Lebensversicherungen Regierung will Garantiezins abschaffen

Die Deutschen lieben Sicherheit, sie hängen an der garantierten Verzinsung bei der Lebensversicherung. Doch ab 2016 will die Regierung keinen Mindestzins mehr vorgeben. Was das für die Kunden bedeutet.

Was Lebensversicherungen wirklich bringen
Interrisk: Österreicher bieten beste BeitragsrenditeDie Ratingagentur Assekurata errechnete für Interrisk eine garantierte Beitragsrendite von 1,69 Prozent - für einen Vertrag, der 25 Jahre läuft und formal einen Garantiezins von 1,75 Prozent hat. So nah ist kein anderer Versicherer am Garantiezins dran. Auch im Vorjahr war dies so. Die prognostizierte - und damit unverbindliche - Beitragsrendite beträgt 4,2 Prozent. Damit liegt Interrisk als einer von vier Anbietern noch über der Marke von vier Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Satz jedoch deutlich gesunken, und zwar von 4,57 Prozent. Die InterRisk Versicherungs-AG ist das deutsche Tochterunternehmen der östereichischen Vienna Insurance Group. Quelle: Presse
Europa: Direktversicherer hält sich im SpitzenfeldDie Europa Lebensversicherung liefert seit Jahren gute Zahlen ab. Doch auch diese sinken. Die garantierte Beitragsrendite ist mit 1,57 Prozent sogar noch ein wenig höher als im Vorjahr mit 1,53 Prozent, weil Kostenvorteile zu Buche schlagen. Bei der prognostizierten Beitragsrendite liegt Europa mit 4,53 Prozent an der Spitze des Feldes. Der Wert liegt jedoch deutlich unter den 4,95 Prozent des Vorjahres. Bei der Überschussbeteiligung hält Europa noch die Marke von vier Prozent. Das geht hervor aus einer Mitteilung des Versicherers an die Ratingagentur Assekurata. Für 2012 betrug die Überschussbeteiligung noch 4,35 und für das Jahr 2011 waren es noch 4,5 Prozent. Quelle: Screenshot
Cosmos Direkt: Niedrige Kosten - hohe RenditeDie Lebensversicherungsangebote der Cosmos Direkt profitieren vom Vertriebsweg. Es ist für Kunden günstiger, wenn sie im Internet oder am Telefon einkaufen. Die Tochter der Generali gibt diese Vorteile in den Konditionen weiter. Am besten ist dies bei der garantierten Beitragsrendite zu erkennen. Platz 3 im Ranking von Assekurata mit 1,46 Prozent. Auch hier errechnete die Ratingagentur einen leicht besseren Wert als im Vorjahr. 4,17 Prozent für die prognostizierte Beitragsrendite ist ebenfalls ein Spitzenwert in der Branche. Im Vorjahr waren es aber noch 4,57 Prozent.
Hannoversche Leben: Schon unter vier ProzentMit der garantierten Beitragsrendite von 1,35 Prozent liegt der Direktversicherer aus Hannover auf Platz 4 - und damit sehr gut. Mit der prognostizierten Beitragsrendite erreicht er Platz 5. Dieser Wert liegt jedoch unter vier Prozent (3,92 Prozent), nachdem es im Vorjahr noch 4,17 Prozent waren. Nur vier Lebensversicherer liegen bei dieser Hochrechnung noch über vier Prozent. Dies zeigt den Trend in der Branche und auch bei der Hannoverschen Leben, für die die Schauspielerin und Komikerin Anke Engelke wirbt.
