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Leiterin für Europäische Aktien Top-Fondsmanagerin Weidenbach verlässt DWS

Das Logo der DWS in Frankfurt. Quelle: REUTERS

Nach 21 Jahren im Fondsmanagement verlässt Britta Weidenbach die Deutsche-Bank-Fondsgesellschaft. Zwei andere bekannte Managerinnen aus Deutschland machen inzwischen in London Karriere. Droht ein Fondsfrauen-Exit?

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Britta Weidenbach, Leiterin für Europäische Aktien beim Fondsriesen DWS und Co-Leiterin des Aktiengeschäfts in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA)., verlässt die Deutsche-Bank-Tochter. Insgesamt war sie bei der DWS verantwortlich für rund zehn Milliarden Euro Anlagevermögen und ein Team von 17 Portfoliomanagern. Das Haus verweist darauf, dass es ein Team gebe, das die Europafonds betreue und ein Nachfolger für Weidenbach aus dem Team kommen werde. Allerdings hatte schon im vergangenen Jahr ein Stellvertreter Weidenbachs das Haus verlassen. Marco Scherer zog es zu Metzler Asset Management.

Weidenbach arbeitete seit 1999 bei der DWS, 2012 wurde sie Leiterin für europäische Aktien. Die Mittvierzigerin hat in Konstanz studiert, hat zwei Kinder und gilt als durchsetzungsstark.

Sie betreute seit mehr als einem Jahrzehnt ein Milliardenvermögen in Fonds wie den DWS Invest Top Euroland und den DWS Top Europe. Der Euroland-Fonds gehört zu den besten Fonds im Konkurrenzvergleich. Beim Datenanbieter Citywire liegt er unter den Besten 15 von 116 Fonds bei der Performance über ein und drei Jahre. Der Fonds wird künftig von Frank Kümmet verantwortet, ein DWS-Urgestein, der bereits seit 1986 bei der DWS arbeitet. Den über eine Milliarde Euro schweren DWS Top Europe brachte Weidenfeld ins oberen Mittelfeld unter 374 Fonds. Ihn wird künftig Mark Schumann verantworten, der seit 2003 bei der DWS arbeitet.

Noch ist nicht bekannt, wie es für Weidenbach weitergehen wird. Aber Frauen sind eigentlich selten in Führungspositionen im Finanzgewerbe. Und in Deutschland könnten es noch weniger werden, denn britische Institute werben immer wieder Top-Frauen aus Frankfurt ab. Ein Grund ist die in Großbritannien eingeführte „Women in Finance Charter“, die auch von Fondshäusern verlangt, den Anteil weiblicher Führungskräfte zu veröffentlichen. Der Anteil, 2018 bei 27 Prozent, soll 33 Prozent erreichen. Zuletzt verpflichtete die Investmentbank BNY Mellon für ihre Fondstochter Newton Ilga Haubelt, die bei der Deka in Frankfurt 7,6 Milliarden Euro managte. Die frühere DWS-Fondsmanagerin Sonja Laud stieg beim britischen Fondsriesen Legal & General zur Co-Investmentchefin auf und ist mitverantwortlich für 1,1 Billionen Pfund.

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    Die aktiv gemanagten Fonds der DWS hatten in diesem Jahr Nettomittelabflüsse von 9,7 Milliarden Euro, während es bei passiven Fonds (ETF) Zuflüsse von 4,5 Milliarden in den ersten sechs Monaten des Jahres gab. Das Haus muss sparen, denn die passiven Fonds, zu denen vor allem die börsennotierten Indexfonds zählen, werfen längst nicht so viel ab, wie die aktiv gemanagten Fonds, die anstreben besser zu sein als ein Index, dafür aber auch teurer sind. Zuletzt gerieten vor allem die Deutschlandfonds der DWS unter Druck. Star-Manager Tim Albrecht hatte für verschiedene Deutschlandfonds noch im Herbst 2019 viel Geld in Wirecard-Aktien gesteckt, sie allerdings schon weitgehend verkauft, als sich Wirtschaftsprüfer-Sondergutachten verspäteten und sich Betrugsvorwürfe erhärteten.

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