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Riedls Dax-Radar

Freifahrtschein für die Börsen

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Daimler springt an, Wende bei Henkel, Fresenius kommt wieder

Auch im Dax fehlen nur noch gut fünf Prozent zum Allzeithoch. Nach der jüngsten Rally, die fast bis auf 13.000 Punkte kam, zeigen sich nun kurzfristige Ermüdungserscheinungen. In zwei vergleichbaren Phasen, einmal von Ende August bis Mitte September, dann von Anfang Oktober bis Ende dieses Monats, ist der Dax insgesamt um 15 Prozent gestiegen. Dabei hat er sowohl den jüngsten Abwärtstrend (bei 12.400 bis 12.500) hinter sich gelassen als auch die 200-Tage-Linie, die derzeit erst bei 12.000 Punkten verläuft. Für Anleger bedeutet das: Der große Trend zeigt nach oben, gleichzeitig besteht genug Spielraum für kurzfristige Korrekturen.

Das zeigt sich auch an den Einzelwerten. Daimler-Aktien haben nach den jüngsten Zahlen einen kräftigen Sprung über den wichtigen Widerstand bei 48 Euro gemacht. Grund sind besser als erwartete Zahlen und die Chance darauf, dass Daimler abgesehen von rechtlichen Belastungen operativ vorankommt. Geradlinig wird sich diese Entwicklung nicht vollziehen, Anleger müssen den Kursen deshalb nicht nachlaufen. Mögliche Rückschläge bis in die Zone 51 bis 48 Euro sollten Gelegenheiten zum Nachfassen werden.

Die spannendsten Dax-Werte der Woche

Geduld ist auch bei Henkel gefragt. Zwischen 80 und 90 Euro gelang die erste Stabilisierung, nun dürften Anleger abwarten, wie es unter dem neuen Chef Karsten Knobel weitergeht. So oder so, viel tiefer als 90 bis 84 Euro sollten Henkel-Aktien in den nächsten Wochen nicht sinken.

Infineon arbeitet an der Wiederaufnahme des großen Trends. Am 12. November werden die Zahlen zum Geschäftsjahr 2018/2019 veröffentlicht. Der Bereich Chips für Fahrzeuge dürfte etwas schwächer abgeschnitten haben, doch die meisten Gewinne macht Infineon mit Halbleitern für industrielle Anwendungen außerhalb der Autobranche. Und da erreichte das Unternehmen zuletzt fast zweistellige Wachstumsraten. Die Konsolidierung zwischen 16 und 18 Euro sollte sich zunächst fortsetzen, doch die Grundtendenz zeigt nach oben.

Nach langem Verfall dreht nun auch Fresenius wieder. Dialyse-Ableger FMC ist auf gutem Weg, doch das Geschäft der Krankenhaustochter Helios stockt. Bemerkenswert ist, dass die börsennotierte Krankenhausaktie Rhön-Klinikum ebenfalls seit einigen Wochen angeschlagen ist. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass das Geschäftsmodell privatwirtschaftlicher Krankenhäuser an Grenzen gekommen ist.

Ein Dauerpatient bleibt die Deutsche Bank. Der jüngste Hoffnungslauf auf über sieben Euro wurde durch den enttäuschenden Bericht zum dritten Quartal wieder zunichte gemacht. Das Privatkundengeschäft ist schwach, im Investmentbanking schrumpfen die Erträge unten. Dazu kommt die Diskussion um negative Zinsen für Privatkunden zur Unzeit. Mehr als die Hoffnung, dass die Aktie im weiten Bereich zwischen sechs und acht Euro einen Boden bildet, kann die Deutsche Bank derzeit nicht bieten.  

Fazit für den Dax: Zwischen 12.900 und 13.200 Punkten ist ein erhebliche Widerstandszone, die der Dax nicht in einem Zug nehmen wird. Kurzfristig besteht einige hundert Punkte Korrekturspielraum. Die robusten Trends an den führenden US-Börsen und die Widerstandsfähigkeit der europäischen Märkte sprechen dafür, dass der Dax aber spätestens um 12.500 wieder den nächsten Anlauf startet­ - zunächst auf 13.000 Punkte, danach könnte es bis auf das alte Hoch um 13.600 gehen.

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