WGV: Guter Garantierendite, schlechtere PrognoseDie Württembergische Gemeinde-Versicherung (WGV) bietet eine sehr gute Beitragsrendite. Mit 1,31 Prozent liegt der Versicherer auf Platz 5 in der Branche, wie Assekurata berechnete. Schlechter ist die prognostizierte Beitragsrendite mit 3,63 Prozent. Mehr als ein Dutzend Konkurrenten liegen hier besser. Wie andere Untersuchungen zeigen, liegt die WGV in der Leistungsfähigkeit für den Kunden häufig in den Top10. Quelle: Presse
Ergo Direkt: Besser als die große MutterErgo Direkt will nicht nur mit dem Thema Verständlichkeit punkten, sondern auch mit seinen Lebensversicherungsrenditen. Bei der garantierten Beitragsrendite liegt der Direktversicherer mit 1,31 zusammen mit der WGV auf Platz fünf. Auffällig ist die starke Verbesserung zum Vorjahr. Da lag dieser Wert nur bei 1,23 Prozent. Mit einer prognostizierten Rendite von 3,57 Prozent liegt Ergo Direkt allerdings nur im oberen Mittelfeld der Branche. In jedem Fall ist der Direktversicherer mit beiden Werten deutlich besser als das Vertreter-Unternehmen Ergo, die große Mutter aus Düsseldorf. Quelle: Screenshot
Asstel: Gothaer-Tochter springt in die Top10Die Asstel aus Köln-Mülheim profitiert ebenfalls davon, dass der Vertrieb eines Direktversicherers günstiger ist als bei Unternehmen, die auf Vertreter setzen. Die garantierte Beitragsrendite liegt mit 1,3 Prozent daher vergleichsweise hoch - Platz 8 bei Assekurata von 61 Versicherern. Die prognostizierte Beitragsrendite ist mit 3,8 Prozent ebenfalls vergleichsweise gut - ein Top10-Wert für die Tochter der Gothaer Versicherungen. Quelle: Presse
R+V Leben VVaG: Nur der Versicherungsverein liegt gutEiner der größten Lebensversicherer kämpft mit zwei Angeboten um Kunden. Die deutlich besseren Werte weist dabei der Versicherungsverein (VVaG) auf. Mit der garantieren Beitragsrendite von 1,26 Prozent liegt er auf Platz 8, während die R+V Leben nur 0,78 Prozent schafft und damit im hinteren Mittelfeld landet. Ähnlich sieht es mit 3,88 Prozent bei der prognostizierten Beitragsrendite aus. Die R+V Leben AG kommt nur auf 3,26 Prozent. Foto: R+V
Huk-Coburg: Platz 9 bei der garantierten BeitragsrenditeDie Huk-Coburg-Lebensversicherung liegt in der Spitzengruppe und erreicht eine garantierte Beitragsrendite von 1,23 Prozent. Das liegt deutlich über dem Schnitt der Branche, der nur bei gut 0,9 Prozent liegt. Mit einer Prognose-Beitragsrendite von 3,91 Prozent liegt der Versicherer ebenfalls in den Top10. Die Huk bietet 2013 für ihre Produkte eine Gesamtverzinsung von 4,5 Prozent. Diese setze sich aus einer Überschussbeteiligung von 3,75 Prozent sowie einem Schlussüberschuss von 0,75 Prozent zusammen. 2012 betrug die Überschussbeteiligung vier Prozent. Quelle: dpa
Hanse-Merkur: Mit der Garantie Top10, mit der Prognose im MittelfeldDer Hamburger Versicherer Hanse-Merkur ist nicht nur in der Krankenversicherung stark. Auch in der Lebensversicherung etabliert sich das Unternehmen in der Spitzengruppe. Mit einer garantierten Beitragsrendite von 1,21 Prozent. Bei den Prognosewerten für die Beitragsrendite (3,6 Prozent) sind allerdings rund 20 Konkurrenten besser. Quelle: Screenshot Quelle: Screenshot
Ergo: Im hinteren FeldIm Schnitt erreichen die von Assekurata berechneten garantierten Beitragsrenditen für 61 Versicherer 0,92 Prozent. Mit 0,71 Prozent liegt Ergo Leben deutlich unter dem Schnitt. Kein Wunder, schließlich senkte der Versicherer die Überschussbeteiligung auf 3,2 von 3,8 Prozent, für Victoria Leben sogar auf 3,0 von 3,5 Prozent. Die Gruppe verwaltet mehr als sieben Millionen Verträge. Quelle: dapd
