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Reichtum in den USA Jeder 17. Amerikaner ist Millionär – wie kann das sein?

In den USA leben 19 Millionen Millionäre – zumindest, wenn man den Statistikern der Credit Suisse glaubt Quelle: imago images

In den USA sitzt mit Donald Trump ein Millionär im Weißen Haus. Laut Global Wealth Report ist er damit einer von 19 Millionen Millionären im Land. Demnach wäre jeder 17. US-Amerikaner reich. Kann das sein?

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Das Leben der Superreichen ist ein Mysterium, nicht nur für Normalverdiener, sondern auch für die Forschung. Das liegt an ihrer geringen Anzahl und ihrer Diskretion, vor allem aber an den mangelnden Daten, die daraus resultieren. Viele Vermögensstudien basieren auf Umfragen – und an denen nehmen nun einmal nicht genügend Superreiche teil, um verlässliche Rückschlüsse zu ziehen.

Dennoch werden Jahr für Jahr allein vier „Global“ oder „World Wealth Reports“ veröffentlicht, von Credit Suisse, der Allianz, Cap Gemini und Boston Consulting. Aus Mangel an Daten nutzen alle vier Schätzverfahren – und die kommen zu enorm unterschiedlichen Ergebnissen.

So hat etwa Boston Consulting errechnet, dass es in ganz Nordamerika 2,5 Millionen Millionäre gibt. Den Rechenkünstlern von Cap Gemini zufolge sind es 5,3 Millionen. Und Credit Suisse kommt im neuesten Vermögensreport gar auf die schwindelerregende Zahl von knapp 19 Millionen Millionären in den USA. Das hieße, das jeder 17. US-Amerikaner eine Million Dollar oder mehr sein Eigen nennt.

Diese gigantische Diskrepanz lässt sich durch die Methodik erklären. Verantwortlich ist vor allem die Frage, ob nur finanzielles Vermögen erfasst wird oder auch Sachvermögen. Je mehr Vermögenswerte einfließen, desto höher ist naheliegenderweise das Ergebnis.

Während die meisten Vermögensstatistiken sich mehr oder minder auf den finanziellen Bereich beschränken, rechnet Credit Suisse auch nicht-finanzielle Werte ein. Im Klartext heißt das vor allem: Land und Immobilien.

Für Deutschland etwa kommt Credit Suisse zu dem Schluss, dass 58 Prozent des hiesigen Vermögens in Sachwerten liegen. Würden diese nicht erfasst, würden Deutschland und die Deutschen also in der Statistik plötzlich deutlich ärmer aussehen.

Die große Diskrepanz bei den US-amerikanischen Millionären vermag dieser Ansatz trotzdem nur unzureichend zu erklären. Hier liegen laut Credit-Suisse-Wertung satte 74 Prozent der Vermögen im Finanzbereich. Immobilien machen also nur einen Teil des Unterschieds aus.

Ein Land, 19 Millionen Millionäre: Hier leben die meisten Reichen
Global Wealth Report 2019 Quelle: imago images
Global Wealth Report 2019 Quelle: dpa
Global Wealth Report 2019 Quelle: imago images
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Global Wealth Report 2019 Quelle: imago images
Global Wealth Report 2019 Quelle: imago images
Global Wealth Report 2019 Quelle: imago images

Was hingegen ins Gewicht fällt, ist, dass Unternehmensanteile – anders als in anderen Erhebungen – in der Statistik komplett zu Finanzvermögen gezählt werden. Ohne diese läge der Anteil der finanziellen Vermögen nur noch bei 65 Prozent.

Doch auch das vermag den immensen Unterschied von 2,5 Millionen versus 19 Millionen Millionären in den USA nicht zu erklären.

Einen weiteren Ansatz liefert Peter von Kageneck, der zuständige Sprecher für den Credit-Suisse-Vermögensatlas. Untersuchungen zu Reichen und Superreichen würden die Vermögen wegen der wenigen verfügbaren Daten oft „stark unterschätzen“. „Diese Daten bereinigt das Credit Suisse Research Institute daher im Anschluss.“ So fließen etwa die Daten der bekannten Forbes-Liste in die Schätzung mit ein.

Auch diese Liste basiert jedoch in weiten Teilen nicht auf harten Daten, sondern auf Schätzungen. Wie viele Millionäre es nun also wirklich in den USA gibt, wird wohl weiterhin ein Mysterium bleiben – oder, wie Ökonomen sagen: „Voodoo Economics“.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass nicht wirklich jeder 17. Amerikaner über eine Million Dollar verfügt, selbst wenn man Unternehmensanteile und Eigenheime mit einrechnet. Die Schulden, die die meisten Immobilienbesitzer mit sich herumtragen, würden dieses Vermögen bei den meisten schließlich deutlich schmälern.

Dieser Artikel erschien erstmals im Oktober 2019 bei der WirtschaftsWoche.

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