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Prognosen für 2013 Goldman Sachs rät zum Kauf von riskanteren Anleihen

Während die Aussichten für Unternehmensgewinne rosig sind, sehen die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs für die europäische Wirtschaft eher schwarz. Auch das Inflationsgespenst kommt wieder zum Vorschein.

Für die Analysten von Goldman Sachs ist das Ende der Krise noch nicht in Sicht. Quelle: dapd

Die Analysten von Goldman Sachs raten Anlegern zu mehr Risiko bei Anleiheinvestments. Steigende Unternehmensgewinne sorgten dafür, dass sich sowohl Investments in Aktien als auch in riskantere Anleihen lohnen dürften. Auf der jährlichen Strategiekonferenz der Investmentbank prognostizierte Chef-Aktienstratege Peter Oppenheimer für 2013 trotz einer bestenfalls stagnierenden europäischen Konjunktur einen Anstieg der Unternehmensgewinne um neun Prozent. Im darauffolgenden Jahr sei sogar ein Plus von zwölf Prozent zu erwarten.

Entscheidend sei dabei vor allem das außereuropäische Geschäft, fügte der Goldman-Experte hinzu. Denn in allen Welt-Regionen zögen die Unternehmensgewinne an. In Asien könne sogar mit zweistelligen prozentualen Zuwachsraten gerechnet werden. Deshalb böten Anleihen im BBB-Bereich laut Oppenheimer Chancen für Anleger, schreibt das "Wall Street Journal Deutschland". Als weniger attraktiv bewertet Oppenheimer dagegen Staatsanleihen der großen Märkte wie Deutschland oder den USA. Hier würden die Renditen weiterhin niedrig bleiben.

Inflation im Anmarsch

Schuld sind unter anderem die niedrigen Leitzinsen. Die Goldman-Analysten rechnen auch 2013 mit einer Fortsetzung der lockeren Geldpolitik durch die Zentralbanken. Das berge erhebliche Gefahren. Insbesondere Deutschland steuert demnach auf einen rasanten Anstieg der Inflation zu. Die Teuerungsrate könne auf vier bis fünf Prozent steigen, sagte Deutschland-Chefvolkswirt Dirk Schumacher im Rahmen der Konferenz am Donnerstag in Frankfurt. "Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ist zu locker für Deutschland." Dies berge die Gefahr einer Überhitzung der hiesigen Konjunktur.

Allerdings zeigte auch Schumacher Verständnis für das Dilemma der EZB. Die Notenbanker müssten das große Ganze im Blick behalten. Wegen der schwächelnden Konjunktur in vielen anderen europäischen Staaten seien Zinserhöhungen derzeit kein Thema. Außerdem werde die Inflation in der Euro-Zone insgesamt voraussichtlich auf dem aktuellen Niveau von rund zwei Prozent bleiben. 2012 zogen die Verbraucherpreise in Deutschland um 2,0 Prozent an, für dieses Jahr sagt die Bundesbank 1,5 Prozent voraus.

Schuldenkrise bleibt präsent
Gleichzeitig rechnen die Analysten nicht mit einem schnellen Abgang der Schuldenkrise von Europas Wirtschaftsbühne. Frühestens nach 2016 sei eine deutlichen Erholung der europäischen Wirtschaft möglich. Die Sanierung der Staatsfinanzen komme nicht so schnell voran wie gedacht, sagte Huw Pill, Chef-Volkswirt für Europa. Ein Grund dafür sei, dass die Aussicht auf unbegrenzte Anleihe-Käufe der Europäischen Zentralbank (EZB) den Reformdruck verringert habe.

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2013 werde die Wirtschaftsleistung der Euro-Zone um 0,2 Prozent zurückgehen, prognostizierte Pill. In den darauffolgenden Jahren werde sie zwar wieder zunehmen, jedoch nur unterdurchschnittlich. Weltweit werde die Konjunktur bereits ab der zweiten Hälfte 2013 anziehen, fügte der Goldman-Volkswirt hinzu. Triebfedern seien die beiden größten Volkswirtschaften USA und China.

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