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Marc Faber Die Freiheit des Dr. Doom

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Ein Schnäppchen in Chiang Mai

Faber kaufte das Grundstück im Jahr 2000 mit seiner thailändischen Frau. 8000 Quadratmeter inklusive eines alten Thaihauses, in dem er heute wohnt. Drei Jahre dauerte der Bau der roten Villa, dann verließ Faber seine Wahlheimat Hongkong und bezog sein neues Zuhause in Chiang Mai.

In Hongkong hat er heute noch ein kleines Büro mit zwei Mitarbeitern, die sich hauptsächlich um seinen Newsletter, den „Gloom, Boom & Doom Report“, kurz GBDR, kümmern. In der Januar-Ausgabe heißt es: Indem die Regierungen die freie Marktwirtschaft und den reinen Kapitalismus unterdrücken, sei „ein größtenteils sozialistisch geplantes und faschistisches System entstanden, das die oberen 0,01 Prozent begünstigt, während die Mehrheit der Bevölkerung verarmt“.

Voraussetzungen für werthaltiges Sammeln

250.000 US-Dollar bezahlte Faber damals für das Grundstück, weitere 300.000 kostete der Bau des Hauses. Ein Schnäppchen, sagt er. Eigentümer sind heute seine Frau und seine Tochter, Ausländer dürfen in Thailand keinen Grund erwerben. Meistens ist er allein hier. Seine Tochter hat ein Café in Luang Prapang, einer kleinen Stadt in Laos; seine Frau lebt mittlerweile in Bangkok. Ihr wurde das Alleinsein zu viel – 80 Prozent seiner Zeit ist Faber auf Reisen.

Melancholischer Globetrotter

Auf Thailändisch bestellt Faber bei Kun Gi Dosenbier.

„Ich möchte das Reisen etwas reduzieren, es wird anstrengender im Alter“, sagt Faber. Er spricht Deutsch im gemächlichen und beruhigendem Schweizer Akzent. Melancholisch stimmt ihn die Tatsache, dass es ihm heute schwerer falle, bis fünf Uhr morgens durch Bars und Clubs zu ziehen und am nächsten Tag normal zu arbeiten – Faber wird jetzt im Februar 69.

