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Lebensversicherungen Regierung will Garantiezins abschaffen

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Experten warnen seit Monaten

Insgesamt betrachtet sitzen Niedrigzinsen und die neue Regulierung den Versicherern im Nacken. Nicht nur erwirtschaften die Gesellschaften weniger, sie müssen auch deutlich mehr zurückstellen, um künftig noch Garantien bedienen zu können. So warnten diverse Experten vor einer Schieflage der Branche.

Etwa der Chef der Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld, der zuletzt vom „Spiel mit der Zeit“ sprach. Mit Blick auf laufende Verträge habe die Branche zwar enorme Reserven angesammelt, um auch im Niedrigzinsumfeld die Garantien zu bedienen: „Die Reserven reichen noch eine ganze Weile.“ Doch sollten die Zinsen dauerhaft extrem niedrig bleiben, müsse man reagieren.

Der Bafin-Mann sagte klar: „Dann müssen Bestände abgewickelt oder Garantien gestundet werden.“ Es sei bekannt, dass das Lebensversicherungsgeschäft deutscher Prägung – die Kombination von Langfristgarantien und Kündigungsrecht beim Kunden – nur unter bestimmten ökonomischen Rahmenbedingungen funktionieren könne, ergänzte Hufeld.

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Viele KündigungenLebensversicherungen waren eines der Lieblingsprodukte des deutschen Sparers. Mittlerweile hat sich das allerdings aufgrund der niedrigen Zinsen geändert. Allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland Lebensversicherungen im Wert von 14,4 Milliarden Euro gekündigt. Lohnt sich das? Quelle: dpa
Oft ein VerlustgeschäftLeider zahlt der Sparer bei einer Kündigung oft drauf. In der Regel bekommen Versicherte deutlich weniger, als sie an Beiträgen eingezahlt haben. Vor allem die hohen Kosten der Versicherungen für Vertrieb und Verwaltung schlucken einen Großteil der Beiträge. Hinzu kommen die Stornogebühren, die bei einer Kündigung fällig werden. Können die hohen Verluste vermieden werden? Quelle: dpa
Verkauf am ZweitmarktAuch für gebrauchte Lebensversicherungen gibt es einen Markt, den sogenannten Zweitmarkt für die Policen. Bei diesen speziellen Aufkäufern liegt der angebotene Kaufpreis in der Regel über dem Betrag, den Versicherer zahlen würden. Im Einzelfall können Verkäufer mit bis zu 15 Prozent mehr rechnen. Quelle: dpa
Kann jeder am Zweitmarkt verkaufen?Nein, nicht jede Police kommt für den Verkauf infrage, denn die Aufkäufer stellen Bedingungen. Ausgeschlossen sind in der Regel Riester- oder Rürup-Verträge, auch betriebliche Lebensversicherungen wird man am Zweitmarkt nicht los. Gute Chancen hat dagegen jemand, der seine Police schon eine Weile besitzt, so dass die Provisionen bereits finanziert sind. Quelle: dpa
Wer sind die Aufkäufer?Marktführer ist nach eigenen Angaben das Frankfurter Unternehmen Policen-Direkt. 2012 hat Policen-Direkt insgesamt Policen im Wert von rund 123 Millionen Euro aufgekauft. Auch die Zweitmarktsparte der zerschlagenen WestLB gehört mittlerweile zu den Frankfurtern. Pionier am Markt war ursprünglich Cash.Life, ein Anbieter aus Pullach. Mittlerweile hat das Unternehmen den regulierten Markt allerdings verlassen und ist in den weitgehend unregulierten Freiverkehr der Börse Hannover gegangen.  Quelle: dpa
Wovon hängt der Preis ab?Neben dem Rückkaufswert, den Versicherer bei einer Kündigung zahlen, hängt der Preis am Zweitmarkt von verschiedenen Kriterien ab. Etwa von der Assekuranz, bei der die Police abgeschlossen wurde. Für Policen von leistungsstarken Versicherern gibt es daher mehr Geld als für solche von leistungsschwachen Assekuranzen. Auch Zusätze, wie beispielsweise eine unkündbare Berufsunfähigkeitspolice, mindern den Preis. Außerdem gilt: Je höher der Beitrag ist, der in die Risikovorsorge fließt, desto weniger Geld bekommt der Verkäufer am Ende. Quelle: dpa
Wird auf dem Zweitmarkt viel verkauft?Im Moment kaufen die Ankäufer vergleichsweise wenig. Auch die genannten Einschränkungen führen dazu, dass relativ wenig Policen verkauft werden. Auch der Niedrigzins sorgt dafür, dass zumindest langjährige Lebensversicherungssparer ihre Police nicht verkaufen wollen. Quelle: dpa

Sollten Kapitalerträge auf lange Sicht wegfallen, werde dieses Geschäft keinen Bestand haben. „Es ist daher zwingend erforderlich, dass Versicherer das Spektrum der Garantien erweitern.“ Auch der oberste Versicherungsmathematiker des Landes, Chefaktuar Wilhelm Schneemeier, plädierte im Handelsblatt-Interview für flexiblere Garantien. Dass die Vorgabe nun von Seiten des Gesetzgebers ganz wegfällt, darüber redete in der Vergangenheit aber noch keiner.

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