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Rubelschwäche Alle leiden, nur Putin freut sich

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Unternehmer und Bevölkerung sind die größten Verlierer

Am härtesten trifft es Importeure. Eine Meldung der Auslandshandelskammer in Moskau verdeutlicht dies. Demnach hat sich die Zahl der deutschen Unternehmen in Russland im vergangenen Jahr von rund 6.000 auf 5.583 verringert. Die wichtigsten Ursachen für den Rückgang sind nichtsdestoweniger der Wirtschaftsabschwung in Russland 2014 und 2015 und die starke Rubelabwertung, die sich deutlich negativ auf das Konsumverhalten der russischen Bevölkerung ausgewirkt hat“, schreibt die AHK in ihrer Bewertung.

Tatsächlich ist die Bevölkerung neben den Unternehmern ein weiterer großer Verlierer der Rubelabwertung. Offiziellen Angaben nach sind die Realeinkommen der Russen im vergangenen Jahr um zehn Prozent geschrumpft, der fallende Rubel hat die Inflation drastisch angekurbelt, denn trotz der vom Kreml ausgerufenen „Importverdrängung“ ist Russland weit entfernt von einer autarken Wirtschaft.

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Eingeschränkt haben sich die Russen nicht nur bei Luxusgütern – der Markt für Immobilien und Automobile ist drastisch eingebrochen, Reisen ins Ausland wurden unerschwinglich – sondern sogar bei Waren des täglichen Bedarfs. So sind der Statistikbehörde nach viele Menschen von Rind und Schwein auf das billigere Putenfleisch (dort ein Plus von 34,9 Prozent) umgestiegen.

Ihren Humor haben die Russen trotzdem nicht verloren. Freilich ist der größtenteils schwarz: „Ich erinnere mich noch an den Dollar, als er ganz klein war, gerade mal sechs Rubel. Dann ist er gewachsen und gewachsen und wurde richtig groß. Jetzt ist er über 80. Hoffentlich stirbt er bald“, heißt es in einem aktuellen Witz.

In einem anderen nehmen die Autoren Bezug auf die Aktion „No Pants Subway Ride“, an der am 12. Januar auch eine Reihe junger Menschen in der Moskauer U-Bahn teilnahmen: „Wenn der Rubel weiter so schnell fällt, dann wird das Fahren ohne Hosen wohl bald zum Alltag.“ Immerhin Hoffnung gibt es: „Wenn es wärmer wird, dann wird Wladimir Putin persönlich auf den Grund tauchen, um den gesunkenen Rubel von dort wieder hochzuholen.“

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