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Riedls Dax-Radar
Tempolimit aufgehoben: Die Chance auf weiter steigende Kurse an den Weltbörsen haben sich verbessert Quelle: imago images

Freifahrtschein für die Börsen

Fast 15 Prozent hat der Dax binnen zwei Monaten gut gemacht. Rückschläge von einigen hundert Punkten sind kurzfristig kein Problem. Welche Faktoren die Weltbörsen in so einem Fall wieder zu neuen Topkursen führen sollten.

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Fed-Chef Jerome Powell wird zu einem regelrechten Motor des Aktienaufschwungs. Die jüngste Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank ist für die Aktienmärkte geradezu eine ideale Mischung:

Erstens hat Powell die Zinsen nun zum dritten Mal infolge gesenkt. Das ist gut für die Börse, weil damit die Angst vor einem Absturz in die Rezession verringert, wenn nicht sogar genommen wird. Mit dieser Senkung ist das substanzielle Zinsniveau sehr niedrig, ohne – wie in Europa – in den negativen Bereich abzudriften. 

Zweitens hat Powell nicht gleich wieder die Tür für die nächste, vierte Zinssenkung geöffnet. Das ist ebenfalls positiv für die Märkte. Zum einen signalisiert dies, die Konjunktur ist nicht so schwach wie vielfach befürchtet. Zum anderen hält sich Powell die Option offen, bei Bedarf die Zinsen dennoch weiter zu senken – wenn sich der Datenkranz merklich verschlechtern sollte. 

Drittens gibt Powell klar zu verstehen, dass eine Zinserhöhung auf absehbare Zeit nicht infrage komme. Wenn man bedenkt, wie groß noch vor einigen Monaten unter Anlegern die Angst vor einem Zinsanstieg war, kommt dies einem Freifahrtsschein für die Börsen gleich. 

Wie lange die ideale Mischung der Fed für die Börsen anhält, ist offen. Die Signale von der politischen Front zwischen China und den USA sprechen dafür, dass sich am zuletzt schwächeren, aber nicht schwachen Verlauf der Wirtschaft erst einmal wenig ändert. So gesehen dürfte die Diskussion über eine Neuausrichtung der Geldpolitik, und das heißt in diesem Fall Verschlechterung des Notenbankumfeldes, wahrscheinlich erst wieder um den Jahreswechsel aufkommen.

Franzosen und Schweizer vorne, Briten nicht weit hinterher

Dieses positive Szenario hat sich an den Weltbörsen seit Ende August Schritt für Schritt durchgesetzt. Die Wirtschaft hat zwar an Fahrt verloren, ist aber nicht abgestürzt. Von den führenden Unternehmen gibt es in Summe eher zuversichtliche Signale. Zuletzt zeigten dies besonders die Zahlen von Microsoft, Apple, Intel, Facebook oder SAP. Amazon und Google waren zwar etwas verhaltener, schlecht sind die Aussichten aber auch hier nicht.

Die führenden Aktienindizes sehen in diesem Umfeld gut aus. Der Dow Jones ist wieder über die Marke von 27.000 Punkten gesprungen, der S&P 500 hat die 3.000er-Hürde genommen, der Nasdaq 100 ist über 8.000.

Selbst in Europa hellen sich die Perspektiven auf. Wie vor einigen Wochen angekündigt, hat der Stoxx 600 punktgenau die Marke von 400 erreicht. Seit zwei Jahrzehnten ist es im Bereich 400 bis 415 immer wieder zu Kursspitzen gekommen. Auch jetzt steht dieser Test wieder an.

Eine Ebene tiefer, auf Länderebene, sieht es ebenfalls vielversprechend aus. Der französische CAC 40 hat mit 5760 Punkten ein neues Hoch nach der Finanzkrise erreicht. Französische Blue Chips wie LVMH, Safran, L’Oreal oder Pernod gehören seit Jahren zu den trendstärksten Investments weltweit. Konjunkturempfindliche Werte wie Saint Gobain oder Bouygues sind wieder im Kommen, Finanzwerte wie AXA und BNP Paribas stehen vor dem Comeback.

Der Schweizer SMI ist sogar auf ein neues Allzeithoch vorgedrungen. Die führenden Einzelwerte Novartis, Roche und Nestlé verlaufen in großen Aufwärtsbewegungen, Nachzügler wie Geberit legen gerade los. Dass der britische FTSE hinterherhinkt, verwundert nicht. Eher ist bemerkenswert, dass der Footsie trotz der politischen Hakenschläge um den Brexit nur wenige Prozent unter seinem All-Time-High rangiert.

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