Neue Leben: Deutlicher RückgangDer Versicherer sieht sich als Vorsorgespezialist der Sparkassen. Mit seiner garantierten Beitragsrendite liegt das Unternehmen jedoch unter den schlechtesten zehn: 0,67 Prozent. Mehr noch: Im Vergleich zum Vorjahr ist der Wert deutlich gefallen von überdurchschnittlichen 0,99 Prozent. Quelle: Screenshot
Signal Iduna: Weit hintenMehrere große Lebensversicherer bieten eher magere garantierte Beitragsrenditen an. Dazu gehört auch die Dortmunder Signal Iduna mit unverändert 0,67 Prozent. Auch bei der prognostizierten Beitragsrendite liegt der Versicherer Iduna Leben mit 2,67 Prozent unter den gut 60 Unternehmen weit hinten. Die Überschussbeteiligung 2013 beträgt dagegen 3,6 Prozent. Hier zeigt sich beispielhaft der große Renditeunterschied, der durch verschiedene Kostenstrukturen entsteht. Der Versicherer ist vor allem durch sein Sponsoring für den Fußballmeister Borussia Dortmund bekannt. Das Foto zeigt eine Luftaufnahme des Dortmunder Stadions, direkt daneben hat auch der Versicherer seinen Hauptsitz. Quelle: dapd
Nürnberger: EntzaubertUnter den 20 großen Lebensversicherern nimmt die Nürnberger Leben in diesem Jahr einen Spitzenplatz ein. Denn ihre Überschussbeteiligung liegt seit einigen Jahren konstant bei vier Prozent. Doch wenn man die Kosten abzieht und vor allem die Garantie betrachtet, sieht das Bild im Vergleich zur Branche nicht mehr so glänzend aus. Die garantierte Beitragsrendite gehört mit 0,66 Prozent zu den zehn schlechtesten. Wesentlich besser, aber auch nur im Mittelfeld liegt mit 3,41 Prozent die prognostizierte Beitragsrendite. So glänzend, wie die Schaufensterkonditionen es andeuten, steht der Versicherer nach Berechnungen von Assekurata also nicht da. Die Lebensversicherer der Gruppe gehören mit Beitragseinnahmen von 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2011 und einem Bestand nach Versicherungssumme von rund 123 Milliarden Euro zu den zehn führenden Lebensversicherern in Deutschland. Quelle: dpa
HDI Gerling: Schlusslicht bei den VorhersagenDer Versicherer HDI Gerling ist auf der Unisex-Welle geritten, bei der Beitragsrendite auf den Garantiezins lässt er dagegen lieber andere vor. Mit 0,65 Prozent ermittelte Assekurata einen unverändert sehr niedrigen Wert. Sogar Schlusslicht ist der Versicherer bei der prognostizierten Beitragsrendite. Der Wert sank von 2,73 auf 2,48 Prozent - nur elf Versicherer blieben in diesem Vergleich unter der Marke von drei Prozent. Bildquelle: Flyer von HDI Gerling
Generali: Unter den schlechtesten fünfNoch einen Tick schlechter als HDI Leben ist die Generali Leben. Die laufende Verzinsung (garantierter Rechnungszins plus laufende Überschussbeteiligung) für 2013 beträgt zwar 3,5 Prozent betragen (Vorjahr 3,6 Prozent). Zwar liegt die prognostizierte Beitragsrendite mit 3,07 Prozent noch über der Marke von drei Prozent. Doch die garantierte Beitragsrendite ist mit 0,64 Prozent eine der fünf schlechtesten Werte im Branchenvergleich von Assekurata. Das Logo der Generali Versicherungen hängt an der Fassade einer Filiale des Unternehmens in München (Oberbayern). Die Assicurazioni Generali ist der größte italienische Versicherungskonzern. Quelle: dpa
Barmenia: Starke SpreizungFür den kleinen Versicherer aus Wuppertal ist das Geschäft mit Lebensversicherungen weniger wichtig. Immerhin erreicht die prognostizierte Beitragsrendite mit 3,3 Prozent noch ein Niveau im Mittelfeld. Bei der garantierten Beitragsrendite schlagen die Kosten jedoch voll durch. Mit 0,6 Prozent gehört der Versicherer erneut zu den schlechtesten.
