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Nach PR-Stunt Staatsanwaltschaft prüft Verfahren gegen Savedroid

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt prüft nach einer extremen Werbekampagne ein Ermittlungsverfahren gegen das Kryptowährungs-Start-up Savedroid. Quelle: Screenshot

Einen Tag lang war die Website des Fintechs Savedroid offline. Spekulationen über Betrug werden laut. Einen Tag später ist klar: Es ist eine PR-Kampagne. Die könnte für Savedroid nun rechtliche Folgen haben.

Savedroid ist wieder online. Einen Tag lang hat das Frankfurter Start-up mit Gründer Yassin Hankir für ordentlich Aufregung in der Fintech-Branche gesorgt. Website und Kommunikationskanäle für Investoren und Anleger waren nicht erreichbar, niemand vom Team war zu sprechen.

Nun, einen Tag später, ist Savedroids Website wieder da. Mit der Nachricht: Alles in Ordnung, nichts ist passiert. Savedroid-Gründer Hankir wollte Aufmerksamkeit gewinnen - seiner Meinung nach für einen guten Zweck. Der vermutete Betrugsfall entpuppt sich also als Werbekampagne in eigener Sache.

Die könnte nun allerdings rechtliche Folgen für Savedroid haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt prüft ein Ermittlungsverfahren gegen das Kryptowährungs-Start-up. Ein Sprecherin der Behörde sagte am Donnerstag, die Staatsanwaltschaft befasse sich mit den Vorgängen bei Savedroid und entscheide, ob ein Verfahren eingeleitet werde. Savedroid-Gründer Yassin Hankir sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es habe eine polizeiliche Prüfung stattgefunden. Er sehe aber keinen Anlass für Ermittlungen seitens der Staatsanwaltschaft.

Die ganze PR-Show begann am Mittwochmorgen: Auf einmal war die Seite von Savedroid nicht mehr erreichbar. Lediglich ein Bild mit einer Zeichnung aus der TV-Serie „South Park“ erschien noch auf der Seite - mit dem Hinweis „And it’s gone“ – weg ist sie. Ein Savedroid-Anleger, der sich per E-Mail bei der WirtschaftsWoche meldete, sagte, dass auch in der offiziellen Supportgruppe in der Nachrichtenapp Telegram keine Rückmeldung von Vertretern des Start-ups zu bekommen sei. Für Beobachter gab es eigentlich nur drei mögliche Begründungen: Das Start-up wurde Opfer eines Hackerangriffs, das ganze ist ein riesiger PR-Gag, oder das Gründerteam hat sich mit dem Geld der Investoren aus dem Staub gemacht. Ein Tweet aus dem Account von Gründer Hankir, der am Mittwoch um 12.30 Uhr erschien, deutete auf Letzteres hin:

Auch Recherchen der WirtschaftsWoche am Sitz von Savedroid in Frankfurt blieben am Mittwoch ergebnislos - und deuteten am ehesten auf einen Betrugsfall hin. Erreichbar war niemand vom Savedroid-Team.

Seit Donnerstagvormittag ist die Savedroid-Seite nun wieder erreichbar. Auf der Startseite: ein Video von Savedroid-Gründer Hankir mit einer Erklärung - und einer Botschaft. „Wir sind noch da und wir werden auch weiterhin da sein", beginnt Hankir. „Zunächst möchte ich mich für die dramatische Kampagne entschuldigen, die wir hier gestartet haben.“

Es handele sich dabei nicht um einen bösen Scherz, sondern um eine Aufklärungskampagne zum Thema ICO und Kryptowährungen. Savedroid selbst hatte im März eine der größten deutschen Finanzierungsrunden über ein Initial Coin Offering (ICO) hingelegt.


„Wir haben in den vergangenen Monaten gemerkt, dass es extrem viele Betrügereien in der Branche gibt und wir glauben, dass dies erst die Spitze des Eisbergs ist“, begründet Hankir seine Aktion. Deshalb müsse über diese Probleme geredet und aufgeklärt werden. Der PR-Stunt um Savedroid sollte dafür Aufmerksamkeit generieren. Denn die Betrügereien ruinierten letztlich die gesamte Branche, so Hankir. „Deshalb wollten wir diese sehr drastische Methode nutzen, um zu zeigen, dass selbst wir als sehr stark reguliertes deutsches Unternehmen einfach hätten wegrennen können mit allen Investitionen.“

Mit Material von Reuters

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