Ottes Orderbuch

Die besten Investments im Cloud-Business

Max Otte Quelle: dpa Picture-Alliance
Max Otte Ökonom, Professor

Das Cloud-Business ist eine stark wachsende Branche. Davon profitieren auch Anleger. Wer in die richtigen Anbieter investiert, kann von deren zunehmender Marktmacht profitieren.

Hier nutzen Sie die Wolke, ohne es zu wissen
Dropbox, Google Drive, Apple iCloud Quelle: dpa
GMX AOL Google Mail Quelle: dpa
Cloud Gaming Quelle: AP
Google Docs Microsoft Office Quelle: REUTERS
Adobe Kreativ-Programme Quelle: AP
Musik-StreamingAuch wer Musik-Streaming-Dienste wie Spotify, Napster oder Apple Music nutzt, befindet sich in der Cloud. Bei all diesen Streaming-Diensten werden Millionen Musik-Titel auf Servern gelagert, auf die der Nutzer von seinem Endgerät aus zugreift. Dafür muss er entweder ein monatliches Entgelt bezahlen oder die kostenlosen Alternativangebote nutzen. Bei Spotify kann der Nutzer zum Beispiel die Gebühren einsparen, wenn er bereit ist, zwischendurch von Werbung beschallt zu werden. Quelle: dpa
Serien-StreamingFilme und Serien werden ebenfalls immer öfter über das Netz angesehen. Anbieter wie Netflix, Sky Go, Watchever, Amazone Prime und Maxdome erlauben den Zugriff auf tausende Filme und Serien. Auch hier zahlen Nutzer eine monatliche Gebühr und können dafür so viel schauen, wie sie möchten. Quelle: dpa

Früher wurden Brücken vor allem vom Staat besetzt – oder von Wegelagerern. In Preußen und später in der sozialen Marktwirtschaft hat der Staat sich dem Gemeinwohl verschrieben und die Preise für solche öffentlichen Güter wie Elektrizität, Telefonie oder Wasser reguliert. Heute nutzt jeder Anbieter seine Macht gegenüber Kunden, so gut er kann. Und immer weniger Güter werden im allgemeinen Interesse reguliert. Das gilt auch für die Zukunftsbranchen. Wer die Brücken des Informationszeitalters kontrolliert, wird prächtig verdienen.

Eine solche Brücke und stark wachsende Branche ist das Cloud-Business. Immer mehr Daten und Programme wandern von der computereigenen Festplatte weg auf irgendwelche virtuellen Server. Für Nutzer ist das freilich praktisch. Vor allem die Synchronisationsmöglichkeiten mit allen mobilen Geräten und die damit ständige Verfügbarkeit der eigenen Daten vereinfachen die Nutzung und erwecken dabei gleichzeitig ein Gefühl von „Freiheit“. Doch von „Freiheit“ kann hier eigentlich keine Rede sein. Abgesehen davon, dass hierdurch die totale Kontrolle durch NSA und Co ermöglicht wird, hat das Ganze auch für die Anbieter dieser Cloud-Services erhebliche Vorteile: sie können ihre Kunden kontrollieren und durch ihre Dienstleitungen Computing Power und Software kräftig und gezielt an der Preisschraube drehen.

Vor- und Nachteile des Cloud Computing

Anleger aufgepasst

Jetzt verstehen Sie vielleicht auch, warum die großen Konzerne wie IBM oder Cisco Systems so kräftig die Werbetrommel für die Cloud rühren. Solange die europäische Politik so machtlos ist, wie sie ist, wird sich diese Entwicklung nicht aufhalten lassen. Die Cloud wird also ein veritabler Wirtschaftsfaktor. Dies bietet gleichzeitig auch Chancen für Anleger, wenn Sie auf die in diesem Business führenden Anbieter setzen.

Anbieter Nummer 1 im Cloud-Business ist – nahezu unbemerkt – Amazon. Das Unternehmen hat mit seinen Amazon Web Services (AWS) derzeit einen Marktanteil von 29 Prozent. Nummer 2 ist Microsoft mit elf Prozent, gefolgt von IBM (sieben Prozent) und Google (fünf Prozent).

Amazon ist ein Unternehmen, das wirklich schwierig zu bewerten ist. Jeff Bezos setzt voll auf die Zukunft und vernachlässigt Gewinn und Cash Flow mehr oder weniger komplett. Bis jetzt hat die Strategie funktioniert. Ich fand das Unternehmen dennoch immer zu schwierig zu bewerten.

In Arbeit
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Auch wenn ich die Entwicklung der totalen Vernetzung, dem Internet der Dinge und anderem mit wachsamer Skepsis begegne – all dies mag wie die Cloud praktisch sein, beraubt uns aber unserer Selbstbestimmung und macht uns immer gläserner, kommen Investoren an Unternehmen wie Google und anderen US-Konzernen nicht vorbei, wenn sie an wachstumsstarken Branchen beteiligt sein wollen. Leider hinken deutsche Unternehmen hier weit hinterher – und überhaupt ist unter den führenden Anbietern von Cloudservices leider kein europäisches Unternehmen.

Nach dem kürzlich erfolgten steilen Kursanstieg von Google ist die Aktie derzeit im Bereich der fairen Bewertung. Damit ist das Papier aber noch nicht überteuert. Auch IBM und Microsoft sind von der Bewertung her noch interessant. Microsoft hatte zwar im Cloud-Business einen späten Start, kann aber seine bestehende riesige Basis an fest installierten Programmen nutzen und ist dabei, Amazons Vorsprung Schritt für Schritt zu verringern.

Max Otte ist Herausgeber des Börsenbriefs "Der Privatinvestor" und berät den Max Otte Vermögensbildungsfonds für Privatanleger (WKN A1J3AM)), der nach seiner Strategie und Methode der Königsanalyse investiert.

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