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Marihuana-ETF Kiffen für die Rendite – Gras ins Depot

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Kleiner Renditerausch im Depot

Der Horizons Marijuana Life Sciences Index ETF ist an der Toronto Stock Exchange gelistet und spiegelt die Entwicklung des North American Marijuana Index wider. Er repräsentiert die Entwicklung eines Korbs von Aktien nordamerikanischer Unternehmen, die mit den Aktivitäten der US-Marihuana-Industrie verknüpft sind. Aktuelle Top-Holdings sind die Aurora Cannabis Inc. mit 17 Prozent, die Canopy Growth Corp. mit knapp zwölf Prozent und die Aphria Inc. mit ebenfalls knapp zwölf Prozent. Insgesamt machen diese drei Positionen also schon mehr als 40 Prozent des gesamten Fondsvolumens aus.

Nordamerikanische Unternehmen der Marihuana-Branche im ETF

Die Aurora Cannabis Inc. ist mit 2,8 Milliarden Euro Marktkapitalisierung einer der bedeutendsten Marihuana-Produzenten in Nordamerika. Das Unternehmen aus Cremona in der kanadischen Provinz Alberta baut Cannabis an und vertreibt daraus gewonnene Produkte - nach eigenen Angaben – ausschließlich für den medizinischen Gebrauch. Der Titel hat allein im Monat November 2017 um rund 150 Prozent zugelegt. Nach den Planungen des Managements wird Aurora im Jahr 2018 den Sprung in die Gewinnzone schaffen.

Der Börsenwert der Canopy Growth Corp. aus Twins Falls (Ontario, Kanada) wird mit knapp vier Milliarden Euro angegeben. Der Hersteller von medizinischem Cannabis, der bereits 2014 gegründet wurde, war die erste Gesellschaft der Marihuana-Industrie in Nordamerika, die an einer Börse gelistet wurde. Nach Angaben der Financial Post zählt Canopy  zu den weltweit führenden und Kanadas erstem Anbieter, der mehrfach zertifiziert und geografisch diversifiziert ist. Auf Sicht von zwölf Monaten kletterte der Kurs der Aktie bereits um 206 Prozent, allein in Dezember hat sie sich mehr als verdoppelt. Der Turnaround der Gesellschaft wird im Jahr 2019 erwartet.

Aphria Inc. mit dem Firmensitz San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien ist ein Anbieter von verschiedenen Produkten, die auf Basis von Marihuana hergestellt werden. Mit einer Marktkapitalisierung von 1,9 Milliarden Euro ist das Unternehmen die kleinste unter den drei Top-Holdings des Horizons Marijuana Life Sciences Index ETF, ist jedoch mit einem Ertrag von 0,04 Euro pro Aktie im Geschäftsjahr 2017 als einzige Gesellschaft bereits in der Gewinnzone. Auf Jahressicht steigerte sich der Kurs des Titels um 260 Prozent.

Wegen der größeren Risikostreuung: Marihuana-ETF die sinnvollste Lösung

Wer mit einem Einzelinvestment in eines der genannten Unternehmen liebäugelt, sollte bedenken, dass sich der Markt für Marihuana noch in einer sehr frühen Phase befindet. Und das bedeutet, dass so etwas wie eine Konsolidierung noch gar nicht stattgefunden hat. Unvorhersehbar ist auch, wie die Unternehmen im Verlauf ihres explosionsartigen Wachstums mit äußeren Einflüssen wie beispielsweise regulatorischen Eingriffen des Staates in Zukunft umzugehen verstehen. Auch könnten sie sich im wachsenden Wettbewerb mit einem zu ehrgeizigen Expansionskurs übernehmen. Die Gefahr eines Totalverlusts sollten Anleger deshalb immer im Hinterkopf behalten.

Elf Fakten zur Cannabis-Industrie
Grünes GoldViele US-Bundesstaaten haben den Verkauf von Cannabis zu medizinischen Zwecken legalisiert. In den USA ist seit einigen Jahren eine florierende Industrie um die grüne Droge entstanden. Ein Blick in die Statistik eines Marktes, der lange im Dunklen lag. Quelle: dpa
Steigender UmsatzDie Branchenzeitschrift „Marijuana Business Daily“ schätzt dem Umsatz des Einzelhandels mit medizinischem Cannabis in den USA auf 2,45 Milliarden Dollar. Hinzu kommen 1,8 Milliarden Dollar mit nicht-medizinischem Cannabis. Insgesamt werde der Einzelhandelsumsatz mit der Droge auf 11,9 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 ansteigen, sagen die Experten voraus. Quelle: dpa
Kein Vergleich zu Zigaretten und AlkoholTrotz des rasanten Wachstums ist Cannabis noch weit davon entfernt, die beliebteste Droge der Amerikaner zu werden. Mit Bier werden in den Staaten allein 106 Milliarden Dollar umgesetzt, mit Zigaretten 76,9 Milliarden Dollar. Quelle: dpa
Rauchen für die StaatskasseAuch die US-Steuerkasse profitiert von der Legalisierung. Nach Schätzungen beliefen sich die Steuereinnahmen im vergangenen Jahr auf 745 Millionen Dollar. Im Jahr 2020 wird der Staat sogar rund 2,3 Milliarden Dollar am Cannabishandel verdienen. Quelle: AP
Jobmotor JointLandesweit sind ganze 197.500 Arbeitnehmer direkt oder indirekt mit dem Verkauf von Cannabis beschäftigt. Zum Vergleich: Die Zahl der Bäcker in den USA wird auf 185.000 geschätzt. Quelle: REUTERS
Eine breit gefächerte IndustrieÜber die Zahl der Cannabis-Unternehmen gibt es unterschiedliche Angaben: „Marijuana Business Daily“ schätzt, dass es in der US-Cannabisindustrie 105 Testlabore, 1100 Produkthersteller, 3500 Anbauer und 4050 Cannabis-Shops gibt. Hinzu kommen rund 18.000 Subfirmen und Dienstleister. Quelle: REUTERS
Einfallsreiche IndustrieEntsprechend kreativ sind die Unternehmen bei der Erfindung von Zusatzprodukten. Diese Snacks etwa sollen das Konsumerlebnis der Droge verstärken. Quelle: AP

Daher erscheint ein Engagement in einen Fonds noch als sinnvollste Lösung, da hierbei die Diversifizierung in verschiedene Gesellschaften das Risiko erheblich einschränkt. Mit einer Verwaltungsgebühr von 0,75 Prozent plus der üblichen Transaktionskosten ist der Horizons Marijuana Life Sciences Index ETF für ein Indexfonds zwar recht teuer, aber dennoch eine sehr gute Möglichkeit sich an einem hochinteressanten Markt auch mit einer kleineren Einstiegssumme zu beteiligen – für einen kleinen Renditekick im Depot.

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