WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Reich werden auf die gute Art Vermögenstipps vom Geistlichen

Eigentlich ist die Kirche den Armen näher als den Reichen. Dennoch gibt Alt-Abt Gregor Henckel von Donnersmarck in seinem Buch Tipps zum Reich werden. Was der Geistliche von Luxus hält und welche Reichtums-Tipps er hat.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Ausgerechnet ein Geistlicher gibt Vermögenstipps. Quelle: dpa

Wer an Reichtum und Vermögenstipps denkt, hat vermutlich eher die Frankfurter Skyline vor Augen, als eine Kirche. Dennoch plädiert Alt-Abt Gregor Henckel von Donnersmarck für gottgewollten Reichtum. In seinem neuen Buch "Reich werden auf die gute Art" gibt der ehemalige Abt des österreichischen Stiftes Heiligenkreuz geistliche Vermögenstipps. Das stiftet Verwunderung, schließlich ist gerade die Katholische Kirche nicht gerade als Vermögensberatung bekannt.

Besonders Papst Franziskus wird für seine Sparsamkeit geschätzt, statt mit der Limousine fährt der Südamerikaner gerne mit dem Kleinwagen vor und setzt sich stark für die Armen der Welt ein. Kein Wunder also, dass die Katholische Kirche zunächst verstört auf das Buchprojekt des österreichischen Abtes reagierte. Insbesondere der zunächst geplante Buchtitel "Cash mit Gott" verstörte die Kirchenoberhäupter, zunächst sollte Henckel von Donnersmarck die Druckerlaubnis entzogen werden. So ist der neue Titel "Reich werden auf die gute Art" ein weniger provokativer Kompromiss. Der Autor selber rechtfertigt sein Werk damit, dass Reichtum, der auf moralisch einwandfreier Art zustande gekommen ist, der Gesellschaft durchaus weiterhilft. Etwa durch Reiche, die mit Spenden wiederum die Armen unterstützen.

Buchcover zu

Chartstürmer

Schon vor Erscheinen seines geistlichen Vermögensratgebers war Henckel von Donnersmarck als, sagen wir, etwas unkonventioneller Abt bekannt. Denn nach seinem Welthandelsstudium startete Henckel von Donnersmarck seine Karriere zunächst als Manager bei Schenker, war dort unter anderem für die Geschicke des Logistikunternehmens in Spanien verantwortlich. Da ihm während seiner Karriere in der Wirtschaft die Zeit fürs geistliche fehlte, trat er mit 35 Jahren in den Zisterzienserorden ein. Seit 1999 war er Abt des südwestlich von Wien gelegenen Stiftes Heiligenkreuz - und bewies auch in dieser Rolle seine wirtschaftliche Prägung. Denn unter seiner Leitung wurden einige Mönche des Klosters zu Chartstürmern, gemeinsam nahmen sie 2008 das Album "Chant Music for Paradies" auf und landeten damit einen Hit. In England landeten die gregorianischen Gesänge unter den Top-10 der Charts, auch mit einem Classic-Echo wurden die Mönche ausgezeichnet.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    In seinem Buch nimmt Henckel von Donnersmarck häufig Bezug auf persönliche Erfahrungen wie diese. Insgesamt richten sich seine geistlichen Vermögenstipps vor allem an Unternehmer, aber auch Angestellte können viel über den Umgang mit Reichtum lernen. Während ein Teil der Tipps sich mit der Frage beschäftigt, wie Reichtum und Gewinn zustande kommen, drehen sich andere um die Vermögenskultur und den richtigen Umgang mit Geld. Henckel von Donnersmarck geht es dabei um das Reich werden im Einklang mit Gott, also "im Einklang mit den Prinzipien einer guten und richtigen Lebensführung."

    "Meine Vorschläge zielen nicht nur auf wirtschaftlichen Erfolg ab, sondern auch auf den richtigen Umgang mit Erfolg", schreibt der Autor. Im Gegensatz zu anderen Geistlichen ist der Alt-Abt nämlich der Meinung, dass Reich werden keine Sünde ist und das auch Vermögende in Gottes Reich einen Platz haben werden. Henckel von Donnnersmarck hinterfragt die Vorstellung, warum es sich bei der "Sphäre des Geldes um etwas handelt, das sich immer an der Grenze zur Sünde befindet?". Der Erlös des Buches soll dem Ausbau der Hochschule Heiligenkreuz zugute kommen.