PB Lebensversicherung: Postbank-Kunden leidenDie Kunden der Postbank kommen weniger gut weg. Der Versicherungspartner der Bank mit Sitz in Hilden hat schon die Gesamtverzinsung auf 4,5 Prozent von 4,9 Prozent gesenkt. Die darin enthaltene laufende Verzinsung sinke auf 3,8 von 4,2 Prozent. Die prognostizierte Beitragsrendite erreicht immerhin von 3,12 Prozent. Richtig schlecht ist der Versicherer mit seinen Garantieleistungen. Mit 0,57 Prozent garantierter Beitragsrendite liegt das Unternehmen auf dem drittletzten Platz. Quelle: dpa
Deutscher Ring/Basler: Schlechtere Leistungen unter neuem NamenDeutscher Ring und Basler gehören nun zusammen. Das Unternehmen legt die laufende Verzinsung für 2013 auch auf respektable 3,5 Prozent fest. Doch die garantierte Beitragsrendite ist mit 0,44 Prozent noch einmal ein Stück schlechter als bei anderen großen Lebensversicherungen, die in der Rangliste hinten liegen. Mit einer prognostizierten Beitragsrendite von 2,65 Prozent liegt der Versicherer im Vergleich ebenfalls weit hinter und deutlich unter der Marke von drei Prozent. "Finger weg vom Deutschen Ring!", forderten die Mitarbeiter 2008 in Hamburg. Nun verschwindet der Name. Die Deutscher Ring Lebensversicherungs-AG, Hamburg, wurde am 21. Dezember 2012 umbenannt in Basler Lebensversicherungs-AG. Sie ist Teil der Basler Versicherungen in Deutschland, die sich als Versicherer mit intelligenter Prävention, der "Sicherheitswelt" positionieren. Die Basler Versicherungen sind Teil der Baloise Group mit Sitz in Basel (Schweiz) und beschäftigen rund 2.000 Mitarbeiter. Quelle: dpa
Helvetia: Schweizer halten die rote LaterneKein Versicherer bietet bezogen auf die garantierte Leistung so wenig wie die Schweizer Helvetia. Das errechnete die Ratingagentur Assekurata. Die garantierte Beitragsrendite für einen 25 Jahre laufenden Vertrag beträgt 0,23 Prozent. Das ist der mit Abstand schlechteste Wert unter 61 betrachteten Unternehmen - und ein gutes Stück schlechter als der vorletzte. Im Schnitt liegen die 61 Versicherer bei 0,92 Prozent, die besten erreichen - für einen Garantiezins von 1,75 Prozent - immerhin eine Beitragsrendite von 1,69 Prozent. Quelle: Presse

Es war viele Jahre das Verkaufsargument für Lebensversicherungen: Ein staatlich garantierte Zins auf den Sparanteil der monatlichen Prämien. Mehr als 90 Millionen Policen gibt es in Deutschland – mehr als das Land Einwohner hat. Doch die anhaltenden Niedrigzinsen haben es für Versicherer im ganzen Land schwieriger gemacht, die Zinsen zu erwirtschaften. Auch eine schrittweise Senkung der Garantie auf 1,25 Prozent scheint nicht auszureichen, die Probleme in den Griff zu kriegen.

Wichtige Kennziffern für Lebensversicherer

Die Bundesregierung gibt jetzt Geleitschutz. Sie will die Mindestverzinsung für die meisten Lebensversicherer zum 1. Januar abschaffen. Grund sind laut einer Sprecherin des Finanzministeriums die neuen europäischen Eigenkapitalvorschriften (Solvency II), die ab 1.1.2016 für die großen Versicherer gelten werden. Fortan würden die Rückstellungen, die Versicherer bilden müssten, um ihre Verbindlichkeiten an die Kunden zu bedienen, nach diesen Vorgaben berechnet. Der bisherige Höchstrechnungszins werde mit dem neuen Regelwerk „für den Zweck der Aufsicht nicht mehr benötigt“, sagte eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums.

Der Höchstrechnungszins, umgangssprachlich auch Garantiezins genannt, ist der maximale Zinssatz auf das eingezahlte Kapital, den die Versicherer ihren Kunden über die ganze Laufzeit des Vertrages fest versprechen dürfen. Er wurde bisher verbindlich vom Bundesfinanzministerium festgelegt. Man wollte bei Einführung vermeiden, dass Versicherer sich im Wettbewerb um die höchsten Garantien übernehmen, die Versicherer also „vor sich selbst schützen“.

