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Marken-Raritäten Briefmarken für den Geldbeutel

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Auflage vernichtet



Wertmäßig ein paar Stufen darunter, aber ähnlich spektakulär, trat auch Vermögensverwalter Bennewirtz in Erscheinung. Er ersteigerte für 135 000 Euro eine der verbotenen Hepburn-Marken. 2001 ließ die Deutsche Post 14 Millionen Sondermarken drucken, die Audrey Hepburn in „Frühstück bei Tiffany“ zeigen. Nur hatte die Post es versäumt, die Bildrechte bei den Hepburn-Erben einzuholen. Die Auflage wurde vernichtet – bis auf wenige Bögen.

Mauritius für wenig Geld

Solche Besonderheiten haben ihren Preis, bieten dafür aber über Jahrzehnte Wertsteigerungspotenzial. Das belegt eine Studie der London School of Economics, in der Briefmarken als Vermögensklasse analysiert wurden. Nur Aktien schnitten zwischen 1900 und 2008 besser ab als die 50 wertvollsten britischen Briefmarken. Bennewirtz plant eine ähnliche Studie und einen Preisindex für Deutschland. Wenn gewünscht, berät Bennewirtz auch Kunden, die sich die eine oder andere deutsche Marke in den Tresor legen wollen. Das aber ist noch selten.

Denn die Masse bewegt sich weg von der Briefmarke. Menschen schreiben E-Mails, SMS oder verbringen Zeit in sozialen Netzwerken. Immer weniger Briefe werden verschickt, und die immer mehr mit Internet-Marken frankiert. Die Zahl der Abonnenten, die sich bei der Post regelmäßig neue Postwertzeichen sichern, sinkt ebenfalls. Gut so, mit Blick auf die Zukunft: Nur was selten ist, wird von Sammlern begehrt und bietet Chancen auf Wertsteigerung. Vielleicht sollte man heute für wenig Geld einfach mitnehmen, was an neuen Marken rauskommt. Verlieren kann man nicht viel. Und eins ist klar: Irgendeine Marke von heute wird die Mauritius von morgen sein.

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