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Kurz vor der Staatspleite Argentinien lässt deutsche Sparer darben

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Suche nach neuen Geldquellen

Die Kirchner-Regierung versucht daher offenbar neue Geldquellen zu erschließen. Und da kommen Staatsbesucher aus Russland und China gerade recht. Am Samstag besucht Russlands Präsident Wladimir Putin das Land vor seiner Teilnahme an dem Treffen der so genannten BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) in Brasilien wenige Tage später. Eine Woche später steht der Besuch von Chinas Staatspräsident Xi Jinping in Kirchners Terminkalender. Auch er nimmt an dem BRICS-Treffen teil.

In Gesprächen mit Präsidentin Kirchner könnte es laut einem Bericht der "Financial Times" darum gehen, inwiefern sich Russland und China an der Erschließung Argentiniens riesiger Schiefergas- und Schieferölvorkommen beteiligt. In der Vaca Muerta in Patagonien vermuten Analysten die zweitgrößten Gas- und viertgrößten Ölvorkommen dieser Art weltweit.

Für eine Erschließung sind enorme Investitionen nötig, bei denen der russische Konzern Gazprom oder die China National Offshore Oil Corporation Argentinien unterstützen könnten. Sollte es zu einem Geschäft mit Russland oder China kommen, würde sich Argentinien neue Einnahmequellen erschließen und seine Bonität verbessern.

Vermutungen, Argentinien könnte in den Kreis der BRICS-Staaten aufgenommen werden, wies Putin zurück. Experten vermuten außerdem, dass Argentinien zuerst sein Schuldenproblem gelöst haben muss, bevor Russland und China überhaupt ernsthafte Gespräche über mögliche Investitionen aufnehmen.

Wegen der Schuldenschnitte nach der Staatspleite war Argentinien ein Jahrzehnt lang von den internationalen Kapitalmärkten ausgeschlossen. Auch wichtige Staatsoberhäupter mieden das Land jahrelang. Putins und Xis Besuche wären für Argentinien auf dem politischen Parkett ein wichtiger Schritt nach vorn.

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Finanziell könnte das Land die 1,5 Milliarden mit seinen Devisenreserven von etwa 28 Milliarden Dollar leicht stemmen. Argentinien macht jedoch Stimmung gegen die Hedgefonds mit dem Argument, dass angeblich auch all die Anleger Schadensersatz fordern könnten, die auf das Umtauschangebot eingegangen sind. Das würde Argentinien in die Pleite treiben.

HWB-Manager Carsten Salzig sieht diese Gefahr nicht. In den Umtausch-Bedingungen der Anleihen seien Nachbesserungen nur vorgesehen, falls Argentinien Gläubigern bis zum 31. Dezember freiwillig mehr Geld anböte. "Davon kann nach einem Urteil aber keine Rede sein", sagt Salzig.

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