Große Lebensversicherer lassen Kunden hungern
Der Speck ist wegWer eine Lebensversicherung kauft, geht zum Vertreter. Rund zwei Drittel des Neugeschäfts entfällt daher auf die 20 größten Lebensversicherer. Die Branchenriesen werden nun jedoch immer vorsichtiger. Im Schnitt liegt ihre Überschussbeteiligung bei 3,49 Prozent - das ist mager und dürfte weniger als der ohnehin schon niedrige Branchenschnitt von rund 3,6 Prozent sein. Der Grund: Fast alle sind mit ihren Gutschriften runter gegangen, manche Riesen haben sogar schon drei Prozent erreicht. Senkungen der Zinsgutschriften von 0,5 Prozentpunkt oder mehr ließen oft aufhorchen. Hier scheint nur noch wenig Speck zu sein für die Kunden. Stand: Januar 2013 Quelle: rtr
Platz 20 - R+V: Wartet abDer drittgrößte Lebensversicherer in Deutschland will erst Ende Februar mitteilen, wie hoch seine Überschussbeteiligung im laufenden Jahr ist. Das ist ungewöhnlich spät. Zur Begründung hieß es in Wiesbaden, man wolle die Entwicklung des Marktes abwarten. Damit ist die R+V die große Ausnahme in der Branche. Für 2012 hatte die R+V die Angaben noch - wie in der Branche üblich - Anfang Dezember 2011 geliefert. Damals hieß es, trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds könne die R+V Lebensversicherung AG für ihre Kunden auch 2012 eine Gesamtverzinsung von 4,40 Prozent bieten. Darin enthalten sei eine laufende Verzinsung von 3,85 Prozent. Quelle: Presse
Platz 19 - Zurich: 3,0 ProzentEiner der größten Anbieter von Lebensversicherungen, die Zurich, ist mit ihrer Überschussbeteiligung deutlich heruntergegangen. Sie liege für 2013 auf nun bei drei Prozent, heißt es auf der Internetseite von Assekurata. Für 2012 waren es noch 3,35 Prozent und für 2011 schrieb der Versicherer 3,7 Prozent gut. Die durchschnittliche Gesamtverzinsung (laufende Verzinsung sowie Schlussüberschuss inkl. deklarierter Beteiligung an den Bewertungsreserven) betrage nun etwa 3,8 Prozent - nach 4,2 Prozent für 2012. Die vertragsindividuelle Gesamtverzinsung hänge dabei von Daten wie Produkt, Laufzeit und Alter der versicherten Person ab. Zurich setze auf nachhaltige finanzielle Stärke der Lebensversicherung statt auf kurzfristige Renditeversprechen, erklärte der Versicherer auf Anfrage von Handelsblatt Online. Wegen der anhaltend niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten habe die Unternehmensführung daher entschieden, eine Senkung der Überschussbeteiligung für den Neuzugang und den Bestand vorzunehmen. "Unsere Kapitalanlagepolitik ist auf höchste Sicherheit ausgelegt. Wir können unseren Kunden keine höhere Verzinsung auszahlen, als wir mit unserer Kapitalanlage erwirtschaften", erklärte eine Sprecherin der Zurich. Quelle: Presse
Platz 18 - Ergo: 3,0 bis 3,2 ProzentErgo ist einer der größten Anbieter auf dem Markt. Für Ergo Leben sinkt die Überschussbeteiligung auf 3,2 von 3,8 Prozent, für Victoria Leben auf 3,0 von 3,5 Prozent. Die Gruppe verwaltet mehr als sieben Millionen Verträge. Mit den Deklarationen hat der Versicherer ein Zeichen gesetzt. Damit erreicht einer der Marktgrößen die Marke von drei Prozent bei den laufenden Überschüssen. Quelle: dapd
Platz 17 - SV Sparkassenversicherung: 3,05 ProzentDie Überschussbeteiligung der SV Sparkassenversicherung ist von 3,75 Prozent für 2011 auf 3,55 Prozent in diesem Jahr auf nun 3,05 Prozent in diesem Jahr gefallen. Dies ergibt aus Angaben, die Assekurata veröffentlicht hat. Der Rückschritt ist damit stärker als im Schnitt der Branche. Der Sparkassenversicherer war in den vergangenen Jahren besonders stark durch Einmalgeschäft gewachsen.
Platz 16 - Versicherungskammer Bayern (VKB): 3,1 ProzentDer größte Sparkassenversicherer, die Versicherungskammer Bayern, setzt auf hohe Reserven. Die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG, größter Lebensversicherer der VKB, zähle zu den Gesellschaften mit den höchsten Bewertungsreserven in der Branche. Allerdings liegt damit ein weiterer großer Lebensversicherer aus dem Sparkassensektor unter den Großen relativ weit hinten. Dennoch senkt das Unternehmen seine Überschussbeteiligung 2013 auf einen der niedrigsten Werte in der Branche: 3,1 Prozent. Bisher waren es 3,5 Prozent. Die Bayern-Versicherung bietet darüber hinaus auch im Jahr 2013 eine attraktive Gesamtverzinsung auf den Sparanteil. Für Neuverträge gegen laufenden Beitrag betrage diese 3,7 Prozent. Darin enthalten seien 0,6 Prozent für den Schlussüberschuss inklusive der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven. Die Sparte Lebensversicherung des Sparkassenversicherers verzeichnete 2012 ein starkes Beitragswachstum. Die Prämien stiegen den Angaben zufolge um 5,9 Prozent auf 2,62 Milliarden Euro.