Die nutzlosesten Börsenweisheiten
"The Trend is your friend""Der Trend ist dein Freund" gehört wohl in die Kategorie der irreführenden Börsenweisheiten. Denn es animiert Anleger dazu, einem Aufwärts- oder Abwärtstrend durch Käufe oder Verkäufe von Wertpapieren zu folgen, blendet dabei aber aus, das Trends endlich sind und auch jäh kippen können. Das Problem: Die Gefahr ist hoch, dass der Anleger zu spät auf den fahrenden Zug aufspringt und er bis zu der Erkenntnis, dass sich der Freund "Trend" von einem abgewendet hat, hohe Verluste eingefahren hat. Gerade in turbulenten Börsenzeiten wie in den vergangenen Jahren wechseln Trends sehr häufig und sehr schnell. Quelle: "Sell in May and go away - Was die Börsenweisheiten von Kostolany, Buffett und Co. heute noch taugen", von Jessica Schwarzer (Handelsblatt), erschienen im Börsenbuchverlag im Dezember 2013, sowie eigene Recherchen. Quelle: dpa
"Sell in may and go away"Eine weit verbreitete Börsenweisheit, die die Entscheidung zu kaufen oder zu verkaufen anhand des Kalenders propagiert. Doch leider hält sich die Kursentwicklung an der Börse nicht an Termine. Zwar nimmt der Handel in den Sommermonaten oftmals ab und im Herbst wieder zu, doch gibt es in der Historie auch reichlich Gegenbeispiele. Etwa den Mai 2013, als der deutsche Hauptindex Dax seine Rekordjagd begann und nur in diesem einen Monat um sechs Prozent zulegte. Letzten Endes ist es nicht das Datum, sondern die erwartete Wirtschaftslage, die über Auf und Ab an der Börse entscheidet. Quelle: Fotolia
"Timing ist alles"Jeder möchte Aktien gerne kaufen, wenn die Kurse auf dem Tiefpunkt sind, und verkaufen, wenn sie ihren Zenit erreichen. Das Problem: Wann Hoch- oder Tiefpunkt erreicht wurden, wissen Anleger erst im Nachhinein. Denn leider klingelt kein Wecker, wenn die Kauf- und Verkaufskurse optimal sind. Nicht einmal Profis gelingt das perfekte Timing ohne eine große Portion Glück - aber sie erkennen, wann eine Aktie günstig bewertet oder schon zu teuer ist und verfolgen meist eine langfristige Strategie. Wer aber versucht, immer in die Kurstäler und -spitzen zu handeln, generiert hohe Handelsgebühren, die viel von der Rendite aufzehren. Hier gilt eher der Börsenspruch: "Durch eine verpasste Gelegenheit ist noch niemand arm geworden." Gleiches gilt für Gewinnmitnahmen bevor der Kurs seinen Gipfel erklommen hat. Quelle: dpa
"Beim Denken ans Vermögen, leidet oft das Denkvermögen"Diesen Spruch gibt es auch in vereinfachter Form: Gier frisst Hirn. Zwar neigt die Psyche des Menschen dazu, sich die eigenen Fehler schönzureden und wer allzu gierig ist, schlägt leicht über die Stränge oder geht allzu vollmundigen Versprechen oder gar Betrügern auf den Leim. Aber im Grunde ist diese Erkenntnis nutzlos, denn schließlich kann sich kein Anleger seiner Psyche entziehen. Der einzige Rat der daraus folgt, sollte für Anleger an der Börse eigentlich eine banale Selbstverständlichkeit sein: Bewerten Sie die Fakten so objektiv wie möglich und verlassen Sie sich nicht einfach auf ihr Bauchgefühl. Das weiß aber jeder Anleger, der schon einmal zulange an einem Wertpapier festgehalten und dadurch schmerzliche Verluste gemacht hat. Quelle: dpa
"Buy on bad news, sell on good news"Grundsätzlich ist es ja richtig: Gibt es zu einer Aktie schlechte Nachrichten, fällt in der Regel der Kurs, und das Papier kann billig gekauft werden. Aber häufig sind bei Unternehmen in Schwierigkeiten ganze Serien schlechter Nachrichten zu beobachten, so dass die Kurse immer noch tiefer fallen. Woher sollen Anleger auch wissen, ob es nicht noch schlimmer kommt? Umgekehrt gilt das ebenso: Es gibt Unternehmen, die regelmäßig mit ihren Ergebnissen die Markterwartungen übertreffen. Wer gleich bei der ersten positiven Überraschung verkauft, verpasst womöglich das Beste. Beispiele dafür waren in der Vergangenheit etwa Werte wie Apple oder Google. Was die Zukunft aber bringt, kann kein Anleger wissen. Quelle: AP
Hermann Josef Abs und Josef Fischer Quelle: Picture-Alliance/dpa
"Ein Spekulant der auf fallende Kurse setzt, gräbt eine Grube, in die andere hineinfallen."Hintergrund ist, dass zum Beispiel Hedgefonds Aktien verkaufen können, die sie gar nicht besitzen. Geschieht das in großer Menge, fallen die Kurse und der Spekulant kann die Aktien günstiger kaufen, um seine Verkaufsposition auszugleichen - und erzielt so einen Spekulationsgewinn auf Kosten der anderen Aktionäre. Die Erkenntnis hilft einem Privatanleger jedoch wenig, denn mit seinen kleinen Handelspositionen ist er dem Auf und Ab durch derlei Kursmanipulationen zunächst ausgeliefert. Ist der Kurssturz jedoch nicht durch fundamentale Daten wie Umsatz, Gewinn oder Cash-Flow eines Unternehmens untermauert, dürfte sich eine so heruntergeprügelte Aktie in der Folge wieder erholen. Anleger können die Schwächephase also aussitzen. Quelle: dpa

