Negativzinsen Privatkunden drohen höhere Gebühren

Wenn Banken Geld bei der EZB parken, müssen sie dafür mittlerweile einen Strafzins zahlen. Droht dieses Szenario auch normalen Kunden? Ein Bankenverband meint „Nein“ - schließt aber dafür höhere Gebühren nicht aus.

Wo die zufriedensten Bankkunden leben
Santander Quelle: REUTERS
Platz 31: Vereinigte Arabische Emirate Überaus unzufrieden scheinen auch die Bankkunden der Vereinigten Arabischen Emirate zu sein. Im Ranking belegen diese mit 66,6 Punkten, wie auch schon 2015, den vorletzten Platz. Quelle: dpa
Platz 30: MexikoFür das Ranking wurden 16.000 Kunden aus 32 Ländern befragt. Neben diesen Ergebnissen basiert der Report auf qualitativen Daten aus ausführlichen Interviews mit Bankmanagern. Mexiko liegt ebenfalls auf einem der hinteren Plätze. Quelle: REUTERS
Platz 29: JapanBei der Befragung des Vorjahres hielten die japanischen Banken die rote Laterne. 2016 sind die Kunden etwas gnädiger. Rund acht Punkte machen die Japaner gut und rücken damit auf Platz 29. Quelle: REUTERS
Platz 28: ArgentinienDrei Plätze runter geht's für die argentinischen Banken: auf Rang 28. Quelle: REUTERS
Platz 5: SchweizDie Schweizer Banken können im Jahr 2016 die amerikanischen Banken vom fünften Platz verdrängen. Mit 80 Punkten machen sie 6,3 Punkte gut. Quelle: REUTERS
Platz 4: GroßbritannienEin Zuwachs um 0,2 Punkte reicht für Großbritanniens Banken aus, um sich vor die Schweiz auf den vierten Platz zu positionieren. Quelle: REUTERS
Platz 3: Tschechische Republik Verluste im Zufriedenheitsranking machen die Banken der Tschechischen Republik. 80,4 Punkte reichen nur für den dritten Platz. 2015 lagen tschechische Institute auf Rang zwei. Quelle: AP
Platz 2: NiederlandeDie Banken der Niederlande haben einen besonders großen Satz nach vorne gemacht. Vom 17. Platz schossen die Niederländer im World Banking Report 2016 auf zweiten Platz. Punkten konnten die niederländischen Banken vor allem durch Verbesserungen im Kreditkartensektor. Quelle: REUTERS
Platz 1: KanadaNichts geändert hat sich auf dem ersten Platz. In Kanada sind 2016 Bankkunden laut WRB-Ranking am zufriedensten. Im Vergleich zum Vorjahr konnten sie mit 80,9 Punkten ihre Bewertung sogar um zwei Zähler steigern. Quelle: REUTERS
Platz 12: DeutschlandMit vierzehn Prozent ist der Anteil der zufriedenen Bankkunden allerdings am stärksten in Deutschland gestiegen. Der Indexwert kletterte um 6,3 Punkte auf 77,1 von 100 Punkten. Damit verbesserte sich das Land von Platz 22 in 2015 auf aktuell den zwölften Platz unter 32 Ländern. Quelle: dpa

Trotz der Niedrigzinsen müssen Privatleute nach Banken-Angaben nicht fürchten, beim Sparen bald draufzuzahlen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir im Privatkundengeschäft Negativzinsen sehen werden“, sagte der Hautgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, Michael Kemmer, der Deutschen Presse-Agentur. „Dafür ist der Wettbewerb zu hart.“ Höhere Gebühren für Privatkunden schloss Kemmer indes nicht aus.
Der Zinsüberschuss als Hauptertragsquelle der Banken sei erheblich unter Druck geraten, antwortete der Banken-Funktionär auf die Frage nach möglichen Gebührenerhöhungen. Zugleich erhöhten Regulierung und die Digitalisierung Kosten. „Diese Parameter fließen nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen in die individuelle Preisfindung ein.“

Der Instrumentenkasten der EZB

Der Leitzins bei der Europäischen Zentralbank liegt seit Monaten bei null Prozent. Wollen Banken Geld bei der EZB parken, wird sogar ein Negativzins von 0,4 Prozent fällig - das heißt, die Banken zahlen drauf, wenn sie Geld horten. So will die Zentralbank die Kreditvergabe und damit die Wirtschaft ankurbeln.
Negativzinsen für institutionelle Investoren gibt es schon. Kemmer sagte: „Letztlich muss natürlich jedes Institut selbst entscheiden, aber meine persönliche Einschätzung ist, dass der Markt eine Weitergabe von Negativzinsen an Verbraucher kaum zulassen wird.“

Der Verband, der die privaten Banken vertritt, forderte erneut Zinserhöhungen. „Auch die EZB muss deutlich machen, dass die Niedrigzinssituation eine Ausnahme ist und kein Dauerzustand sein darf“, sagte Kemmer. „Die EZB kann den Regierungen nur Zeit kaufen, damit sie ihre Hausaufgaben machen. Aber in dem Moment, in dem sie mit ihren Liquiditätsgaben Zeit kauft, sinkt der Druck auf die Regierungen. Es ist ein gewisser Teufelskreis.“

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