WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Russland und die Börse Gute Gründe für Gold

Seite 2/2

Normalisierte Geldpolitik noch nicht erkennbar

Folgt man den „Goldmännern“, dann wäre der Goldpreis aufgrund des kalten Winters in den USA zu Jahresbeginn, den Kreditsorgen in China und eben der Ukraine-Krise gestiegen, allesamt Faktoren, die sich im Jahresverlauf wieder entspannen würden, und somit einen fallenden Goldpreis erwarten ließen. Wir wissen zwar nicht, was der Goldpreis mit dem Wetter zu tun hat, und auch nicht, ob die Sorgen um die über 23 Billionen US-Dollar schwere Kreditblase Chinas kurzfristig wieder schwinden werden, oder ob der ukrainischen Bevölkerung die nach griechischem Vorbild geplante (Gläubiger-)Rettung möglicherweise überhaupt nicht gefallen könnte. Aber, wie ernst sollte man die mehr oder weniger fundierten Prognosen der „Banker Gottes“ nehmen, wenn diese sich häufig selbst gegen ihre veröffentlichen Empfehlungen positionieren?

Die aktuell von der Fed geschürte Erwartung, dass sich die extrem expansive Geldpolitik ab dem Jahr 2015 vor dem Hintergrund einer sich erholenden US-Wirtschaft wieder normalisieren könnte, erscheint uns wenig wahrscheinlich zu sein. Denn abgesehen davon, dass das stark schuldengetriebene Wirtschaftsmodell der US-Wirtschaft bei genauerem Hinsehen ohnehin nur wenig mehr als Statistikzauber ist, wären deutlich steigende Zinsen allein für die gegenüber Mitte 2007 um über 80 Prozent höher verschuldeten Staatshaushalte kaum verkraftbar. Außerdem sind auch die Risiken im Weltfinanzsystem selbst nach jüngsten Einschätzungen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) heute größer als vor der im Jahr 2007 ausgebrochenen Finanzkrise, so dass eine Normalisierung der Geldpolitik wohl tatsächlich die Nadel wäre, um die allerorten aufgepumpten Finanzblasen spätestens damit endgültig zum Platzen zu bringen.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Fazit: Auch wenn die Papiergeld-Propagandisten im Westen unverdrossen glauben, dass ausgerechnet das größte Geldexperiment der Geschichte nicht scheitern könnte, und der Goldpreis über die US-Derivatebörse Comex zur Zeit fast beliebig steuerbar zu sein scheint, ändert das nichts an den Argumenten, die für den Kauf der Edelmetalle sprechen.

Dabei sind die aktuell zunehmenden geopolitischen Spannungen nur ein weiterer Grund dafür, in den sicheren Hafen zu investieren, und einen größtmöglichen Abstand zu dem Hochrisikospiel an den Finanzmärkten zu wahren.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%