Platz 15 - Württembergische: 3,25 ProzentDie Lebensversicherung im Versicherungs- und Bausparkonzern Württembergische und Wüstenrot geht um 0,25 Prozentpunkt mit der Überschussbeteiligung runter: Sie sinkt von 3,5 Prozent in den beiden Vorjahren auf nun 3,25 Prozent. Norbert Heinen, Vorstandsvorsitzender der Württembergischen Lebensversicherung AG: „Mit unserer vergleichsweise konservativen Positionierung beim Zinsüberschuss berücksichtigen wir die Entwicklungen am Kapitalmarkt und stabilisieren unseren Bestand auch gegen Belastungen aus der anhaltenden Niedrigzinsphase, der EU-Verschuldungskrise und Ausfallrisiken.“ Zusammen mit dem Schlussüberschuss und der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven ergebe sich ab 2013 eine gesamte Verzinsung der Sparanteile von 3,9 Prozent (Vorjahr: knapp 4,2 Prozent). Quelle: Presse
Platz 14 - HDI Leben: 3,25 ProzentDer Talanx-Konzern ist an die Börse gegangen, einer seiner großen Töchter geht es jedoch nicht besonders gut: Bei HDI sinkt die Überschussbeteiligung auf 3,25 Prozent. Auch im Vergleich zu einigen anderen Töchtern im Konzern ist das recht wenig. Im Vorjahr waren es laut Assekurata noch 3,5 Prozent. Und für 2011 schrieb der Lebensversicherer sogar noch vier Prozent gut. Quelle: dapd
Platz 13 - Swiss Life: 3,3 ProzentDer AWD-Eigentümer Swiss Life muss deutlich runter, wie die Ratingagentur Assekurata notiert. Für 2013 falle die Überschussbeteiligung auf 3,3 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 3,5 Prozent und für 2011 schrieb der Schweizer Versicherer seinen deutschen Kunden sogar noch 3,8 Prozent gut. Quelle: dpa
Platz 12 - Alte Leipziger: 3,35 ProzentDer mittelgroße, aber sehr kapitalstarke Lebensversicherer senkt die Überschussbeteiligung ebenfalls deutlich von 3,85 Prozent auf 3,35 Prozent. Dieser Versicherer veröffentlichte seine Zahlen als einer der ersten in der Branche. Das Signal an die Konkurrenz: Wer vorsichtig ist, geht heute schon auf die Marke von drei Prozent zu. Quelle: Presse
Platz 11 - Provinzial Nordwest: 3,5 ProzentUnter den Sparkassenversicherern liegt die Provinzial aus Münster noch vergleichsweise gut. Das Unternehmen, an dem die Allianz kürzlich Interesse zeigte, senkte seine Überschussbeteiligung auf 3,5 Prozent. Im Vorjahr waren es laut Assekurata 3,8 Prozent und davor noch 4 Prozent. Quelle: dpa
Platz 10 - Generali: 3,5 ProzentAufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus an den Kapitalmärkten werde die Generali Lebensversicherung AG die Überschussbeteiligung moderat um 0,1 Prozentpunkte anpassen. Die laufende Verzinsung (garantierter Rechnungszins plus laufende Überschussbeteiligung) für 2013 werde somit 3,5 Prozent betragen (Vorjahr 3,6 Prozent). „Die gemäßigte Anpassung ist ein Gebot von Vernunft und Verantwortung für unsere Kunden. Angesichts der Niedrigzinsphase sind in der Kapitalanlage Diversifikation und die Begrenzung von Risiken von besonderer Bedeutung“, erklärte Volker Seidel, Vorstand Finanzen und Leben der Generali Versicherungen. Kunden der Generali Lebensversicherung AG erhalten damit eine ab dem 1. Januar 2013 geltende Gesamtverzinsung von 4,0 Prozent. Neben der laufenden Verzinsung von 3,5 Prozent sind hier auch eine Schlussüberschussbeteiligung in Höhe von durchschnittlich 0,4 Prozent sowie die Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven in Höhe von 0,1 Prozent eingerechnet, die den Kunden bei Vertragsende mit ausgezahlt werden. HIV - Das Logo der Generali Versicherungen hängt an der Fassade einer Filiale des Unternehmens in München (Oberbayern) am 16.03.2012. Die Assicurazioni Generali ist der größte italienische Versicherungskonzern. Auf einer Bilanzpressekonferenz stellt das Unternehmen am Mittwoch (28.03.2012) in Köln seine aktuellen Zahlen vor. Foto: Andreas Gebert dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa
