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Nach Insolvenz Prokon-Gründer Rodbertus ist zurück im Geschäft

Prokon-Gründer Carsten Rodbertus ist zurück: Er berät nun ein Unternehmen, das Millionensummen bei Privatleuten einwerben will. Verbraucherschützer sind entsetzt.

Prokon-Gründer Carsten Rodbertus steht kurz vor der Privatinsolvenz. Quelle: dpa

Wie schon bei Prokon sollen Privatleute ihr Geld nun erneut an ein Unternehmen verleihen. Dieses trägt den Namen „PmK - Projekte mit Konzept für eine lebenswerte Zukunft GmbH“.

Als Berater von PmK soll Prokon-Gründer Carsten Rodbertus fungieren, der vielen Anlegern noch bekannt sein dürfte: Das Windenergieunternehmen hatte im Januar Insolvenz 2014 angemeldet. 75.000 Anleger hatten insgesamt gut 1,5 Milliarden Euro in die Prokon-Genussrechte gesteckt, dem Unternehmen also Kredit gewährt. Bis zu acht Prozent Zinsen waren ihnen von Rodbertus versprochen worden – doch soweit kam es nicht. Stattdessen werden die Anleger wohl 40 bis 70 Prozent ihres Investments verlieren. Das wurde bei der Gläubigerversammlung Ende Juli bekannt. Bereits dort hatte Rodbertus vergeblich versucht, wieder Einfluss auf die weiteren Entwicklungen der Firma zu nehmen.

Bei Anlegern sollten die Alarmglocken läuten, wenn...

Doch die Prokon-Pleite hält Rodbertus offenbar nicht davon ab, neue Interessenten für die „PmK“ zu werben. Auf seiner Webseite erklärt er, „beratend zur Seite“ stehen zu wollen, versichert seinen Kritikern jedoch gleichfalls, „weder Gesellschafter noch Geschäftsführer dieser Gesellschaft, noch angestellter Mitarbeiter“ zu sein.

Dennoch gibt es Unterschiede: Anders als bei Prokon können Anleger bei der PmK keine Genussrechte kaufen, dafür sollen sie der Gesellschaft aber Nachrangdarlehen gewähren. Im Gegenzug erhalten die Anleger eine Rendite von lediglich drei bis fünf Prozent.

Das geht aus einem Spiegel Online-Artikel hervor. Demnach will die PmK laut Zeichnungsunterlagen insgesamt bis zu 250 Millionen Euro einsammeln. Die PmK will in kleine und mittelständische Betriebe investieren, die „nachhaltige, gemeinnützige, soziale oder kulturelle“ Dinge herstellen oder tun.

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Verbraucherschützer hingegen sind entsetzt. „Diese sogenannten qualifizierten Nachrangdarlehen sind bislang gesetzlich völlig unreguliert“, sagt Renate Daum von der Stiftung Warentest gegenüber Spiegel Online. Und auch Kapitalmarktexpertin Ulrike Brendel von der Verbraucherzentrale Bremen ist der Meinung: „Von einer derartigen Anlage raten wir Kleinanlegern grundsätzlich ab.“

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Rodbertus kurz vor der Privatinsolvenz steht.

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