Der Kollaps des Systems

Sein Lieblingsthema ist der Kollaps des Systems, herbeigeführt durch die Gelddruckerei der Notenbanken, die er verantwortungslos nennt, und die damit verbundene „Asset-Inflation“, die ständige Wertzunahme von Immobilien und Aktien. Anstatt die Wirtschaft zu stimulieren, fließe das Geld in Vermögenswerte. „Ich selbst habe davon profitiert“, sagt er. „Aber junge Leute haben es heute viel schwerer. Reiche kommen immer besser durch die Inflation.“ Durch die Niedrigzinsen finde eine schleichende Enteignung von Sparern statt. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich. Es gebe mehr Arme, die auf Sozialleistungen angewiesen seien. Hinzu kämen Millionen von Einwanderern, die sich auf Kosten des Gemeinwesens durchfüttern ließen. So wachse der Staat immer weiter, während die soziale Kohäsion verloren geht. Ein Teufelskreis, den dumme Politiker und Notenbanker verantworteten.

Fabers Welt ist die der Tüchtigen, Freien und Mutigen. Er beklagt die sinkenden Reallöhne in der westlichen Welt – doch der Schlüssel zu Gerechtigkeit und Gleichheit ist für ihn nicht mehr Umverteilung, sondern weniger. Ein großer Staat mache die Menschen faul. Für Sozialleistungen können auch Philanthropen sorgen. Ja, er spendet einen Teil seines Vermögens für eine Nichtregierungsorganisation, die sich um Kinder in Asien kümmert. Kun Gi bringt nochmals Dosenbier.

Es begann bei der White Weld Company

Fabers Karriere begann Anfang der Siebziger bei der US-Investment-Firma White Weld Company. Nachdem er 24-jährig in Wirtschaftswissenschaften promoviert hatte, zog der Sohn eines Zürcher Chirurgen erst nach New York und 1973 nach Hongkong. „Nach Asien zu gehen war wahrscheinlich die wichtigste Entscheidung meines Lebens“, sagt er. Es war eine Wette auf die Zukunft, denn damals war die Öffnung Chinas noch nicht abzusehen. Erst Anfang der Achtziger begannen auf dem Festland die marktwirtschaftlichen Reformen, und erst Mitte der Neunziger nahm das Wirtschaftswachstum an Fahrt auf.

