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Renditevergleich Das Jahrhundertduell - Aktien gegen Immobilien

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Zeit, Ort und Lebenssituation sind entscheidend

Wer umgekehrt sein Geld an der Börse platziert, um bequem anzulegen und finanziell flexibel zu sein, käme nie auf die Idee, stattdessen eine Immobilie zu kaufen, die Zeit und Kapital langfristig bindet. Bei Aktien kann der Anlagehorizont viel kürzer sein.

Forscher Schularick hat Renditeabstand zwischen Aktien und Häusern relativiert, schließlich seien die Renditen etwa gleich auf bei sieben bis acht Prozent. Vielmehr, so Schularick, habe ihn erstaunt, dass eine sichere Anlage wie Immobilien überhaupt so hohe Renditen abwerfe. "Außerdem wird unter Ökonomen schon länger darüber gerätselt, warum der Renditeabstand zu Anleihen so groß ist. Vor diesem Hintergrund ist die Angst vor Aktien sehr irrational", so Schularick.

Was lohnt sich heute mehr?

Im aktuellen Umfeld ist daher nicht ganz einfach zu sagen, welches Investment sich auf lange Sicht mehr lohnt. So haben sich die Immobilienpreise in diesem Jahrzehnt zwar rasant entwickelt, davor aber jahrzehntelang eher stagniert. In den vergangenen fünf Jahrzehnten sind die Immobilienpreise in Deutschland etwa auf das Siebenfache gestiegen. Parallel ist der deutsche Aktienmarkt etwa um den Faktor 30 geklettert - trotz zwischenzeitlicher Einbrüche. In diesem Zeitraum wären also Aktien klar die rentablere Anlage gewesen.

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    An der Börse gibt es derzeit zwar Aufwärtstendenzen, Rückschläge können aber verlustreich sein und es kann auch viele Jahre lange dauern, bis nach einem Crash das vorherige Niveau wieder erreicht wird. So hat es zum Beispiel nach dem Platzen der sogenannten Dotcom-Blase in 2001 bis 2008 gedauert, bis der Aktienindex Dax wieder das alte Niveau erreicht hatte – nur um im Anschluss dank geplatzter US-Immobilienblase und daraus folgender Finanzkrise erneut abzustürzen. Es dauerte nochmal fünf Jahre, bis der Dax wieder seinen Stand von 2008 erreichte.

    Wer also bei seinem Investment eine Phase der Stagnation oder der geplatzten Börsenträume erwischt, profitiert unter Umständen gar nicht. Immobilien bieten dann vor allem den Vorzug geringerer Schwankungen und stabiler Mieteinnahmen, selbst wenn diese nicht zwingend mit Gewinnen einhergehen, sondern nur die Kosten decken.

    Derzeit bevorzugen deutsche Privatanleger offenbar Immobilien, Profiinvestoren hingegen eher Aktien. Wer also die Frage stellt, welche Anlageform die Überlegene ist, muss auch darauf achten, für wen die Antwort gilt, wie dessen Prioritäten und Bedürfnisse sind und in welcher Marktphase er sich zwischen Aktien und Immobilien entscheidet.

    Wer einen günstigen Anlagezeitraum und Investitionsstandort ohne einschneidende Krisen erwischt, kann mit beiden Anlageformen ordentliche Renditen einfahren. Ein bisschen Glück gehört eben immer dazu.

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