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Ranking Online-Depotanbieter Die Detailergebnisse des Broker-Rankings

Privatanleger benötigen für Wertpapiergeschäfte ein Depotkonto. Das exklusive Ranking der WirtschaftsWoche zeigt die besten Onlinebroker für alle Anlageklassen - hier mit allen Tabellen zu den Bewertungen.

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Blick in den Handelssaal der Börse Frankfurt Quelle: dpa

Wann immer deutsche Sparer in Zeiten des Nullzinses einen Anbieter finden, der ihnen für einige Monate Bonuszinsen für die Eröffnung eines neuen Kontos zahlt, nehmen sie ihr Erspartes und schleppen es digital zum nächsten Anbieter.

Trotz Identifizierung bei der Post oder Online klappt das meist schnell und reibungslos. Aber wer hat schon einmal alle seine Aktien, Fondssparpläne und Anleihen zusammengepackt, um zu einem besseren Onlinebroker zu wechseln?

Dabei geht auch das bei vielen Anbietern mittlerweile automatisiert. 1822direkt, Banx Broker, DKB und die Postbank lesen die Kundendaten automatisch ein, Anleger müssen nicht einmal mehr die Kennnummern ihrer Wertpapiere übertragen. Einige Anbieter locken neue Depotkunden gar mit Vorteilen an anderer Stelle, etwa einem Zinsbonus aufs Tagesgeld.

Ein Wechsel kann sich lohnen. Das Deutsche Kundeninstitut hat im Auftrag der WirtschaftsWoche unter 15 Anbietern den besten Onlinebroker identifiziert. Das Ranking bietet nicht nur Neukunden eine wertvolle Entscheidungshilfe.

Auch für erfahrene Anleger lohnt es sich, die Konditionen ihrer Depotbank zu vergleichen. Denn unser Test zeigt, dass die Börsengebühren für eine Aktienorder beim teuersten Anbieter im Ranking mehr als das Zehnfache der Gebühr beim günstigsten Anbieter betragen. Dafür bietet der günstigere Broker keine so große Auswahl an Handelsplätzen. Wer bietet nun das bessere Gesamtpaket für welchen Anleger? Genau hier soll unser Ranking Orientierung bieten.

Das Ranking unter Deutschlands größten Anbietern und einigen Spezialisten deckt vor allem die Bedürfnisse von Langfristanlegern ab, die breit gestreut investieren. Dafür wurden zwei Musterfälle betrachtet: ein Gelegenheitsanleger, der fünf Aufträge im Quartal ausführt, und ein Anleger, der mit 40 Aufträgen im Monat deutlich häufiger handelt. Aus Teilwertungen für die vier Kategorien Aktien, ETFs/Fonds, Anleihen und Zertifikate wurde am Schluss eine Gesamtwertung errechnet.

Ausschlaggebend im Ranking war das Angebot an handelbaren Wertpapieren: Wie viele Aktien, Anleihen, aktive Fonds und ETF-Indexfonds bietet der Broker? Wie viele Zertifikate? Zusätzlich wurde bewertet, wie Kunden mit Sparplänen regelmäßig investieren können. Die Wertung im Bereich Angebot machte 40 Prozent der Gesamtnote aus.


Mit ebenfalls 40 Prozent flossen die Konditionen ein: Müssen Kunden Depotgebühren zahlen? Wie hoch ist der Zuschlag, wenn sie per Telefon ordern? Was kostet der Handel an ausländischen Börsen? Und wie hoch sind die Gebühren, wenn Aufträge in mehreren Teilen ausgeführt werden müssen (Teilausführung)? Auch Rabatte für Vieltrader flossen mit in das Ranking ein.

Als dritter Faktor bestimmte der Kundenservice zu 20 Prozent die Gesamtwertung: Wie schnell und ausführlich erhalten Kunden Infos an der Telefonhotline? Können sie per E-Mail Hilfe anfragen? Und welche Informationen oder Wertpapierseminare erhalten sie auf der Website des Anbieters?
In einer Kundenbefragung konnten die Anbieter Bonuspunkte sammeln. So sollte sichergestellt werden, dass ein als gut bewertetes Angebot auch im Praxistest überzeugt.

Auf den folgenden Seiten präsentieren wir das beste Gesamtpaket aller Onlinebroker sowie die besten Anbieter in einzelnen Anlageklassen.

Bestes Gesamtpaket mit kleinem Makel

Gesamtsieger in unserem Ranking ist Onvista: Mit seinem Fünf-Euro-Festpreis-Angebot konnte der Anbieter in drei von fünf Kategorien am besten abschneiden und erhielt die höchste Bewertung im Kundenvotum.

In dieser Depotvariante kostet jede Order fünf Euro und es fallen keine zusätzlichen Gebühren bei Teilausführung an.

So haben wir getestet

Der EU-Auslandshandel mit 25 Euro für eine Order ist bei Onvista ebenfalls vergleichsweise günstig. DKB und Targobank langen hier mit über 70 Euro richtig zu.

Bester Aktienbroker

Für Anleger mit Aktienfokus bietet Comdirect das beste Angebot im Test, knapp vor Banx Broker. Gesamtsieger Onvista muss sich in dieser Kategorie mit einem dritten Platz begnügen.

Anleger erhalten bei Comdirect kostenlos Zugang zu Echtzeitkursen und -charts, Einblick in das Xetra-Orderbuch und können Aktiensparpläne anlegen.

Das ist bei der Postbank als letztplatziertem Anbieter in dieser Kategorie nicht möglich. Wichtig für gut Bewertungen war auch, dass Anleger mit Comdirect und vielen anderen Anbietern Zugang zu allen getesteten deutschen Handelsplätzen bekommen: Xetra, Tradegate sowie die Börsen Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf und München).

