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Mark Mobius "Die Reformen überall auf der Welt sind ein Glück"

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China wappnet sich für Finanzkrise

Droht in China eine neue Immobilienkrise wie in den USA?
Nein. Die USA waren auf die Finanzkrise nicht vorbereitet, aber die Chinesen wappnen sich. Es stimmt, dass die Zahl der Kredite, die nicht ordentlich zurückgezahlt werden, enorm gewachsen ist. Die Chinesen haben Asset Manager gegründet, die diese Kredite absorbieren. Sie kaufen mit dem Geld, das ihnen Anleger geben, Kredite günstig auf. Banker verkaufen die Fonds mit Renditeversprechen von fünf bis acht Prozent.

Gibt es keinen Anlegerschutz?
Kaum. Fordern die Anleger ihr Geld zurück, wird man die Gelder einfrieren. Es ist die gleiche Story wie immer: Gier, Gier, Gier. Aber Schneeballsysteme gab es überall auf der Welt.

Wie gefährlich wäre ein Ende der Globalisierung?
Der neue Nationalismus – ob in den USA oder Polen – ist für die Schwellenländer schlecht. Ein Ende der Globalisierung würde wieder zu Behinderungen bei den Investitionen führen. Das habe ich alles in den Achtzigerjahren schon erlebt, als es noch Kapitalverkehrskontrollen gab. Es war schwer, Geld anzulegen, und das hat die Unternehmensentwicklung gebremst. Ich habe aber keine große Angst, dass zu viel rückgängig gemacht wird.

"Wir haben die Bedeutung des Internets unterschätzt"

US-Präsidentschaftskandidat Trump möchte Handelsabkommen kündigen.
Ich rechne nicht mit extremen Änderungen, denn die meisten Abkommen sind multilateral ausgehandelt, da kann man nicht einseitig eingreifen.

Die lukrativsten Märkte der letzten 20 Jahre
Platz 18: JapanDie Sutor Bank hat die 18 wichtigsten Aktienmärkte der Welt im Zeitraum von 20 Jahren untersucht, um herauszufinden, welcher Markt die stärkste Performance hatte. In der Auswertung der Hamburger Privatbank kommt Japan auf den letzten Platz. „Das war durchaus erwartbar“, kommentierte Lutz Neumann, Leiter der Vermögensberatung der Sutor Bank, das schlechte Abschneiden Japans. Auf den anderen Plätzen fanden sich allerdings ein paar Überraschungen. Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 0,19 Prozent pro Jahr Quelle: dpa
Platz 17: ÖsterreichZiemlich oft bergab ging es auch für Anleger am österreichischen Aktienmarkt. Auf 20-Jahressicht schaffte der österreichische MSCI Austria Index immerhin doch noch ein Plus. Schlusslicht war Österreich unter anderem im Jahr 2014. Die Sanktionen gegen Russland belasteten österreichische Banken und Unternehmen, die stark in Russland engagiert sind. Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 1,65 Prozent pro Jahr Quelle: dpa
Platz 16: ItalienDer MSCI Italy Index gehört im internationalen Vergleich der Sutor Bank ebenfalls zu den Schlusslichtern. Besonders schlecht lief es für den italienischen Aktienmarkt in den Jahren 2010 und 2011 als die europäische Schuldenkrise aufkam. Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 3,99 Prozent pro Jahr Quelle: imago images
Platz 15: SingapurSingapur ist ein beliebter Finanzplatz und verfügt über eine beeindruckende Skyline. Besonders hoch hinaus kamen hier Anleger jedoch nicht. Der MSCI Singapore Index gehört zu den schwächsten innerhalb der vergangenen 20 Jahre. Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 5,35 Prozent pro Jahr Quelle: imago images
Platz 14: BelgienIn der Gesamtwertung kommt Belgiens Aktienmarkt nur auf den vierzehnten Platz. Allerdings holte der MSCI Belgium Index in den vergangenen Jahren deutlich auf. 2014 schlug er alle anderen Indizes mit einem Plus von 37 Prozent. Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 6,8 Prozent pro Jahr Quelle: imago images
Platz 13: FrankreichDer Aktienmarkt der zweitgrößten europäischen Volkswirtschaft schaffte es innerhalb der letzten zwanzig Jahr nicht unter die Top 10 (im Schnitt). Besonders schlecht lief es in den Jahren 2001 (- 18 Prozent) und 2002 (- 33 Prozent). Lutz Neumann von der Sutor Bank betont, dass die Entwicklung eher zufällig erfolgt. Eine belastbare, seriöse Vorhersage sei unmöglich, erklärt die Privatbank. Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 7,15 Prozent pro Jahr Quelle: imago images
Platz 12: NorwegenDer norwegische Aktienmarkt erlebte einen legendären Boom im Jahr 2009: Der MSCI Norway Index stieg um sagenhafte 81 Prozent. 2014 gehörte er allerdings zu den schwächsten Märkten, mit einem Minus von elf Prozent. Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 7,31 Prozent pro Jahr Quelle: Imago

Wenn Sie auf Ihre Karriere zurückblicken, was bedauern Sie?
Wir haben die Bedeutung des Internets unterschätzt. Weil wir als Value-Investoren substanzstarke Unternehmen mit guten Geschäftsmodellen suchen, wollten wir nicht in die hoch bewerteten Firmen investieren, die kein Geld verdienten. Manche der heutigen Internetgiganten in Schwellenländern hatten wir uns früh angesehen.

Was freut Sie im Rückblick?
Die Reformen überall auf der Welt sind ein Glück und machen mich zufrieden.

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