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Lebensversicherungen Regierung will Garantiezins abschaffen

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IWF und OECD warnen vor Lage der Lebensversicherer

Dass die Branche in ernsthaften Schwierigkeiten steckt, hatten auch internationale Institutionen zuletzt verstärkt betont. „Es liegen schon zu viele Probleme auf dem Tisch, als dass nichts passieren wird“, formuliert es kürzlich ein Brancheninsider. Und die Warnungen mehren sich. So mahnte der Internationale Währungsfonds (IWF), dass sich die Situation der Lebensversicherer mit Einführung von Solvency II weiter verschärfen dürfte.

Die Wirtschaftsorganisation OECD schreibt, dass die Aussichten für die Solvenz von Pensionsfonds und Lebensversicherungsunternehmen „einen Grund zur Sorge darstellen“. Und selbst Bafin-Chef Hufeld räumte kürzlich ein: „Sollten die Zinsen weiter so niedrig bleiben, werden wir auch mehr Unternehmen in die aufsichtliche Manndeckung nehmen müssen.“

Der Garantiezins ist der maximale Zinssatz auf das eingezahlte Kapital, den die Versicherer ihren Kunden über die ganze Laufzeit des Vertrages fest versprechen dürfen. Er wurde bisher verbindlich vom Bundesfinanzministerium festgelegt.

In den 1990er Jahren hatte er bei bis zu vier Prozent gelegen. Lebensversicherer haben wegen der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt aber zunehmend Probleme, die Rendite zu erwirtschaften, die sie ihren Kunden in der Vergangenheit versprochen haben.

Kunden, die aktuell eine Lebensversicherung besitzen, betreffen die Neuerungen nicht. Kunden, die darüber nachdenken, eine Police abzuschließen, müssen sich künftig noch genauer ansehen, welche Garantien oder Zusagen die einzelnen Versicherer noch aussprechen. Die Ratingagentur Assekurata warnte bereits Anfang des Jahres davor, dass die Branche unübersichtlicher werde – dies laufe entgegen der Kundeninteressen.

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