So haben wir getestet

Wie groß die Preisunterschiede zwischen den Anbietern sein können, zeigt ein Blick auf die Ordergebühr an der Börse: Ein Gelegenheitstrader zahlt bei Degiro 2,80 Euro für eine Aktienorder über 10 000 Euro. Kein Anbieter im Ranking ist billiger. Im Durchschnitt kommen alle anderen untersuchten Broker der Studie bei dieser Ordergröße auf 20,66 Euro Gebühr. Der Sparkassen Broker (SBroker) verlangt mit gut 31 Euro am meisten, mehr als das Zehnfache der Degiro-Gebühr.

Weil Onvista den Kunden auf seinen Seiten nur mäßige Zusatzangebote liefert und bei der Bewertung des Kundenservice im Mittelfeld landete, gab es hier trotz guter Konditionen und gutem Angebot keinen Spitzenplatz.

Bester Anleihebroker

Im Anleiheranking konnte Degiro mit der Auswahl der verfügbaren Wertpapiere nicht überzeugen: Neben Anleihen im Ausland stehen den Anlegern nur 2000 Anleihen an der Börse Frankfurt zur Verfügung. Bei den meisten anderen Anbietern im Test lassen sich alle Anleihen handeln, die an deutschen und ausländischen Börsenplätzen zur Verfügung stehen.

So haben wir getestet

Dafür überzeugt Degiro in unserem Musterfall mit niedrigen Gebühren: Eine Order über 1000 Euro im EU-Ausland gibt es schon für 4,40 Euro. Bei der Targobank kann der Auslandshandel mit mindestens 70 Euro und zusätzlichen Gebühren ordentlich ins Gewicht schlagen, nur bei der DKB fallen mit 75 Euro je Auftrag noch höhere Kosten für Anleger an.

Bester Anbieter für Fonds, ETFs und Zertifikate

Beim Testsieger Onvista können Kunden 9500 Fonds ohne Ausgabeaufschlag kaufen - an allen sechs deutschen Börsenplätzen. Darüber hinaus bietet Onvista ein breites Angebot an Fonds- und ETF-Sparplänen. Zum Vergleich: Comdirect bietet mit 26 000 Fonds zwar eine deutlich größere Auswahl, aber nur ein Sechstel davon ohne Ausgabeaufschlag.

So haben wir getestet

Die geringste Auswahl in dieser Kategorie bietet erneut Degiro an (1300 Wertpapiere ohne Ausgabeaufschlag), dicht gefolgt von der Postbank mit 2828 Fonds, bei denen Anleger für knapp 190 keinen Ausgabeaufschlag zahlen müssen. Neben Onvista bietet auch Flatex besonders günstige Konditionen für den Handel von ETFs und Fonds an.

Auch in der Kategorie Zertifikate konnte Onvista mit seinem Angebot überzeugen. Anleger können über Tradegate und die Börsen in Stuttgart, Frankfurt, München und Düsseldorf handeln; auch außerbörslicher Handel ist bei Onvista möglich. Mehr Auswahl gibt es für Anleger in dieser Kategorie nur noch bei der Consorsbank.

Die DKB ermöglicht ihren Kunden zwar wie Onvista auch, Sparpläne für Zertifikate anzulegen, aber ihnen stehen zum Handel nur die Börsen in Stuttgart und Frankfurt zur Verfügung.

Wer die Kunden überzeugen kann

Nach kleinen Schwächen im Aktienranking muss sich Gesamtsieger Onvista auch beim Kundenservice anderen Onlinebrokern geschlagen geben, schafft es mit einer ordentlichen Bewertung nur ins Mittelfeld.

Kunden scheinen dennoch vom Angebot überzeugt, denn die Aussagen aktueller Onvista-Kunden zur Zufriedenheit mit ihrem Broker führten zur höchsten Punktzahl in der Bonuswertung. Insbesondere das Produktangebot, Preisleistungsverhältnis und den Service schätzten die Onvista-Kunden. Die Bedienbarkeit ihrer Handelsplattform lobten vor allem Kunden der ING-Diba.

So haben wir getestet

Wer nur selten handelt oder kleine Beträge anlegen will, muss aufpassen. Während die Depots der meisten getesteten Broker kostenlos sind, verlangt ein Drittel von Kunden eine Gebühr, sofern sie etwa bestimmte Vorgaben wie eine Mindestanzahl an Aufträgen je Quartal oder eine Mindestsumme auf ihrem Konto unterschreiten. Mit 4,71 Euro im Quartal ist die Gebühr für Postbankkunden noch relativ günstig, 1822direkt verlangt 2,50 Euro monatlich.
Und wer einmal Hilfe benötigt, bekommt die am Telefon nur bei Captrader und dem SBroker über eine kostenlose 0800-Telefonnummer. Alternativ bietet knapp die Hälfte der Broker Hilfe über einen Live-Chat. In unserem Test dauerte die Beantwortung von Fragen dort durchschnittlich zwei Minuten.

Der Test zeigt: Anleger sollten bei der Wahl des passenden Anbieters auch darauf achten, was sie wirklich nutzen wollen. Zu unterschiedlich sind die Leistungen der einzelnen Anbieter in den verschiedenen Anlageklassen. So schneidet der Anbieter Degiro im Ranking zwar nur mit der Gesamtnote „befriedigend“ ab, weil das Wertpapierangebot im Vergleich zu anderen Brokern eingeschränkt ist: Anleger können über Degiro rund 20 000 Aktien handeln, nur an den zwei deutschen Handelsplätzen Xetra und Börse Frankfurt.

Doch für alle, denen das völlig reicht, punktet Degiro mit extrem niedrigen Gebühren und erreicht bei den Konditionen in unserer Wertung immer Spitzenplätze.

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