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Mega-Investoren Lernen von Staatsfonds

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Enormer Einfluss

Daimler-Chef Dieter Zetsche Quelle: REUTERS

Vor Staatsfonds dagegen wären auch die Vorstände von Allianz, Siemens und Deutscher Bank nicht sicher. In Wolfsburg etwa ist ihr Einfluss schon enorm gestiegen. So hat die Qatar Holding, die 17 Prozent am Wolfsburger Autokonzern Volkswagen hält, gleich zwei Sitze im Aufsichtsrat gefordert – und auch bekommen. Ohne die Zustimmung des Großaktionärs hätte VW-Patriarch Ferdinand Piëch die Fusion von Volkswagen und Porsche kaum über die Bühne gebracht.

Vorzugsaktien vs. Stammaktien
Zehn aussichtsreiche Aktienpaare: Vorzüge und Stämme deutscher Unternehmen und deren Kurschancen Ahlers (Herrenausstatter)AktieAhlers St.Ahlers Vz.ISINDE0005009708DE0005009732Streubesitz24,1 Prozent89,6 ProzentAnzahl der Aktien7,6 Mio.6,1 Mio.Kurs  9,40 Euro9,46 EuroKursentwicklung  1 Jahr –2,2 Prozent–4,9 ProzentDividendenrendite¹ 6,9 Prozent7,3 ProzentChance/Risiko²5/45/4Günstig bewerteter Herrenausstatter, der künftig auch Damenbekleidung anbieten will. Anleger sollen zur liquideren Vorzugsaktie greifen. ¹ Dividendenrendite auf Basis der 2012 gezahlten Dividende; ² 1= sehr niedrig, 10 = sehr hoch; Quelle: Bloomberg, Stand: 24. Juli 2012 Quelle: Pressebild
Biotest (Biotechnologie)AktieBiotest St.Biotest Vz.ISINDE0005227201DE0005227235Streubesitz45,1 Prozent35,4 ProzentAnzahl der Aktien6,6 Mio.5,1 Mio.Kurs43,00 Euro40,06 EuroKursentwicklung  1 Jahr –15,7 Prozent–16,9 ProzentDividendenrendite¹ 1,0 Prozent1,3 ProzentChance/Risiko²6/57/6Schnäppchen unter den Biotech-Unternehmen. Produkte sind Medikamente auf Basis von Antikörpern und Blutplasma sowie Diagnoseprodukte. Erste Wahl: die Stämme. ¹ Dividendenrendite auf Basis der 2012 gezahlten Dividende; ² 1= sehr niedrig, 10 = sehr hoch; Quelle: Bloomberg, Stand: 24. Juli 2012
BMW Quelle: Pressebild
Metro-Einkaufswagen Quelle: APN
RWE Quelle: dpa
Eine Mitarbeiterin von Sartorius Quelle: dpa
Sixt-Logo Quelle: dpa

Bei Daimler Kasse machen

Andererseits fackeln die Ölscheichs nicht mehr lange, wenn ein Investment zu wenig Rendite verspricht. So trennt sich Aabar, neben Adia ein weiterer Staatsfonds aus Abu Dhabi, offenbar überraschend schnell wieder von seinem Engagement bei Daimler. Im März 2009 hatten die Emire für zwei Milliarden Euro einen Anteil von 9,1 Prozent an dem Autokonzern übernommen. „Großaktionäre sind ein entscheidender Rückhalt in diesem unsicheren Umfeld“, freute sich damals Daimler-Chef Dieter Zetsche. Pustekuchen, jetzt wird Kasse gemacht. Im April begann Aabar, sein Daimler-Paket schrittweise zu verleihen – zu weitaus höheren Kursen. Als Aabar die Anteile erwarb, stand die Daimler-Aktie bei 20 Euro. Derzeit notiert das Papier bei 38 Euro.

In Arbeit
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Wie anspruchsvoll und renditebewusst die Staatsfonds geworden sind, stellen auch die Manager, Banker und Politiker fest, die nach Dubai, Shanghai oder Singapur reisen, um finanzstarke Investoren anzuwerben. Können sie auf den Roadshows keine guten Argumente bieten, kehren sie mit leeren Händen heim.

Dies dürfte auch der Monte dei Paschi di Siena widerfahren, der ältesten und drittgrößten Bank Italiens. Im Zuge der Euro-Krise ist das Geldhaus böse ins Wanken geraten. Nun setzt Vorstandschef Fabrizio Viola darauf, dass Staatsfonds das benötigte frische Kapital liefern. Doch die zieren sich – zu viel Geld haben sie schon bei anderen Großbanken verloren. Nach Ausbruch der Finanzkrise investierten SWF in großem Stil in westliche Banken wie Barclays, Citigroup und UBS. Doch die Hoffnungen schmolzen wie Eis im arabischen Wüstensand: Die Staatsfonds verloren den größten Teil ihrer Investments. Das soll ihnen nicht noch einmal mit Bankpapieren passieren.

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