kreditkartendaten Zeig, was du zahlst - wir wissen, wie du heißt

Nur aufgrund von Zahlungen mit der Kreditkarte und den entsprechenden Daten konnten Forscher einzelne Konsumenten identifizieren. Die Diskussion um mehr Datenschutz muss also breiter gefasst werden.

Was die Deutschen 2015 kaufen wollen
Fahrrad Quelle: dpa
Musikanlage von Sonos Quelle: Presse
Leute betrachten eine XboX One Quelle: REUTERS
Ein Mann sitzt auf einem Rasenmäher Quelle: Presse
Autos in einem Autohaus Quelle: dpa
Tablet Sony Archos Quelle: dpa
Kamera Canon Eos 6D Quelle: dpa
Computermonitore Quelle: AP
Fernseher von Samsung sind ausgestellt Quelle: dpa
Waschmaschinen Quelle: dpa
Models sitzen auf der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne auf einem Sofa Quelle: dpa
Smartphone Quelle: dpa

Einzelne Menschen können mitunter mit wenig Aufwand aus großen, anonymisierten Datensätzen herausgepickt werden. Das fanden Forscher am US-amerikanischen Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der dänischen Universität Aarhus heraus.

Sie untersuchten einen Satz Kreditkartendaten von 1,1 Millionen Menschen. Die Daten enthielten weder Namen noch Kontonummern, sondern lediglich Tag, Ort und Höhe der Zahlungen, die von einem bestimmten Konto getätigt worden waren.

Mit diesen Apps können Sie mobil bezahlen
YapitalDie QR-Code-App der Otto-Gruppe gilt ab November in 3.300 Rewe-Filialien und schon jetzt beim Schuhhändler Görtz so-wie Lieferungen von Otto, Sport Scheck, H.I.S. Jeans und anderen Anbietern. Quelle: Presse
CashCloudErmöglicht kostenlosen Geldtransfer an Freunde. Ab November verschickt das Luxemburger Startup NFC-Tags zum Zahlen an allen NFC-fähigen MasterCard- und Visa-Terminals. Quelle: Presse
mpassKunden des vom Mobilfunker Telefónica betriebenen mpass-Dienstes zahlen per NFC-Handy oder mit Funkstickern in mehr als 10.000 Geschäften mit Paypass-Terminal von Mastercard, darunter Douglas und Aral-Tankstellen. Quelle: Presse
NettoIn den rund 400 Filialen der Einzelhandelskette Netto können Kunden per QR-Code-App zahlen. Das Programm zeigt dem Nutzer auch aktuelle Angebote und Coupons an. Quelle: Presse
EdekaRund 100 Edeka-Filialen in Berlin und Hamburg akzeptieren QR-Code-Zahlungen. Auch Einkaufzettel, Lieblingsrezepte und aktuelle Wochenangebote enthält die Software. Quelle: Presse
PaycashBei 20 Filialen der Kaffeekette Cafetiero, einigen Hochschul-Mensen sowie mehreren Restaurants in Düsseldorf und Luxemburg können Kunden bereits Essen und Trinken mit der QR-Code-App von Paycash bezahlen. Quelle: Presse

Dennoch konnten die Forscher einen einzelnen Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit in dem Datensatz wiederfinden. Dazu mussten sie lediglich vier Bezahlvorgänge von ihm kennen und mit dem Datensatz abgleichen. Solche privaten Infos können etwa aus einem öffentlichen Tweet oder einer Bewertung im Internet abgeleitet werden.

Wussten die Forscher auf diese Weise, dass eine Person am Montag einen Kaffee mit der Kreditkarte bezahlt, am Dienstag im Supermarkt eingekauft hatte, am Donnerstag in einem Sportartikelgeschäft und am Freitag in einem Kleidungsladen war, konnten sie diese Person in 90 Prozent der Fälle in dem Datensatz wiederfinden.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Für die Wissenschaftler zeigen die Ergebnisse, dass auch große Datensätze häufig keine umfassende Anonymität bieten. Das gilt nicht nur für Kreditkartendaten. Auch beim Surfen im Internet, beim Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Streamen von Filmen über Online-Dienste fallen massenhaft Daten an, die gesammelt und analysiert werden. Es sei wahrscheinlich, dass auch diese Daten trotz Anonymisierung einfach wieder einzelnen Personen zugeordnet werden könnten, schreiben die Forscher im Fachmagazin „Science“.

„Nur weil ein Datensatz keine Namen, Adressen, Telefonnummern oder andere offensichtliche Merkmale enthält (...) macht ihn das nicht anonym.“ Das erfordere eine neue Diskussion über Datenschutz. Denn personenbezogene Daten sind zwar geschützt, anonymisierte Datensätze aber nicht. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine Reform unseres Datenschutzes nötig ist, die über personenbezogene Daten hinaus geht.“

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%