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Marc Faber Physisches Gold als Versicherung gegen Unfug

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Chancen bei irakischen Aktien

Diese internationalen Börsen erfreuen Anleger
Istanbul-Panorama beim Quelle: dpa
Platz 14: Wien, ÖsterreichSeit drei Monaten: -2,9 Seit einem Jahr: +25,4 Seit drei Jahren: -0,4 Quelle: PR
Platz 13: Johannesburg, SüdafrikaSeit drei Monaten: -5,2 Seit einem Jahr: -6,3 Seit drei Jahren: +3,3 Quelle: AP
Platz 12: Toronto, KanadaSeit drei Monaten: -1,4 Seit einem Jahr: +4,6 Seit drei Jahren: +5,7 Quelle: REUTERS
Platz 11: Sydney, AustralienSeit drei Monaten: -16,2 Seit einem Jahr: -0,1 Seit drei Jahren: +9,3 Quelle: REUTERS
Platz 10: Singapur, SingapurSeit drei Monaten: -7,2 Seit einem Jahr: +6,0 Seit drei Jahren: +13,5 Quelle: REUTERS
Platz 9: Paris, FrankreichSeit drei Monaten: +4,9 Seit einem Jahr: +32,3 Seit drei Jahren: +17,7 Quelle: dpa

Wo sehen Sie denn heute noch Chancen?

Vor einem Jahr habe ich angefangen, in irakische Aktien zu investieren. Der Markt ist sehr, sehr billig – und das hat natürlich seine Gründe. Aber glauben Sie nicht allen Medienberichten! Sender wie CNN suchen immer nach Sensationen und Katastrophen. Als die Unruhen in Bangkok ausbrachen, war davon eine Straße betroffen. Im Fernsehen sah das aus, als ob das gesamte Land in Flammen stünde. Die irakische Wirtschaft wächst, und die Ölproduktion nimmt an Fahrt auf.

Könnte Ähnliches nicht auch mit Syrien passieren?

Prinzipiell sehe ich ziemlich schwarz für den gesamten Nahen Osten. Die USA haben eine völlig inkompetente Politik betrieben. Heute gibt es mehr Terroristen und al-Qaida-Aktivitäten als vor den Interventionen. Mit Syrien ist es ähnlich: Ich war vor drei Jahren dort. Die Syrer haben Assad nicht geliebt, aber das Leben dort war stabil im Vergleich zu vielen anderen Ländern der Region. Sehen Sie sich das Chaos jetzt an!

Länder wie die USA setzen zunehmend auf Fracking, um ihren Energiehunger zu stillen. Wird die Bedeutung des Nahen Ostens für die Weltwirtschaft nicht schwinden?

Ich bin sehr vorsichtig, was Schiefergas betrifft. Man weiß einfach noch zu wenig darüber. Sehen Sie sich die Ölnachfrage von China an: Die hat sich auf momentan zehn Millionen Barrel verdreifacht. Ich glaube, sie kann auch auf 20 Millionen wachsen. Länder wie China und Indien brauchen mehr Öl.

Sie leben in Thailand und Hongkong. Von dort haben Sie über 30 Jahre lang den Aufstieg Chinas beobachten können. Was denken Sie heute darüber, wenn Sie von Hongkong auf das Festland blicken?

Als ich Ende der Siebziger zum ersten Mal nach Shenzhen kam, gab es dort so gut wie keine Fabriken und Häuser. Shenzhen war ein Fischerdorf. Dann setzte sich Deng Xiaoping mit seinen Sonderwirtschaftszonen gegen konservative Kräfte durch. Damit ging alles los. Damals konnte sich niemand vorstellen, dass China einmal der größte Konsument von Rohstoffen sein wird. Freunde aus Taiwan sagten mir damals: Das wird nicht klappen, Chinesen sind zu faul, und mit einer kommunistischen Regierung ist das nicht möglich. Die Regierung ist zwar immer noch pro forma kommunistisch, aber Chinas Wirtschaft ist ultrakapitalistisch. 1986 wurde die Börse gegründet mit gerade einmal elf Aktien! In den Neunzigern wurde dann quasi aus dem ganzen Land eine Sonderwirtschaftszone. Und heute leben in Shenzhen über zehn Millionen Menschen. Der Aufstieg Chinas ist in der Geschichte absolut einmalig.

In Shanghai wurde gerade eine neue Sonderwirtschaftszone gegründet. Dort will China auch den freien Handel des Renminbi proben. Welche Bedeutung messen Sie dem Projekt zu?

Es ist unvermeidbar, dass der Renminbi irgendwann einmal frei handelbar sein wird. Das ist nur eine Frage der Zeit. Die Freihandelszone könnte die Entwicklung beschleunigen. China testet ja gerne im Kleinen. Die Regierung sieht sehr genau, welche Vorteile Hongkong mit seiner freien Wirtschaft hat. Shanghai will dieselbe Wettbewerbsfähigkeit erlangen. Hongkong wird sich deswegen warm anziehen müssen, wenn es die Nummer eins bleiben will. Aber natürlich hat die Stadt immer auch vom Aufstieg Chinas profitiert. Hongkong ist heute das Einkaufszentrum des Riesenreichs. Genauso geht es Macau: Aus der ehemaligen portugiesischen Kolonie ist das Casino Chinas geworden, das Las Vegas längst in den Schatten gestellt hat.

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