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Neue Finanzregeln MiFID II Jetzt erfahren Sie, wie viel Provision Ihr Anlageberater kassiert

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Schwierigkeiten bei der Umsetzung


In Deutschland erhalten bisher auch Anleger mit geringerem Budget eine Beratung, was mit den Einnahmen aus dem Geschäft mit größeren Kunden subventioniert wird. Die neuen Regeln könnten dazu führen, dass kleinere Banken auf Wertpapierberatung verzichten. Zudem könnten auch Großbanken dazu übergehen, Beratungsleistungen nur noch bei größeren Anlagesummen anzubieten, wie es etwa in Großbritannien üblich ist. Das legen auch Ergebnisse einer Umfrage des Beratungsunternehmens PPI bei Banken nahe, wonach jede sechste Bank Schwierigkeiten mit der Umsetzung der Finanzmarktrichtlinie hat. Als die ursprüngliche Einführungsfrist für den 1. Juli 2016 verschoben wurde, haben die meisten Banken die Umsetzung erst mal auf die lange Bank geschoben. „Die Sünden der Vergangenheit holen die Banken jetzt ein“, sagt Studienautor Christian Appel.

Laut PPI-Umfrage fürchten die Finanzinstitute auch den hohen finanziellen Aufwand durch die neuen Regelungen. Besonders die Aufzeichnung der Telefonberatung gilt als Kostentreiber. 44 Prozent der Befragten befürchten einen Wegfall von Einnahmequellen oder eine Einschränkung des Geschäftsmodells. Darum geht auch jede dritte Bank davon aus, dass sich das Angebot von Produkten mit Festpreisen im Video- oder Telefonbanking reduzieren wird.

Berät ein Banker seinen Kunden per Telefon zur Geldanlage oder nimmt dessen Aktienorders entgegen, muss das Gespräch künftig mitgeschnitten werden. Das ist nicht alles: zusätzlich muss die Aufnahme von den Instituten mindestens fünf Jahre lang aufbewahrt werden. Dafür ist nicht nur zusätzliche Speicherkapazität nötig, in vielen Fällen muss erst mal die ganze Telefonanlage umgerüstet werden. Insgesamt rechnet der Bundesverband der deutschen Banken (BdB) mit zusätzlichen Einmalkosten von einer Milliarde Euro.

Das sind die größten Anlegerfehler
Privatanleger machen vermeidbare Fehler Quelle: REUTERS
Mangelnde Streuung Quelle: REUTERS
Fehler 1: Mangelnde Streuung Quelle: AP
Fehler 1: Mangelnde Streuung - Gegenmittel Quelle: dpa
Fehler 2: Aktien-Picken - Befund Quelle: dpa
Fehler 2: Aktien-Picken - Folgen Quelle: dpa
Fehler 2: Aktien-Picken - Gegenmittel Quelle: dpa

Großbanken wie der Deutschen Bank oder der Commerzbank fällt das Umrüsten da leichter der kleineren Konkurrenz. Da ein Abschied von der telefonischen Beratung für sie nicht in Frage kommt, werden eben ein paar Telefone ausgetauscht. Bei kleinen Häusern steigt dagegen die Gefahr, dass sie sich endgültig aus der telefonischen Beratung und dem Wertpapierhandel zurückziehen.

Bereits in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Institute, die Aktienorders oder Wertpapierberatung per Telefon anbieten, deutlich gesunken. Der Aufwand für die 2010 eingeführten Beratungsprotokolle hat zum Abschied vieler kleinerer Volksbanken und Sparkassen aus dem Wertpapiervertrieb am Telefon geführt.

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Goldbarren vor einer Tresortür. Quelle: REUTERS
Goldbarren Quelle: REUTERS
Goldbarren und Goldmünzen Quelle: dapd
Kleinere Goldbarren Quelle: dpa
Kleinere Goldbarren Quelle: dpa
Goldbarren Quelle: REUTERS
Goldbarren Quelle: dapd


Großbanken wollen daran jedoch auch unter MiFID festhalten. Für Anleger ändere sich nichts, heißt es etwa bei der Commerzbank. Der Sparkassenverband DSGV erklärt, jede Sparkasse müsse für sich entscheiden, ob sich telefonische Beratung für sie weiterhin rechne.

Bei der Frankfurter Sparkasse beispielsweise heißt es, für Verbraucher ändere sich nichts. Dass der Kunde die MiFID-Anpassungen nicht zu spüren kriege liege auch daran, dass der IT-Anbieter der Sparkassen die Umstellung für die gesamte rote Gruppe steuere.

Ob die Kosten der Mifid-Neuerungen am Ende auf den Kunden abgewälzt werden, lässt sich aktuell noch nicht absehen. Vorerst wollen Banken davon nichts wissen. Direktbanken wie die Comdirect halten ihre Kunden ohnehin schon dazu an, Wertpapiere online zu handeln statt per Telefon. Wer in Quickborn am Telefon ordert, zahlt eine pauschale Zusatzgebühr von knapp 15 Euro. Die war allerdings auch schon vor Inkrafttreten der neuen Regeln fällig.

Wer weitere Informationen zu den neuen Finanzregeln sucht, wird beim Bankenverband BdB fündig. Auf der Internetpräsenz des BdB steht eine Liste mit aktuellen Fragen und Antworten für Bankkunden zur Verfügung.

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