    Du sollst nicht falsch Zeugnis reden

    Das Geschäft mit dem Papst
    Papst-GolfDer VW Golf des einstigen Kurienkardinals Josef Ratzinger machte den Anfang. Der Zivildienstleistende Benjamin Halbe aus dem nordrhein-westfälischen Olpe bot den gebrauchten, grauen Fünf-Türer samt Sportfelgen kurz nach der Papst-Wahl bei ebay an. Ein Online-Casino in den USA kaufe den Volkswagen für unglaubliche 190.000 Euro. Quelle: dpa
    PapstbierFritz Weideneder aus dem niederbayerischen Tann klebte nach der Wahl Josef Ratzingers zum Papst das neue Oberhaupt auf seine Bierflaschen – und ließ sich das „Papstbier“ schützen. Rund 10.000 Kisten verkaufte er in den ersten Amtsjahres Ratzingers, teilweise bis nach Mexiko und Brasilien. Inzwischen ist der Hype etwas abgeflaut.   Quelle: dpa
    Deutschland-BesuchIm Herbst 2011 besuchte Benedikt XVI. Deutschland. Der Auftritt des Papstes in seinem Heimatland wurde von der katholischen Kirche große vermarktet. In dem „offiziellen Shop zum Papstbesuch 2011“ konnten Ratzinger-Fans konnten dort unter anderem Papst-Kerzen für 4,95 Euro oder auch Gedenkmedaille aus Gold für 134,90 Euro kaufen. Quelle: dpa
    HolzbänkeAuch die katholische Kirche in Freiburg nutzte den Papst-Besuch, um etwas Geld in die Kassen zu spülen. Das Erzbistum hatte sich entschieden, die sonst üblichen Plastikstühle für die 100.000 Besuchern des Papstgottesdienstes durch Holzbänke zu ersetzen – und die später für 410 Euro das Stück zu verkaufen. 5.000 Holzbänke wurden verkauft. 30 Euro je Bank kamen der Entwicklungshilfe zugute. Quelle: dpa
    Papst-TaschenNachhaltig sind auch die Papsttaschen der Erzdiözese Freiburg. 2400 Schultertaschen wurden aus den Kunststoffplanen der Altarbühne genäht. Der Preis: 95 Euro zuzüglich Versandkosten. 10 Euro davon werden an Bedürftige in Ostafrika gespendet. Quelle: dpa
    Papst-EisDer Freiburger Paulo Martins kredenzte für den 2011er-Papstbesuch in seinem Eis-Café eigens die Sorte „Benedikt XVI“. Stolze fünf Liter verkauft er pro Tag von der Melange aus Vanille-Butterkeks, Orange und Schoko. Doch es geht noch kreativer. Das beweisen… Quelle: dpa
    Ratzefummel… die Betreiber der Internetseite ratzefummel.eu. Sie verkaufen „Deutschlands berühmtester Radiergummi“ für zwei Euro pro Stück. Quelle: dpa

    Zahlreiche Vermögenstipps hat der Alt-Abt auf Lager. Wer dabei auf konkrete Handlungsanweisungen wie "Kaufen Sie diese oder jene Anleihe" wartet, der tut dem Geistlichen sicher unrecht. Seine Sache sind vielmehr die übergeordneten Verhaltensratschläge, um langfristig erfolgreich zu sein und mit dem Erfolg eine gewisse Form von Reichtum aufzubauen.  

    Tipp 1: Bleibt locker und übt Euch in Demut

    Die Botschaft des Alt-Abtes: Unverkrampft lebt sich das Leben leichter und am Ende erfolgreicher. Das gilt auch für die wirtschaftliche Komponente. "Wer die ganze Zeit nur an das Geld denkt, das er verdienen will, dem fehlt die Konzentration auf die Sache, die der Schlüssel zu jeder Art von Erfolg ist", so Henckel von Donnersmarck. Die erste und wichtigste Lektion, die gelernt werden müsse, um sich Wohlstand zu verschaffen, sei daher die Lektion der Demut, so der Geistliche. Es helfe also nicht, schlicht das Geld anzubeten, im Gegenteil: für wirtschaftlichen Erfolg brauche es einen "substanziellen Antrieb, der weiterträgt", schreibt der Autor.

    Top-Jobs des Tages

    Jetzt die besten Jobs finden und
    per E-Mail benachrichtigt werden.

