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Neuer 20-Euro-Schein Mit neuem Schein gegen falsche Zwanziger

Die Europäische Zentralbank stellt Dienstag in Frankfurt den neuen 20-Euro-Schein vor. Fälscher fürchten ihn offenbar: sie bringen noch schnell massenhaft falsche Zwanziger im alten Design in Umlauf.

Das sind die neuen Euro-Banknoten
Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte die neue "Europa"-Serie der Euro-Scheine im Januar in Frankfurt vor. EZB-Präsident Mario Draghi unterzeichnete symbolisch eine Fünf-Euro-Note und erklärte, die neuen Scheine seien noch haltbarer und sicherer vor Fälschungen. Die neuen Fünf-Euro-Scheine kommen ab dem 2. Mai in Umlauf, die anderen Noten folgen nach und nach. Die neue Serie ähnelt stark der bisherigen, verfügt aber über zusätzliche Sicherheitsmerkmale. Alle alten Euro-Scheine behalten zunächst ihre Gültigkeit. Quelle: dapd
Mehr als zehn Jahre ist es bereits her, dass die ersten Euro-Banknoten ausgegeben wurden. Mit der Zeit sind jedoch auch immer mehr gefälschte Euro-Banknoten in Umlauf gebracht worden – und die Fälschungen wurden zudem immer besser. Dabei hatten die Geldscheine bei ihrer Einführung noch als fälschungssicher gegolten. Im Hologrammband sollen die neuen Scheine ein Porträt der Europa – einer Gestalt aus der griechischen Mythologie und Namensgeberin unseres Kontinents – tragen. So ist Europa unter anderem als Hologramm im Sicherheitsstreifen zu sehen. Dieser wurde neu gestaltet und verbessert. Die EZB bezeichnet die neue Europa-Serie als das Ergebnis von Fortschritten, die in den mehr als zehn Jahren seit der Einführung der ersten Euro-Serie im Bereich Banknoten-Technologie erzielt wurden. Quelle: © Europäische Zentralbank Quelle: Presse
Die Sicherheitsmerkmale konnten weiter verbessert werden; die neuen Euro-Geldscheine werden somit fälschungssicherer sein. Im November 2012 präsentierte die Zentralbank drei der neuen Sicherheitsmerkmale – etwa das Porträt-Wasserzeichen.
Der aufgedruckte Wert der Banknote soll seine Farbe von smaragdgrün in ein tiefes Blau ändern, wenn man den Geldschein etwas neigt. Einen ersten kompletten Geldschein mit den neuen Sicherheitsmerkmalen stellte die EZB im Januar 2013 der Öffentlichkeit vor. Quelle: © Europäische Zentralbank Quelle: Presse
Weitere Neuerungen: An beiden Rändern auf der Vorderseite des 5-Euro-Scheins ist eine Art Riffelung aufgebracht. Das Kürzel für die Europäische Zentralbank ist in neun Sprachen aufgedruckt, bisher waren es fünf. Zudem steht es auf der Vorderseite nicht mehr oben, sondern am linken Rand des Scheins. Und die Oberfläche des Scheins ist wegen einer Speziallackierung relativ glatt. Quelle: dpa
Anfangs werden die beiden Euro-Banknotenserien parallel zueinander im Umlauf sein, dann wird die erste Serie allmählich aus dem Verkehr gezogen und verliert letztlich den Status als gesetzliches Zahlungsmittel. Der Zeitpunkt, zudem dies erfolgt, wird weit im Voraus bekannt gegeben. Ihren Wert behalten die Banknoten der ersten Serie für immer und können daher jederzeit bei den nationalen Zentralbanken des Eurosystems – hierzulande bei der Bundesbank und ihren Zweigstellen - umgetauscht werden. Quelle: dpa

140 Schüler haben den runderneuerten 20-Euro-Schein schon in der Vorweihnachtszeit zu sehen bekommen: Als Bundesbankpräsident Jens Weidmann Mitte Dezember sechs Schulklassen im Frankfurter Stammsitz begrüßte, präsentierte er den jungen Leuten auch gleich den Zwanziger der zweiten Generation. Kameras waren allerdings nicht erlaubt. Vor der offiziellen Präsentation der neuen Banknote durch die Europäische Zentralbank an diesem Dienstag sollte kein Foto der Banknote nach außen dringen.

Die monatelange Geheimhaltung hat für die Notenbanken zwei Vorteile: Zum einen sichert sie die hohe Aufmerksamkeit der Medienvertreter am Tag der Präsentation, zum anderen erhalten Fälscher so wenig Gelegenheit wie möglich, sich mit der neuen Banknote zu beschäftigen.

