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Richtig vorsorgen Anlagetipps für Berufseinsteiger

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Reserve aufbauen

Sind die nötigsten Versicherungen abgeschlossen, sollte noch ein Notgroschen zur Seite gelegt werden. Mindestens drei Monatsgehälter als schnell verfügbare Rücklage sind sinnvoll, manche Finanzberater empfehlen sogar sechs Monatsgehälter.

Damit lässt sich etwa eine teure Autoreparatur oder eine plötzlich notwendige Reise bezahlen, ohne dass gleich das Konto ins Minus rutscht und der teure Dispokredit dafür herhalten muss. Wer seine eiserne Reserve nutzt, sollte zusehen, sie möglichst bald wieder auf das vorherige Niveau aufzustocken. Denn Notfälle können jederzeit wieder eintreten.

So können Angestellte Steuern sparen
Lohnsteuer zurückholenNicht jeder gibt eine Steuererklärung ab, obwohl sich Steuerzahler dadurch zu viel einbezahlte Lohnsteuer zurückholen können. Allgemein haben Arbeitnehmer dafür vier Jahre Zeit. Wer also auf Steuerrückzahlungen für 2010 hofft, sollte bis zum 31.12.2014 seine Erklärung abgeben. Allgemein sollten sich Steuerzahler fünf Stichtage merken: Bis zum 28. Februar müssen Versicherungen, Arbeitgeber und Behörden die Arbeitnehmer-Daten elektronisch ans Finanzamt geschickt haben. Ab dem 1. März können Steuerzahler die vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt) nutzen (siehe nächstes Bild). Wer keinen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragt, muss seine Steuererklärung bis zum 31. Mai beim Finanzamt abgeben. Dazu ist jeder Bürger verpflichtet, der mehr als 8.354 Euro im Jahr einnimmt. Wer seine Steuererklärung aber von einem Profi machen lässt, muss seine Erklärung erst zum 31. Dezember abgeben. Und wer regelmäßig hohe monatliche Kosten hat, kann sich bis zum 30. November den passenden Freibetrag beim Finanzamt eintragen lassen. So wird im laufenden Monat weniger Lohnsteuer einbehalten, und das Nettoeinkommen steigt. Quelle: dapd
Vorausgefüllte SteuererklärungDie vorausgefüllte Steuererklärung ist ein kostenloses Serviceangebot der Steuerverwaltungen, dass es den Deutschen leichter machen soll, ihre Einkommensteuererklärungen abzugeben. Für Rentner und Pensionäre soll es ab 2015 automatisch eine vorausgefüllte Steuererklärung geben, prinzipiell erhältlich ist sie aber schon seit Januar 2014. In dieser vorausgefüllte Erklärung stehen vom Arbeitgeber übermittelte Lohnsteuerbescheinigungen bereits drin, genauso wie Mitteilungen über den Bezug von Rentenleistungen, Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen sowie Vorsorgeaufwendungen wie Riester- oder Rürup-Verträge. Alles andere müssen Steuerzahler aber noch selbst eintragen. Quelle: dpa
WerbungskostenPauschal berücksichtigt der Fiskus bei Arbeitnehmern Werbungskosten von 1000 Euro im Jahr. Wer tatsächlich mehr ausgegeben hat, kann sich die Kosten vom Finanzamt zurückholen. Dann müssen sie aber auch belegt werden. Streit gibt es dabei oft um das heimische Arbeitszimmer. Mittlerweile beteiligt sich der Fiskus in Ausnahmefällen an den Kosten. Kosten von maximal 1250 Euro pro Arbeitszimmer dürfen all jene Arbeitnehmer in die Steuererklärung eintragen, denen der Arbeitgeber keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt. Vor allem Lehrer, die in der Schule keinen Arbeitsplatz für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts haben, können davon profitieren. Die vollen Kosten dürfen Steuerzahler nur absetzen, wenn ihr Heim-Arbeitszimmer den Mittelpunkt ihrer beruflichen Tätigkeit bildet. Quelle: dpa
Ausbildungskosten der KinderFür Kinder im Alter zwischen 18 und 27 Jahren, die eine Berufsausbildung in einer anderen Stadt machen, können Eltern einen Sonderbedarf bis 924 Euro geltend machen. Dieser Betrag ist um die Bezüge der Kinder zu mindern, soweit diese über 1848 Euro pro Jahr liegen. Außerdem können Eltern Ausgaben für das Erststudium oder die Erstausbildung ihrer Kinder bis zu einer Obergrenze von 4.000 Euro pro Kind absetzen. Nach dem Erststudium können weitere Aufwendungen als Werbungskosten angesetzt werden. Quelle: dpa
Außergewöhnliche BelastungenFür Kuren, aufwändige Zahnbehandlungen und andere Gesundheitsdienstleistungen, die die Krankenkasse nicht übernommen hat, können Steuerpflichtige außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Der verlangt jedoch eine Eigenbeteiligung, die sich nach dem Einkommen und Kinderzahl zwischen einem und sieben Prozent bewegt. Quelle: dapd
Haushaltsnahe DienstleistungenFür Arbeiten rund ums Haus, die gegen Rechnung erledigt werden, können 20 Prozent der Kosten abgesetzt werden. Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen gehören neben den Arbeiten einer Reinigungskraft oder eines Gärtners auch Hausmeister, Schornsteinfeger, ein häuslicher Pflegedienst sowie Maler, Maurer, Klempner oder Fliesenleger. Allerdings können keine Materialkosten von der Steuer abgesetzt werden, sondern lediglich Arbeits- und Anfahrtskosten. Quelle: dpa
PendlerpauschaleFür jeden Kilometer zwischen Wohnort und Arbeitsstätte können Arbeitnehmer pauschal einen Abzug von 30 Cent geltend machen – und das für 230 Arbeitstage im Jahr. Allerdings kann nur jeweils eine Fahrt pro Tag angerechnet werden, nicht Hin- und Rückweg. Quelle: dpa

