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Nach EZB-Entscheidung Neue Rekordpreise für Gold

Mit dem Einstieg in die direkte Staatsfinanzierung via Notenpresse setzt EZB-Chef Mario Draghi eine gigantische Umverteilungsmaschinerie in der Eurozone in Gang. Für den Goldpreis zeichnen sich neue Rekordpreise ab.

Börsianer interessieren sich wieder vermehrt für Gold als Anlage. Quelle: REUTERS

Seit der europäische Not(en)bankchef Mario Draghi Anfang August sagte, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Rahmen ihres Mandates alles tun werde, um den Euro zu erhalten – „und glauben sie mir, es wird genug sein“ –, stieg das deutsche Börsenbarometer Dax um gut acht Prozent. Die Renditen für spanische und italienische Anleihen gaben wegen der Aussicht auf den Einstieg des „omnipotenten“ Käufers in die direkte Staatsfinanzierung deutlich nach.

S&P droht Italien, Irland wird hochgestuft
Für Frankreich zeigt sich S&P etwas zuversichtlicher, obwohl sich am Rating („AA“) und dem stabilen Ausblick nichts änderte. Die Regierung habe Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitskosten und Unternehmensbesteuerung ergriffen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu verbessern, schreibt S&P. Zudem deuteten staatliche Ausgabenkürzungen darauf hin, dass die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft ihr Haushaltsdefizit schrittweise reduzieren werde. Die Staatsverschuldung bleibe aber hoch und werde bis 2017 noch wachsen. Rating (S&P): AAAusblick: stabil Quelle: dpa
Zypern wurde von der Wirtschaftskrise enorm mitgenommen, gerade der aufgeblähte Bankensektor des Inselstaats machte ihm in der Dynamik der Krise schwer zu schaffen. Die Bewertung des Krisenlands wurde von S&P nun um eine Stufe auf „B“ erhöht, Fitch hob den Ausblick für das Rating („B-“) auf positiv an. Bei beiden Agenturen liegt die Kreditnote klar im sogenannten Ramschbereich, der spekulative Anlagen kennzeichnen soll. Die positiven Ausblicke lassen aber Aufstufungen erwarten - vorausgesetzt, das Land erfüllt weiterhin die Auflagen der internationalen Geldgeber, die Zypern seit dem vergangenem Jahr finanziell stützen. Rating (S&P): BAusblick: positiv Quelle: AP/dpa
Standard & Poor's (S&P) hat das lang- und kurzfristige Fremdwährungsrating für die Ukraine gesenkt. Die Bewertung sei von „B-/B“ mit einem negativen Ausblick herabgestuft worden, teilten die US-Bonitätswächter mit. Hintergrund sei die derzeitige politische Instabilität in dem Land. Seit Wochen demonstrieren Regierungsgegner gegen die Regierung. Präsident Viktor Janukowitsch steht unter anderem wegen eines harten Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in der Kritik. Auslöser war die kurzfristige Ablehnung eines über Jahre hinweg vorbereiteten Abkommens zwischen der Ukraine und der Europäischen Union. Janukowitsch will das Land stattdessen enger an Russland binden. Rating (S&P): „CCC+/C“Ausblick: negativ Quelle: AP
Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat Irland gute Bonitätsnoten in Aussicht gestellt. Der Ausblick für das Rating bleibt positiv. S&P begründete die positive Haltung mit verbesserten Wachstumsaussichten des Landes. Im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2016 erwartet die Agentur ein Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent. Bisher war sie nur von 2,0 Prozent ausgegangen. S&P lobt die Reform- und Sparpolitik des Landes. Die Agentur erwartet eine weiterhin starke Auslandsnachfage und eine anhaltende Erholung der Binnenwirtschaft. Die hohen Investitionen aus dem Ausland stützten die Binnenwirtschaft. Gefahren sieht S&P vor allem noch im Bankensektor. Rating (S&P): A+Ausblick: positiv Quelle: dpa
Portugal droht erst einmal keine weitere Abstufung durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Die Bonitätsnote des Landes stehe nicht mehr unter verschärfter Beobachtung, teilte S&P mit. Portugal dürfte trotz einiger politischer Probleme 2013 das Ziel einer Neuverschuldung von 5,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) erreicht haben, schreiben die Experten. In diesem Jahr will Portugal dann die neuen Schulden auf vier Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung senken. Dies halten die S&P-Experten für möglich. Derzeit bewertet Standard & Poor's Portugal mit der Note „BB“. Das ist die zweite Stufe des sogenannten Ramsch-Niveaus, das spekulative Anlagen kennzeichnen soll. Der grundsätzliche Ausblick bleibe negativ. Rating (S&P): BBAusblick: negativ Quelle: dpa
Alenka Bratušek, seit Anfang 2013 Ministerpräsidentin von Slowenien, muss sich nach wie vor mit einer Bankenkrise und den hohen Schulden ihres Landes befassen. Ein Hilfsprogramm ist nach Einschätzung der EU-Kommission aber nicht von Nöten, solange das Bankensystem reformiert und das Reformtempo hoch gehalten wird. Im Rating von Standard & Poor's schneidet der osteuropäische Staat von den kriselnden noch mit am besten ab. Die Agentur bleibt bei ihrer Einschätzung, dass Sloweniens Kreditwürdigkeit auch künftig stabil bleiben wird. Rating (S&P): A+Ausblick: stabil Quelle: AP
Als Malta 2008 den Euro einführte, war das Land eines der kreditwürdigsten unter den neuen Mitgliedsstaaten. Auch heute gibt es für die Insel noch immer relativ gute Noten. Ratings: BBB+ Ausblick: stabil Quelle: REUTERS

Unabhängig davon, wie das Bundesverfassungsgericht am kommenden Mittwoch über die geplante Ausplünderung des deutschen Steuerzahlers via Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) entscheidet, so werden alle angedachten Gläubigerschutzschirme zu klein sein, um der sich weiter ausbreitenden Solvenzkrise begegnen zu können. So gesehen überrascht es nicht, dass der EZB-Rat schon auf seiner Sitzung gestern – unbegrenzte – Staatsanleihekäufe (natürlich unter Auflagen, die dann später „völlig überraschend“ nicht eingehalten werden können) beschlossenen hat.

Poltische und ökonomische Konsequenzen

Anders jedoch als die amerikanische Zentralbank Fed setzt die EZB damit eine gigantische und undemokratische Umverteilungsmaschinerie zwischen den 17 Nationalstaaten der Eurozone und deren schuldensüchtigen Regierungen in Gang. Das wird politische und ökonomische Konsequenzen haben, die heute kaum abzuschätzen sind. Da beim Geld die Freundschaft bekanntlich aufhört, empfahl der finnische Außenminister Erkki Tuomioja schon mal vorsorglich, dass man sich auf ein Auseinanderbrechen der Eurozone vorbereiten müsse. Und der berühmte US-Ökonom Nouriel Roubini fragte zu Recht, „ob die Entscheidung, das Haus [Europa] aufs Spiel zu setzen, um die Garage [Euro] zu retten, richtig ist?“

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