Die besten Streifen über Wirtschaft und Geld
"The Wolf of Wall Street"Auf den letzten Drücker bringt Martin Scorsese nach Weihnachten daher noch den Wall-Street-Thriller „The Wolf of Wall Street“ in die Kinos. Am 16. Januar läuft das dreistündige Epos über Betrug, Geiz und Exzesse an der Wall Street an. Leonardo DiCaprio spielt den US-Börsenmakler Jordan Belfort, der wegen illegaler Finanzgeschäfte in den 90er Jahren fast zwei Jahre hinter Gittern verbrachte. Der Film reiht sich ein in eine lange Historie von Filmen über Gier und Geld... Quelle: Screenshot
Trading Places (dt. Glücksritter, 1983)An der Börse in Chicago gehen zwei ultrareiche Broker eine Wette ein: Ein reicher Händler aus gutem Hause soll zu einem armen Obdachlosen verwandelt werden, und ein armer Obdachloser in einen reichen Händler. Der Wetteinsatz: ein Dollar. Die zwei Opfer rächen sich. Das reiche Opfer sagt Sätze wie: “Denke immer groß, denke positive, zeige nie ein Zeichen von Schwäche. Gehe immer an die Gurgel. Kauf billig, und verkaufe teuer. Angst? Das ist das Problem der Anderen!” Eddie Murphy, Dan Aykroyd und Jamie Lee Curtis machen diesen Streifen zu einem perfekten 80er-Jahre-Abend.
Die Oceans Trilogie (2001-2007)Kasinos ausrauben macht Spaß. Dabei auch noch eine gute Figur machen – das hat der Regisseur Steven Soderbergh mit seiner glänzenden Trilogie immer wieder aufs Neue inszeniert. Das Publikum bedankte sich artig bei ihm und füllte die Kinos und die Kasse von Soderbergh, der damit seine Independent-Filme drehte.
21 (2008)Etwas ernster geht es in diesem Film zu: Studenten vom Massachusetts Institute of Technology wenden mathematische Strategien an, mit denen sie mit Blackjack in Kasinos weltweit ganze Millionengewinne einheimsen. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Quelle: PR
Ri$iko - Der schnellste Weg zum Reichtum (2000)Ben Affleck spielt hier Jim Young, der direkt nach der Uni bei einem Börsenbroker anheuert. Gewissenhaft und schnell arbeitet sich Young ein. Bald beherrscht er die Kunst des Verkaufens so gut, dass er aufpassen muss, nicht auch seine Mutter zu verkaufen. Quelle: PR
Casino (1995)„Ein Kasino zu betreiben, ist wie ein Banküberfall, aber ohne das die Bullerei anrückt. Las Vegas wäscht mich von meinen Sünden frei. Es ist wie eine Moral-Waschanlage“ sagt Ace Rothstein (Robert de Niro). Er und Nicky Santoro (unvergesslich: Joe Pesci) sitzen am Ruder des Tangiers, ein fiktives Kasino in Las Vegas. Beide kommen aus der Mafia-Unterwelt, Rothstein macht Wetten, Santoro kümmert sich um das schmutzige Geschäft. Beide kennen sich in ihrem Metier wie keine Zweiten aus. Erzählt wird: Aufstieg und Fall einer skrupellosen Mafiatruppe, die in Las Vegas einfällt, um im Kasino-Geschäft Fuß zu fassen. Nur in wenigen Streifen kann man so gut verfolgen, was Geld bedeutet und was Geld mit den Menschen anstellt. Die Szenen in „Casino“ sind garniert mit Sätzen wie: „Es hätte alles perfekt sein können. Ace hatte mich, Nicky Santoro, der auf seinen Arsch aufgepasst hat. Er hielt Ginger, die Frau, die er liebte, in seinen Armen. Am Ende haben wir es alle verschissen.“ Es ist vielleicht der beste Film von Martin Scorsese. Viele kritisieren den Regisseur dafür, er hätte mit diesem Film gleich den Vorgänger „Goodfellas“ nochmal gedreht. Auch wenn der Vorwurf stimmen sollte: Es gibt nur wenige Filmemacher, denen solche eine Chuzpe gelingt. Quelle: Screenshot
Der große Crash - Margin Call (2011)Ein Risikomanager wird aus einer großen Bank gefeuert. Sein vermeintliches Vergehen: Er hat herausgefunden, dass die Aktienpapiere nichts wert sind und dass die Bank sofort Pleite gehen könnte, wenn es geringe Marktbewegungen geben könnte. In 24 Stunden muss die Bank gerettet werden. Ein sehr gut besetzter Film (Kevin Spacey, Demi Moore,..), der den Beginn der Finanzkrise am besten seziert. Quelle: PR

1978 wechselt Faber zu Drexel Burnham Lambert, die bis Ende der Achtziger zur fünftgrößten Investmentbank der USA heranwächst. „Unser Job war es, amerikanische Obligationen an reiche Asiaten zu verkaufen.“ Faber leitet das Asien-Geschäft. Es ist die Zeit des Wall-Street-Fiebers. Eine Woche vor dem 19. Oktober 1987 warnt Faber seine Kunden vor einem bevorstehenden Crash. Aus Faber wird Dr. Doom.

Drexel Burnham Lambert geht Ende der Achtzigerjahre pleite: Ein Händler der Firma, der sogenannte „Junk Bond King“ Michael Milken, wird des Insiderhandels überführt. Milken war eines der Vorbilder für den von Michael Douglas verkörperten Spekulanten Gordon Gekko in dem Oliver-Stone-Film „Wall Street“.

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