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Nachhaltige Fonds Investieren in ökologischen Uranabbau

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Freiwillige Vereinbarungen reichen nicht

Bäume im Nationalpark Bayerischer Wald Quelle: dpa

Die Idee eines Siegels oder Mindeststandards stößt aber nicht nur bei Brancheninternen auf Skepsis. Jörg Weber, der die Branche als Chefredakteur des Onlineportals Ecoreporter schon lange beobachtet, glaubt nicht an den Erfolg: „Es wird nie ein Siegel geben, das dem Anleger eine inhaltliche Beschäftigung mit Geldanlage abnimmt“, sagt Weber. Für viele sei es beispielsweise in Ordnung selbst ein Auto zu fahren, aber Aktien der Automobilindustrie möchten sie nicht haben. „Da stecken viele individuelle Entscheidungen hinter.“

Das eigentliche Problem sei auch nicht, dass den Anlegern etwas versprochen werde, das dann nicht gehalten wird, erläutert Weber, sondern dass die Anbieter mit vagen Begriffen arbeiten. „Worte wie ‚nachhaltig’ und ‚erneuerbar’ lösen beim Verbraucher ein bestimmtes Bild aus, das aber mit manchen Aktien im Fonds nicht übereinstimmt.“ Der Anleger werde dadurch häufig in die Irre geführt. Für solche Forderungen nach einer einheitlichen Deklaration und besseren Erklärungen scheint die Branche auch durchaus offen zu sein. „Ein einheitlicher Deklarierungsstandard wäre wichtig“, sagt etwa Ralph Prudent, Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft Ökoworld Lux. „Dadurch könnten Anleger die Produkte besser vergleichen und selbst entscheiden, was ihrem eigenen Verständnis von Nachhaltigkeit entspricht.“

Die Grünen-Politikerin Margarete Bause ist mit solchen Bekenntnissen noch nicht zufrieden: „Freiwillige Vereinbarungen sind schön, sie unterlaufen aber die Transparenz, weil die Sachen nicht vergleichbar sind.“ Eine bessere Vergleichbarkeit könne aber letztlich auch dazu führen, dass der Markt der nachhaltigen Kapitalanlage wächst.

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Wie lange es dauert, bis die Ideen umgesetzt werden, bleibt anzuwarten. „Das Letzte, was wir tun sollten, ist die Studie zu ignorieren, wir sollten froh sein, dass die Politik sich mit dem Thema beschäftigt“, sagt zumindest Björn Drescher, Geschäftsführer der Fondsberatung Drescher & Cie. „Bis es in der Branche tatsächlich ein Umdenken gibt und Begriffe sorgfältiger verwendet werden, wird es bestimmt noch ein bis zwei Jahre dauern“, vermutet der Ecoreporter Jörg Weber. Die Grünen-Vertreterin Margarete Bause klingt dagegen durchaus ambitioniert: „Jetzt ist eine hervorragende Zeit, um den Finanzsektor neu zu regeln und in diesem Zusammenhang auch ökologische, soziale und ethische Kriterien einzuführen.“

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