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Roundtable zur Börse "Kaufchancen bei Aktien erst später im Jahr“

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"Ich mache einen Bogen um Anlagen in den Schwellenländern"

Cohen: Aber der Junk-Bond-Markt wird doch von Industrieunternehmen dominiert?

Gundlach: Ich bin misstrauisch, wenn ich Argumente höre, die das Schlechte weg reden wollen, damit alles andere gut aussieht. Damit überzieht man nur den faulen Kern mit einer Zuckerschicht. Der Kreditmarkt sendet ein klares Signal: Wir befinden uns in einem Kreditausfallzyklus. Junk Bonds sind seit anderthalb Jahren schwach. Kein Wunder, dass Aktien mies ins Jahr gestartet sind.

Felix, Sie haben noch nicht viel über die Schwellenländer gesagt. Ist die Lage hoffnungslos?

Zulauf: Schwellenländer sind Satelliten von China. Die Länder in Nordost-Asien sind die Subunternehmer Chinas und jene in Lateinamerika die Rohstofflieferanten. Beide Regionen leiden unter die Schwäche Chinas. Brasilien steckt praktisch in einer Depression.

Die meisten Schwellenländer stecken in Zahlungsbilanzkrisen. Die Abwertungen ihrer Währungen ist noch nicht vorbei. Ich mache einen Bogen um Währungen, Anleihen und Aktien der Schwellenländer.

Rogers: Wenn Brasilien in den Klauen einer Depression steckt, könnte das der richtige Zeitpunkt zum Kauf sein.

Zulauf: Brasilien hat bisher nichts gegen die bestehenden Probleme unternommen. Sie bekämpfen nur die Symptome. Solange sich das nicht ändert, ist der Tiefpunkt noch nicht erreicht.

Ist Argentinien über den Berg?

Zulauf: Der neue Präsident und sein Team sind hervorragend, aber sie müssen die Wirtschaft umstrukturieren. Es wird Kündigungen geben und weniger Sozialleistungen für die Bevölkerung. Und das Land muss mit den ausländischen Gläubigern klarkommen. Aber im Lauf dieses Jahres könnte Argentinien für Anleger attraktiv werden.

Cohen: Ein anderes Schwellenland, das 2016 in die andere Richtung gehen könnte, ist Indien. Das Land hat Reformen auf den Weg gebracht, zwar etwas zögerlich, aber mit den richtigen Lösungsansätzen.

Gundlach: Indien lockt mit einer Vielzahl von Positivfaktoren – so wie China vor einer Generation. Die Anzahl der Arbeitskräfte könnte immens steigen, während sie in China stagniert.

Ich weiß nicht, wohin indische Aktien in diesem Jahr gehen, aber Indien ist ein Land, in das man Geld investiert für die Ausbildung seiner Enkel.

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