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Pimco-Anleihefonds Konkurrenz hängt Bond-König Bill Gross ab

Lange war die Allianz-Tochter Pimco bei Anleihefonds das Maß der Dinge. Aber nach schwacher Fondsentwicklung in 2013 und im ersten Quartal 2014 sowie Management-Querelen wenden sich Anleger ab.

Bill Gross, Gründer und Chef der kalifornischen Investmentgesellschaft Pimco, gilt als mächtigster Anleiheninvestor der Welt. Sein enormer Erfolg über viele Jahre brachte ihm die Bezeichnung Bond-König ein. Doch der Glanz des Börsengurus verblasst. Quelle: REUTERS

Die Allianz-Fondstochter Pacific Investment Management Co. (Pimco) bleibt mit ihrem wichtigsten Aushängeschild auch im neuen Jahr deutlich hinter der Konkurrenz zurück. Der Anleihefonds Total Return, gemanagt von Pimco-Gründer Bill Gross, komme zwar seit Jahresbeginn - mit Stichtag 27. März - auf ein Plus von 1,28 Prozent, rechneten die Analysten von Morningstar am vergangenen Freitag vor. Allerdings schnitten 87 Prozent der Rivalen besser ab. Als Gründe für die anhaltende Formschwäche vermutet Analyst Eric Jacobson eine Untergewichtung des Fonds in US-Unternehmensanleihen und die Tatsache, dass Gross zuletzt vor allem auf kurze Laufzeiten setzte.

Pimco steht im Moment unter besonderer Beobachtung, weil der Total Return Fonds schon länger unter den Erwartungen bleibt und die Anleger zuletzt Milliarden abzogen. Besonders viele Schlagzeilen produzierte die kalifornische Investmentgesellschaft zudem im Januar, als Gross' langjähriger Kompagnon Mohamed El-Erian überraschend das Handtuch warf. Seither kursieren Berichte über ein Zerwürfnis der beiden Manager. Die Allianz hat sich zu den Hintergründen von El-Erians Abgang nicht näher geäußert. Sie will ihn als "Chief Economic Advisor" im Konzern halten und stellte Gross sechs stellvertretende Anlagechefs zur Seite, damit Pimco keine "One Man Show" mehr ist, wie Allianz-Chef Michael Diekmann auf der Bilanzpressekonferenz mahnte. Der Abgang des 55-Jährigen löste den Umbau im Management der Vermögensverwaltungsgesellschaft aus.

Großinvestoren machen Druck

Mit einem verwalteten Vermögen von fast zwei Billionen Dollar bildet Pimco das Rückgrat der Vermögensverwaltung der Allianz. Nicht nur Analysten, auch die großen Aktionäre des Versicherungskonzerns schauen deshalb aktuell sehr genau hin, wie sich diese Sparte entwickelt.

Einer der zehn größten Investoren erwägt, die Probleme bei der einstigen Vorzeigetochter der Allianz auf der anstehenden Hauptversammlung am 7. Mai zu thematisieren, wie aus Finanzkreisen verlautete. Ein anderer Top-Ten-Aktionär setzt eher auf Gespräche mit dem Allianz-Vorstand hinter verschlossenen Türen. Aber auch hier dürfte Tacheles geredet werden: "Die Leine, an der Pimco liegt, ist offensichtlich zu lang, denn die Leistung stimmt nicht mehr", kritisierte ein Fondsmanager. Die Allianz wollte sich zur Stimmung unter den Großinvestoren nicht äußern.

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