    Standort erkennen

      Hier bringt Henckel von Donnersmarck erstmals konkrete persönliche Erfahrungen ins Spiel. Auch die CD der Mönche sei schließlich nicht mit dem Ziel entstanden, damit viel Geld zu verdienen - zwar taten die Erlöse für die Renovierung des Stifts einen guten Dienst. Insgesamt betont der Alt-Abt mit dem Gespür für wirtschaftliche Erfolge allerdings den spirituellen Erfolg der Plattenaufnahme und erzählt von Menschen, die dadurch wieder Zugang zum Glauben gefunden hätten.

      Gleichzeitig betont der Geistliche die "Kraft, die sich mit Vermögen im positiven Sinn in Gang setzen lässt". Auch hier wartet er mit einem persönlichen Beispiel auf. So habe das Stift unter seiner Führung auch in erneuerbare Energien investiert. "Nicht alle Projekte dieser Art haben am Ende Gewinn abgeworfen", gibt der Alt-Abt freimütig zu, aber der Saldo sei letztlich positiv gewesen. Denn man habe mit diesen Investments versucht, dem christlichen Verständnis der Schöpfungsverantwortung praktischen Ausdruck zu verleihen und sich am Umbau hin zu einer modernen, zeitgemäßen Energiegewinnung zu beteiligen.

      Für Henckel von Donnersmarck gehört auch dieses Verlustrisiko zum Reich werden dazu. "Wer sich an sein Geld klammert, wird dadurch scheitern." Diese Einstellung habe ihm während seiner Zeit in der freien Wirtschaft immer wieder gefehlt.

      Tipp 2: Sagt, was ihr tut, und tut, was ihr sagt

      Soll soviel heißen wie: Wer lügt, wird am Ende nicht reich. Für den Leser ist es wenig verwunderlich, dass sich ein Geistlicher gegen Unwahrheiten ausspricht. Der Alt-Abt wendet sich dabei vor allem an Unternehmer - diese sollten ihre Kunden nicht mit Falschaussagen in punkto Qualität ködern. Wichtiger sei die Transparenz.

      Kraft und Gehorsam

      Tipp 3: Seid gehorsam und habt Vertrauen

      Auch der dritte Vermögenstipp mutet weniger wirtschaftlich denn geistlich an. Der Gehorsam, so der Alt-Abt, sei eine wichtige Tugend für jene, die sich "Wohlstand und Reichtum schaffen wollen." Insbesondere Vertrauen setze ungeahnte Kräfte frei, die auf dem Weg zu mehr Reichtum helfen können. Henckel von Donnersmarck schildert Beispiele aus seinem eigenen Berufsleben. Auch wenn es manchmal der bequemere Weg gewesen sein mag, ungehorsam gegenüber seinem Vorgesetzten zu sein - am Ende habe sich der ihm gewiesene Weg immer als der Richtige erwiesen. Der ein oder andere mag sich fragen, ob eine Arbeitswelt, in der jeder Angestellte 100-prozentiges Gehorsam gegenüber seinem Vorgesetzen demonstriert, wohl erstrebenswert ist. Die Sichtweise eines Geistlichen in den Strukturen der Katholischen Kirche ist da eine andere.

      Top-Jobs des Tages

      Jetzt die besten Jobs finden und
      per E-Mail benachrichtigt werden.

      Standort erkennen

        Der Geistliche sieht den Schlüssel zum Erfolg vielmehr im Vertrauen, dieses sei die Grundlage für Gehorsam. Das Sprichwort "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" hält der Autor dagegen für eine Irrlehre.

        Tipp 4: Schöpft Kraft aus dem Gebet

        Hiermit ist ganz offensichtlich nicht das Gebet für eine höhere Rendite gemeint. "»Lieber Gott, bitte verdopple meinen Finanzgewinn«, ist kein demütiges Gebet", schreibt Henckel von Donnersmarck. Alles, was zu stark im Materiellen verhaftet sei, könne für sich nicht die Würde beanspruchen, die dem Gebet zu eigen sei.

