WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Ölpreis Saudi-Arabien will Förderung drosseln

Saudi-Arabien will Öl-Förderung drosseln Quelle: AP

Saudi-Arabien hat nach einer Zeit sehr niedriger Preise in den vergangenen Jahren Interesse an höheren Erlösen aus seiner Erdölförderung. Nun will der weltweit größte Öl-Exporteur deshalb die Förderung drosseln.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Saudi-Arabien hat eine Drosselung seiner Erdölförderung angekündigt. Der weltweit größte Öl-Exporteur wolle im Dezember pro Tag 500.000 Barrel weniger produzieren, sagte Energieminister Chaled al-Falih am Sonntag dem saudinahen Nachrichtenkanal Al-Arabija zufolge. Die aktuelle Förderquote liegt nach einer Erhöhung im Oktober bei 10,7 Millionen Barrel pro Tag. Die Kürzung entspricht damit knapp fünf Prozent der derzeitigen Förderung und soll den Preisverfall seit Anfang Oktober stoppen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete vor wenigen Wochen noch mehr als 85 US-Dollar und fiel bis jetzt auf etwa 70 Dollar.

Die Ölpreise haben sich am Montag spürbar von ihren starken Verlusten in den vergangenen Wochen erholen können. Händler nannten Hinweise auf Produktionskürzungen als Grund. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zwischenzeitlich 71,88 US-Dollar, das waren 1,70 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg derweil um bis zu 1,09 Dollar auf 61,28 Dollar. Beide konnten das große Plus aber nicht halten und standen am Nachmittag bei 70,99 beziehungsweise 60,50 Dollar.

Am Wochenende waren neben Saudi-Arabiens Ankündigung weitere deutliche Signale zu vernehmen, die auf ein vermindertes Rohölangebot hindeuten. Äußerungen aus den Reihen des Ölkartells Opec lassen darauf schließen, dass die Förderung im kommenden Jahr sinken könnte. Entsprechende Hinweise hatte ein wichtiges Erdölkomitee des Verbunds „Opec Plus“ - bestehend aus der Opec und weiteren großen Förderstaaten - am Wochenende geliefert.

Die Maßnahme Saudi-Arabiens dürfte vor allem US-Präsident Donald Trump nicht gefallen: Dieser vertritt seit längerem die Position, das Erdölkartell Opec treibe mit seiner Angebotspolitik die Erdölpreise nach oben. Trump hatte die Opec in den vergangenen Monaten mehrfach aufgefordert, Maßnahmen zur Senkung der Rohölpreise zu ergreifen. Saudi-Arabien hat dagegen nach einer Zeit sehr niedriger Preise in den vergangenen Jahren Interesse an höheren Erlösen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%