Platz 9 - Signal Iduna: 3,6 ProzentDie Überschussbeteiligung 2013 in der Lebensversicherung beträgt 3,6 Prozent. Das ist ein Rückgang um 0,4 Prozentpunkt. Hinzu kommen 0,4 Prozentpunkt Schlussüberschuss inklusive Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven für Verträge, die auslaufen. Für 2012 hatte der Versicherer seine laufende Verzinsung der Sparanteile um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent gesenkt. Die gesamte Verzinsung einschließlich Schlussüberschuss und Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven betrug für die klassische Rentenversicherung 4,6 Prozent. Der Versicherer ist vor allem durch sein Sponsoring für den Fußballmeister Borussia Dortmund bekannt. Das Foto zeigt eine Luftaufnahme des Dortmunder Stadions, direkt daneben hat auch der Versicherer seinen Hauptsitz. Quelle: dapd
Platz 8 - Allianz: 3,6 ProzentDer Branchenführer senkt die Überschussbeteiligung von 4,0 auf 3,6 Prozent und verabschiedet sich damit von der magischen Vier-Prozent-Marke. Damit liegt die Allianz vermutlich im Schnitt der Branche. Ein genauer Wert wird erst Ende Januar feststehen, wenn alle Versicherer berichtet haben. Quelle: dpa
Platz 7 - Volkswohl Bund: 3,65 ProzentDie Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. legt ihre laufende Verzinsung für das Jahr 2013 auf 3,65 Prozent (2012: 4,05 Prozent) fest. Damit bewegt sich der Versicherer aus Dortmund in der Nähe des Branchenführers Allianz. Insgesamt ergebe sich eine Gesamtverzinsung von rund 4,3 Prozent (2012: 4,7 Prozent). „Die verantwortungsvolle Festlegung der Überschussbeteiligung gewährleistet die langfristige Sicherheit aller Versicherungsverträge und bietet unseren Kunden auch in Zeiten extremer Niedrigzinsen eine attraktive Rendite“, erklärte Vorstandsvorsitzender Joachim Maas. Quelle: Presse
Platz 6 - DBV Winterthur: 3,65 ProzentDie DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung AG gehört zur AXA Deutschland. Für die klassischen Renten- und Lebensversicherungen von AXA und DBV wird die laufende Verzinsung (Garantieverzinsung plus Zinsüberschussanteil) in diesem Jahr bei 3,65 Prozent liegen - nach 3,8 Prozent im Vorjahr. Die Gesamtverzinsung 2013 werde einschließlich des Kostenüberschussanteils, des Schlussgewinnanteils und der Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven im Schnitt 4,4 Prozen erreichen. Das sind 0,2 Prozentpunkt weniger. Der deutsche Ableger des französischen Versicherers Axa wurde 1997 durch Erwerb von Versicherungsunternehmen begründet und durch zahlreiche Fusionen gestaltet. Der im heutigen AXA-Konzern aufgegangenen Versicherungsunternehmen befanden sich 1960 in der „Rheinischen Gruppe“ (Colonia, Nordstern), bildeten den Albingia-Konzern und waren Teile des späteren DBV-Winterthur-Konzerns. Quelle: dpa
Platz 5 - Axa: 3,65 ProzentDie Kölner Axa liegt nah am Branchenführer Allianz. Für die klassischen Renten- und Lebensversicherungen von AXA und DBV wird die laufende Verzinsung (Garantieverzinsung plus Zinsüberschussanteil) im kommenden Jahr bei 3,65 Prozent liegen (2012: 3,8 Prozent). Die Gesamtverzinsung 2013 werde einschließlich des Kostenüberschussanteils, des Schlussgewinnanteils und der Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven im Schnitt 4,4 Prozent erreichen (2012: 4,6 Prozent). Der AXA Konzern zählt mit Beitragseinnahmen von mehr als 10,6 Mrd. Euro (2011) und rund 10.900 Mitarbeitern zu den führenden Versicherungs- und Finanzdienstleistungsgruppen in Deutschland. Quelle: Presse