        Schließlich sei der materielle Erfolg untergeordnet und soll nicht das Hauptziel des Menschen sein. Angesichts des Themas seines Buches betont der Geistliche die religiöse Bedeutung des Reichtums noch einmal. "Der größte Reichtum mit Gott ist den Menschen nach dem Tod, im Jenseits, gegeben, wenn der gute und getreue Knecht am Tisch des Herren Platz nehmen darf." Auch beim Gebet gehe es daher vor allem um den ritualen Charakter des Gebets, und nicht um das Gebet um materiellen Reichtum. Denn, so der Alt-Abt, Geld ist kein "Ziel, sondern nur eine mögliche Belohnung für das Erreichen wesentlicherer Ziele".

        Tipp 5: Übernehmt Schöpfungsverantwortung

        Hier gibt der Alt-Abt einige etwas konkretere Einblicke in die Investments seines Stifts. Schon vor rund zehn Jahren habe man es sich zum Ziel gesetzt, ethisch bedenkliche Aktien aus den Investmentfonds des Stifts zu streichen. Den Anlegern sollte ein ethisch einwandfreies, aber dennoch profitables Investment ermöglicht werden. Von den damals "ansprechenden Gewinnmargen" in der Wind- und Solarkraftbranche zeigte der Geistliche sich überrascht und plädiert für mehr Investments im Sinne der Schöpfungsverantwortung: "Macht Schöpfungsverantwortung zu eurem inneren Motivationsmotor."

        Management-Tipps des Alt-Abtes

        So viel Geld hat die Kirche
        Gesamtzahl der Kirchenmitglieder in Millionen
        Kirchensteueraufkommen in Milliarden Euro
        Staatsleistungen an die Kirche
        Einnahmen der evangelischen Kirche

        Tipp 6: Seid fleißig und erlangt Würde in eurer Arbeit

        Für den großen Erfolg, so Henckel von Donnersmarck, brauche es zu 95 Prozent Fleiß und dazu einen kleinen Schuss Genialität. Demutsloser Fleiß könne dagegen zur Selbstüberschätzung führen und dafür sorgen, dass wir abheben und den Boden unter den Füßen verlieren. Gleichzeitig warnt der Geistliche aber davor, Fleiß falsch aufzufassen. Durch demutslosen Fleiß würden viele zu dem, was unter "Workaholic" verstanden würde, so der Autor. Dadurch lasse sich nicht im Einklang mit Gott reich werden. "Hütet euch vor der Sünde des »Workaholismus«. Wer manisch arbeitet, setzt nicht nur seinen Erfolg, sondern auch sich selbst aufs Spiel", schreibt Henckel von Donnersmarck.

        Top-Jobs des Tages

        Jetzt die besten Jobs finden und
        per E-Mail benachrichtigt werden.

        Standort erkennen

          Allerdings, so räumt der Autor ein, sei auch die Begabung für Fleiß ungleich verteilt. Er selber habe in der Schule zwei Klassen wiederholen müssen. Trotz seiner guten Auffassungsgabe erlitt er Schiffbruch, weil er glaubte, faul sein zu dürfen und sich auf seinen Talenten ausruhen zu können. Neben Faulheit warnt der Alt-Abt auch vor zu viel Ehrgeiz. "Übertriebener Ehrgeiz verhärtet euch und macht euch in eurem Arbeitsumfeld unbeliebt."

          Tipp 7: Habt Hoffnung und gebt nie auf

          Hoffnung spielt im geistlichen Sinne eine wichtige Rolle bei der Unternehmenssteuerung. "Gelungenes Risikomanagement bedeutet unter diesem Blickwinkel nichts anderes, als Unternehmungen anzugehen, bei denen der Hoffnungsaspekt, also die positiven Aussichten, überwiegen und gleichsam nicht von den Risiken »aufgefressen« werden", erläutert Henckel von Donnersmarck.

          Wichtig sei dabei, beim Hoffen die Realität nicht aus den Augen zu verlieren. Das spielt insbesondere bei den eigenen Hoffnungen in punkto Job, Erfolg und Selbstverwirklichung eine wichtige Rolle.

          Tipp 8: Seid kommunikativ und handelt sozial kompetent

          Hier hat Henckel von Donnersmarck einige Management-Tipps für Führungskräfte zusammengefasst. Diese müssten beispielsweise dafür sorgen, dass der Austausch zwischen mehreren Abteilungen reibungslos funktioniert, damit "ein produktiver Austausch des Wissens der einzelnen Mitarbeiter gefördert wird". Einer der größten Fehler von Führungskräften sei es dagegen, die Mitarbeiter als Produktionsmittel zu betrachten und Fehlerfreiheit von ihnen zu verlangen.

