Leben mit Aktien: Krones-Aktie: Was Anleger über das Familienunternehmen wissen müssen
Das Familienunternehmen Krones hat durch die Spezialisierung auf Abfüllgeräte eine konjunkturelle Sonderstellung.
Foto: ImagoEs ist erst wenige Wochen her, dass der Maschinenbauer Krones aus dem Nebenwerteindex MDax flog. Der Grund: Die Neutraublinger hatten ihren ehemaligen Finanzvorstand zum Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gemacht – und damit eine Governance-Regel verletzt. WirtschaftsWoche-Chefredakteur Horst von Buttlar und Anlageexperte Christian W. Röhl hatten im Podcast „Leben mit Aktien“ bereits gemutmaßt, dass Krones diesen Fauxpas ausbügeln und ins Dax-Universum zurückkehren würde. So ist es jetzt auch gekommen: Der Aufsichtsrat hat einen neuen Ausschussvorsitzenden gewählt. Krones ist nun Teil des SDax.
Womöglich geht es bald wieder eine Etage höher, zurück in den MDax, der etwas größere Unternehmen enthält als sein kleiner Bruder. Denn der Weltmarktführer für Getränke-Abfüllmaschinen legte nach guten Neun-Monats-Zahlen ordentlich an Börsenwert zu. Die Zahlen übertrafen die Erwartungen: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, das Ergebnis je Aktie kletterte um 20 Prozent. Mit einem Auftragsbestand von rund vier Milliarden Euro ist Krones bis Mitte 2025 gut ausgelastet.
Damit trotzt das Unternehmen der schwierigen Situation im Maschinenbau. Insgesamt sanken die Auftragseingänge im Sektor laut Branchenverband VDMA im dritten Quartal um ein Sechstel. Krones profitiert von seinem Fokus auf einen tendenziell defensiven Sektor: Getrunken wird immer. Zwar schwächelte der Absatz von Getränkeherstellern zuletzt ebenfalls. Aber Krones könnte das sogar zugutekommen: Getränkeriesen wie Diageo wollen ihre Kosten senken – etwa durch die Anschaffung modernerer Abfüllmaschinen mit niedrigerem Energieverbrauch.
Die Krones-Aktie scheint zu Kursen um 100 Euro fair bewertet. Einem Unternehmenswert von drei Milliarden Euro stehen für die vergangenen zwölf Monate ein Umsatz von 4,6 Milliarden Euro und ein Gewinn von 234 Millionen Euro gegenüber.
„Krones ist ein Beispiel dafür, dass nicht alles schlecht läuft in Deutschland“, sagt Christian W. Röhl im Podcast „Leben mit Aktien“. Fast 60 Prozent der insgesamt 17.200 Mitarbeiter des Unternehmens sind an den vier deutschen Standorten Neutraubling, Nittenau, Rosenheim und Flensburg beschäftigt.
So gut wie bei Krones sieht es nicht überall aus. Im Podcast sprechen Horst von Buttlar und Christian W. Röhl auch über Jungheinrich und Dürr. Die börsennotierten Familienunternehmen sind, wie Krones, an der Schnittstelle zwischen Maschinenbau und Automatisierungstechnik angesiedelt. Neben sauberen Bilanzen ohne Nettoschulden vereint die beiden Unternehmen jedoch eine Herausforderung: Ihre Margen sind hauchdünn.
Mehr zum Familienunternehmen Krones hören Sie im Podcast „Leben mit Aktien“. Außerdem diese Woche: Wer braucht einen Robo-Advisor?! Horst von Buttlar und Christian W. Röhl sprechen darüber, warum Vanguard seinen Robo-Advisor einstampft, was das für digitale Investment-Plattformen heißt – und weshalb der Schnapsriese Diageo schwächelt. Jetzt anhören