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Kryptowährung Onecoin-Skandal: Staatsanwaltschaft klagt drei Beschuldigte an

Exklusiv
Es ist einer der größten Anlageskandale, den es jemals gegeben hat: Der Krimi um die Kryptowährung Onecoin. Quelle: imago images

Neue Wendung im Krimi um die angebliche Kryptowährung Onecoin: Die Bielefelder Staatsanwaltschaft will drei Personen vor Gericht bringen. Die Anwälte der Beschuldigten wehren sich gegen die Vorwürfe.

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Es ist einer der größten Anlageskandale, den es jemals gegeben hat: Der Krimi um die Kryptowährung Onecoin. Schätzungen zufolge könnten Sparer auf der ganzen Welt um mehr als vier Milliarden Dollar gebracht worden sein. Mittlerweile wollen sogar Produzenten aus Hollywood einen Film über den Skandal drehen, beteiligt daran ist auch die Oscar-Preisträgerin Kate Winslet. Jetzt kommt auch die juristische Aufarbeitung des Falls in Deutschland voran.

So hat die Staatsanwaltschaft Bielefeld beim Landgericht Münster drei Beschuldigte angeklagt. Wie ein Gerichtssprecher der WirtschaftsWoche sagte, werfen die Ermittler zwei Personen vor, Zahlungsdienste ohne Erlaubnis betrieben und mehr als 300 Millionen Euro von Anlegern auf die Caymaninseln transferiert zu haben. Ein dritter Beschuldigter soll sich der vorsätzlichen Geldwäsche strafbar gemacht und ebenfalls mitgeholfen haben, Geld ins Ausland zu transferieren. Er habe billigend in Kauf genommen, dass das Kryptogeld im Zentrum eines gewerbsmäßigen Betrugs gestanden habe.

Der Hamburger Anwalt Stephan Schulenberg sagte, seine eine Mandantin habe nicht gewusst, dass eine Erlaubnis notwendig sei. Weder ihr damaliger Anwalt noch ihr Steuerberater hätten sie darauf aufmerksam gemacht. Der andere Mandant habe gutgläubig gehandelt, er sei „als straflos zu betrachten“. Michael Heuchemer, der Anwalt des dritten Beschuldigten, erklärte, die Nichteröffnung des Hauptverfahrens mangels hinreichenden Tatverdachts zu beantragen. Die entsprechende Gesetzeslage sei komplex und anfällig für Irrtümer, was nicht zulasten seines Mandanten gehen dürfe.


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Das Gericht muss die Anklage noch zulassen. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hatte in dem mehrjährigen Verfahren zwischenzeitlich gegen neun Verdächtige ermittelt und auch Betrugsvorwürfe geprüft. Vier Verfahren hat sie mittlerweile eingestellt, zwei weitere verfolgt sie dagegen weiter.

Als Kopf hinter Onecoin gilt die frühere Unternehmensberaterin Ruja Ignatova, die im Zuge des Bitcoin-Hypes Investoren für ihre Kryptowährung geworben hatte. Ignatova ist seit Herbst 2017 verschwunden. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld geht mittlerweile davon aus, dass nie die Absicht bestand, eine reale Währung aufzubauen.

Mehr zum Thema: Schon wieder jagt die Kryptowährung Bitcoin von einem Hoch zum nächsten. Schon wieder ist der Preis von der 20.000-Dollar-Marke nicht weit entfernt.

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