          Gleichzeitig sei es aus der Sicht des Angestellten wichtig, seine Fähigkeiten angemessen präsentieren zu können und sich damit Aufstiegschancen zu schaffen. Der Geistliche geht sogar so weit zu sagen, dass wer eine Schwäche in der sozialen Kompetenz habe, nie große Erfolge feiern werde.

          Tipp 9: Regeneriert, spielt und bildet euch

          Unternehmer müssen aus der Sicht des Alt-Abtes endlich einsehen, dass Mitarbeiter produktiver sind, je erholter, entspannter und ausgeglichener sie sind. Auch Unternehmen wie Google würden schließlich nicht ohne Grund Tischkicker in den Fluren ihrer Konzernzentralen aufstellen. Der Geistliche plädiert für mehr Freiraum. Beunruhigend sei es, so Henckel von Donnersmarck, wenn junge Menschen so stark im Beruf aufgehen müssten, dass es ihnen gar nicht möglich ist, Beziehungen aufzubauen, um einen Ehepartner zu finden. Dies komme vor allem in der Finanzdienstleistungsbranche vor.

          Gleichzeitig schwört der Alt-Abt beim Reich werden mit Gott auf ein Mehr an Bildung. Nur wer lernt, was er nicht braucht, kommt seinem Ziel von mehr Reichtum demnach näher.

          Dürfen wir uns Luxusgüter kaufen?

          Tipp 10: Tut Gutes und erwerbt Vermögenskultur

          Hier beschäftigt sich der Autor mit der Frage, wofür wir Geld ausgeben sollten - oder eben, ob es Dinge gibt, für die wir in keinem Fall Geld ausgeben sollten. Dafür nennt der Geistliche das Spielcasino. "Ich glaube, dass das reine Spiel um Geld keinen würdigen Umgang damit darstellt." Geht es nach dem Alt-Abt sollen wir unser Geld also nicht für fragwürdige Vergnügungen einsetzen, da sonst die Kraft des Geldes zum Schaden der Welt eingesetzt würde.

          Top-Jobs des Tages

          Jetzt die besten Jobs finden und
          per E-Mail benachrichtigt werden.

          Standort erkennen

            Wichtiger und heikler scheint aber die Frage, inwiefern Luxusgüter gestattet sind. Diese seien ein Grenzfall von Vermögenskultur. Die Geschenke, die Paris Hilton ihren Hunden macht, sind demnach keine Luxusausgaben im Sinne der Demut. Eine Fürstin, die ihren geerbten Familienschmuck nur bei privaten Anlässen trägt und mit den kostbaren Diademen nicht protzt, beweise dagegen schon Demut, der Umgang mit dem Reichtum ist daher in Ordnung. Sicherlich zwei extreme Beispiele. Wie steht es daher um die Vermögenskultur, wenn sich ein wohlhabender Mensch ein neues Auto zulegt?

            Geldanlage



            "Wir sollten die Tatsache berücksichtigen, dass es durchaus gottgefällig ist, wenn wir uns in demütiger Weise an den Schönheiten der Welt und des Lebens erfreuen. Wäre dem nicht so, hätte dieses Buch keinen Sinn", schreibt der Autor. Ein gutes Essen, guter Wein, eine schöne Wohnung oder gute Kleidung gehörten in jedem Fall zu den Dingen, die ein reicher Mensch sich leisten dürfe, vor allem, wenn er seinen Reichtum durch eigene Arbeit erworben hat. Sei die Yacht dagegen ein bloßer Luxusgegenstand oder ein reines Statussymbol, werde die Sache schon zweifelhafter. Henckel von Donnersmarck rät daher: "Bleibt skeptisch gegenüber dem Luxus."

            Fazit: Insgesamt zeigt das Buch auf interessante Weise den Umgang eines Geistlichen mit Wohlstand und Reichtum auf, auch anhand von persönlichen Beispielen des Autors. Das Buch liefert viel erwartbares, aber auch einige Überraschungen. Wer allerdings einen Vermögensratgeber erwartet hat, der könnte nach der Lektüre enttäuscht sein. Vielmehr ist das Buch eine Art Management-Ratgeber zum Wirtschaften im guten Sinne.

            Der Autorin auf Twitter folgen:

            © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
            Zur Startseite
            -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%