Platz 4 - Debeka: 3,7 ProzentFür den größten Teil der Verträge beträgt die Gesamtverzinsung einschließlich des Schlussüberschusses und der Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven 4,4 bis 4,5 Prozent (bisher 4,7 bis 4,8 Prozent). Hinzu kommt bei ablaufenden Verträgen die zusätzliche Beteiligung an Bewertungsreserven, die beim gegenwärtigen Marktzins den Auszahlungsbetrag nochmals um mehr als 5 Prozent erhöhe, teilte die Debeka mit.   Die laufende Gesamtverzinsung – einschließlich des Garantiezinses – werde für das kommende Jahr auf 3,7 Prozent (nach 4,1 Prozent im Jahr 2012) festgesetzt. Diese Anpassung der Überschussbeteiligung sei aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsniveaus notwendig. Uwe Laue, Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender der Debeka-Versicherungen: "Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und einer drohenden Altersarmut in Deutschland ist die private Vorsorge deshalb wichtiger denn je. Leider werden die Verbraucher aber mit Ratschlägen vermeintlicher Experten immer wieder in die Irre geführt, denn sie empfehlen den Bürgern für die Altersvorsorge schlecht verzinste Sparbücher, die früher oder später aufgezehrt sind, oder Fonds, die das Risiko der Aktienmärkte voll und ganz auf den Verbraucher abwälzen." Quelle: dpa
Platz 3 - Aachen Münchener: 3,75 ProzentDie zum Generali-Konzern gehörende Aachen Münchener hat ihre laufende Verzinsung auf 3,75 Prozent festgelegt. Zusammen mit einem Schlussüberschuss, der gut 0,4 Prozentpunkten entspricht, ergebe sich daraus für 2013 eine Gesamtverzinsung von 4,15 Prozent. Damit reagiere die Aachen Münchener auf das herausfordernde Finanzmarktumfeld. Die Aachen Münchener Lebensversicherung AG erzielte 2011 ein Beitragsvolumen von 4,45 Milliarden Euro und war damit der zweitgrößte Lebensversicherer Deutschlands. Mehr als 37.000 Vermögensberater der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) verkaufen die Produkte der Aachen Münchener. Im Bild: Der Vorstandsvorsitzende Michael Westkamp. Quelle: dpa
Platz 2 - Cosmos Direkt: 3,85 ProzentKunden von Cosmos Direkt profitieren auch nach Anpassung der Verzinsung für klassische Lebens- und Rentenversicherungen von hohen Ablaufleistungen. „Bei insgesamt rückläufigen Zinsen am Kapitalmarkt spielen die Kostenvorteile eine immer wichtigere Rolle“, erklärt Peter Stockhorst, Vorstandsvorsitzender von CosmosDirekt. Dank seines Geschäftsmodells sind die Kosten bei Deutschlands führendem Online-Versicherer im Vergleich zum Wettbewerb besonders niedrig. Von jedem eingezahlten Euro wendet Cosmos Direkt lediglich 0,9 Prozent für die Vertragsverwaltung auf; der Markt kommt auf einen Durchschnitt von 2,4 Prozent. Mit 3,85 Prozent liegt die laufende Verzinsung bei CosmosDirekt auch im kommenden Jahr über dem Marktdurchschnitt und erreicht unter den Top20 den zweitbesten Wert. „Die laufende Gesamtverzinsung für 2013 dürfte im Markt rund 3,6 Prozent betragen“, erwartet Stockhorst. Quelle: Presse

Nun fällt diese Begrenzung nach oben weg. Gibt es also bald wieder einen Wettbewerb um die besten Garantien? Das dürfte nicht passieren. Zwar können Versicherer „trotz des Wegfalls des Höchstrechnungszinses weiterhin Garantieversprechen abgeben“, wie eine Sprecherin des Finanzministeriums klarstellt. Sie müssen allerdings sehen, dass sie sich an die „Solvency II“-Anforderungen halten. Lebenslange Garantien, wie sie jahrzehntelang üblich waren, müssen künftig stärker mit Eigenkapital unterlegt werden – sind für Versicherer also teurer.

Die wenigsten düften sich also an höhere, starre Garantien heranwagen. Wahrscheinlicher ist es, dass das Spektrum an Policen ohne und mit flexibleren Garantien größer wird. In dem Bereich hatte sich im vergangenen Jahr einiges getan. Zuletzt hatten sich immer mehr Lebensversicherer, wie Ergo, Talanx und Generali von klassischen Lebensversicherungen mit langfristigen Garantien abgewandt.

Der Schweizer Versicherer Baloise hatte gar einen Teil des deutschen Lebensversicherungsbestands an eine Abwicklungsgesellschaft verkauft. Der unangefochtene Branchenprimus Allianz Leben rechnet angesichts niedriger Zinsen mit einer nachlassenden Nachfrage nach klassischen Policen.

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