Schulden abbauen

Sind noch Schulden vorhanden, ist es sinnvoll, diesen erst zurückzuzahlen, bevor auf neue Anschaffungen oder die Altersvorsorge gespart wird. Da die Sparzinsen selbst auf einem Tiefpunkt sind, Kreditzinsen aber im Vergleich sehr hoch, ist es ökonomischer, erst Schulden zu begleichen. Sind die Kredite erst einmal bezahlt, ergeben sich auch für Sparvorhaben ganz neue Spielräume.

Berufsanfänger, die zum Beispiel ihr Studium mit einem BaföG-Kredit finanziert haben, profitieren bei vorzeitiger Rückzahlung von hohen Nachlässen auf die verbleibenden Schulden. Je früher der staatliche Studienkredit auf einen Schlag zurückgezahlt wird, umso höher ist der Rabatt. Kurz nach Studienende kann er deutlich über 40 Prozent liegen.

Wer etwa ein Auto oder die Wohnungseinrichtung kreditfinanziert hat, nutzt dazu in der Regel einen Konsumentenkredit. Diese Kredite sind in der Regeln jederzeit komplett rückzahlbar, auch Sondertilgungen sind möglich. So werden die Durchstarten die monatlichen Raten früher oder auf einen Schlag los. Ein Klotz am Bein weniger.

Das richtige Instrument für das Sparziel

Sparen nur um des Sparens Willen funktioniert auch. Jedoch gibt es auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto dafür nur eine mickrige Verzinsung, derzeit bestenfalls 1,3 Prozent bei hiesigen Banken. Ausländische Banken bieten zum Teil höhere Zinsen, allerdings muss die Auszahlung für den Fall einer Bankenpleite durch eine Einlagensicherung garantiert sein.

Mit einem konkreten Sparziel und einer wohlüberlegten Spardauer lässt sich für Berufseinsteiger unter Umständen mehr herausholen. Aufgrund des Zinseszinseffekts ist die Spardauer von entscheidender Bedeutung. Wer zum Beispiel weiß, dass er in spätestens drei Jahren ein neues Auto braucht, ist mit einem Dauerauftrag für Einzahlungen auf ein jederzeit verfügbares Tagesgeldkonto gut bedient.

Allerdings sind derzeit kaum mehr als 1,2 Prozent Zinsen pro Jahr drin. Wer sein Geld für mindestens drei Monate bis zu ein paar Jahre fest anlegen will, bekommt ganz ohne Risiko bei den besten Festgeld- oder Sparbriefkonten immerhin 1,5 bis 2,5 Prozent Zinsen jährlich gutgeschrieben.

Wer jedoch in zehn Jahren in eine Eigentumswohnung ziehen will, kann zum einen auf besser verzinste beziehungsweise renditeträchtigere Sparformen setzen - als auch auf spezielle Angebote wie Bausparverträge oder Wohn-Riester-Verträge mit staatlicher Förderung setzen.

Zwar sind diese Produkte im Vergleich zu Tagesgeld relativ unflexibel, bieten jedoch spezielle Vorteile für den künftigen Immobilienkäufer. Bausparverträge etwa sichern die derzeit extrem niedrigen Zinsen für Baudarlehen dauerhaft und bleiben von der künftigen Entwicklung der Hypothekenzinsen unbeeinflusst.

Wohn-Riester-Verträge lohnen sich aufgrund der höheren Zulagen insbesondere für kinderreiche Familien und Gutverdiener. Solange eine Immobilienfinanzierung das Ziel bleibt, sind diese Sparformen von Vorteil.

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