Wann der Schein in Umlauf kommt, ist noch geheim

Hersteller von Banknotenbearbeitungsgeräten – etwa Geldzählmaschinen oder Banknotenscannern – haben schon am 6. Februar in der italienischen Zentralbank Banco d’Italia ein Seminar zu neuen Sicherheitsmerkmalen der 20-Euro-Scheine bekommen. Nach der offiziellen Vorstellung erhalten sie die ersten Zwanziger zum Testen ihrer Geräte.

So sieht der neue 10-Euro-Schein aus
Neuer 10-Euro-Schein Vorderseite Quelle: PR
Neuer 10-Euro-Schein Rückseite Quelle: PR
Hologramm 10-Euro-Schein Quelle: PR
Hologramm Portrait schief Quelle: PR
Hologramm Porträt gerade 10-Euro-Schein Quelle: PR
Erhabener Druck für Blinde 10-Euro-Schein Quelle: PR
Wasserzeichen 10-Euro-Schein Quelle: PR

Im vorigen Jahr tauchten neue Zehn-Euro-Scheine schon vor ihrer Einführung im Geldkreislauf auf. Sie waren einem Hamburger Hersteller von Geldzählmaschinen bei einem Einbruch gestohlen worden. Später hatte eine Gruppe junger Männer damit einen Taxifahrer bezahlt. Der 20-Euro-Schein ist der dritte in der neuen „Europa-Serie“. Seit Anfang Mai 2013 ist der überarbeitete Fünfer im Umlauf, seit 23. September 2014 der neue Zehner. Bislang ist die Einführung des Geldscheins laut EZB für den Herbst geplant. Ein genaues Datum will Notenbank-Präsident Mario Draghi bei der Präsentation in Frankfurt verkünden.

Nach und nach wollen die Zentralbanken die zweite Euro-Generation seit Einführung des gemeinsamen europäischen Bargelds 2002 vervollständigen. Die bisherigen Euro-Banknoten bleiben gültig und werden im Laufe der Zeit ausgetauscht.

Besserer Fälschungsschutz erhofft

Die Scheine unterscheiden sich vor allem durch veränderte Sicherheitsmerkmale von ihren Vorgängern, zum Beispiel durch ein auffälligeres Wasserzeichen und ein Hologrammband. Europas Währungshüter versprechen sich dadurch besseren Schutz vor Falschgeld - schließlich sind auch Kriminelle erfinderisch. 2014 brachten Geldfälscher deutlich mehr Euro-Blüten in Umlauf als im Vorjahr, vor allem falsche Zwanziger und Fünfziger.

Das Problem: Auch die neuen Fünfer und Zehner werden bereits kopiert: Der Leiter des Nationalen Analysezentrums der Bundesbank, Rainer Elm, schätzt, dass etwa fünf Prozent der knapp 2400 im vergangenen Jahr sichergestellten Zehner-Blüten Versuche waren, den neuen Schein zu imitieren.

Wie erkenne ich Falschgeld?

Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele ist dennoch optimistisch: „Mit der neuen Europa-Serie wird die Sicherheit der Banknoten weiter erhöht.“ Ob das die Arbeit der kriminellen Fälscherbanden erschwert, wird sich zeigen. Lohnen würde es sich: Im zweiten Halbjahr 2014 waren 60 Prozent aller weltweit aufgespürten Blüten Zwanzig-Euro-Noten.


3,3 Millionen Euro Schaden durch Falschgeld

Und der Schaden durch Blüten ist immens: Allein in Deutschland stieg der Schaden von 2,1 Millionen Euro im Vorjahr auf 3,3 Millionen Euro. Dabei setzten Kriminelle verstärkt auf falsche Fünfziger: Mit gut 29.000 Scheinen wurden fast doppelt so viele 50-Euro-Blüten sichergestellt wie 2013. Insgesamt machten 20- und 50-Euro-Scheine 82 Prozent des Falschgeldaufkommens aus, weltweit sogar 86 Prozent.

Die Bundesbank begründete die Entwicklung damit, dass die Fälscher beim Vertrieb aktiver geworden seien.

Vor allem kriminelle Banden sind der Bundesbank zufolge verantwortlich für das Falschgeld in Deutschland. „Das sind alte Bekannte - es handelt sich um Fälschungen, die schon seit etlichen Jahren aus Südeuropa nach Deutschland kommen“, sagt Elm.

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Elm betonte aber auch: „Die Fälschungen sind nicht besser geworden.“ Die Bundesbank ruft Verbraucher und Kassierer im Handel dazu auf, Banknoten stets aufmerksam zu prüfen. Denn: Für Falschgeld gibt es keinen Ersatz. Und wer wissentlich mit Falschgeld bezahlt, macht sich strafbar.

Rein rechnerisch entfielen vergangenes Jahr acht falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner, 2013 waren es noch fünf. Thiele betonte dennoch, dass die meisten Menschen niemals eine Blüte sehen werden: „Man muss statistisch fast 1250 Jahre alt werden, um mit einer gefälschten Banknote in Berührung zu kommen.“

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