Russland verringert Reserven Verliert Gold seine Anziehungskraft?

Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge sind die russischen Goldreserven im September zum ersten Mal seit einem Jahr gesunken. Zeichnet sich eine Trendwende am Goldmarkt ab?

Die Länder mit den größten Goldreserven
Platz 10: Indien Quelle: REUTERS
Platz 9: Die Niederlande Quelle: REUTERS
Platz 8: Japan Quelle: REUTERS
Platz 6: Schweiz Quelle: AP
Platz 7: Russland Quelle: dpa-tmn
Platz 5: China Quelle: dapd
Platz 4: Frankreich Quelle: dapd

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge hat Russland im September seine Gold-Reserven um 0,37 Tonnen auf 1.015 Tonnen zurückgefahren. Dies sei der erste Rückgang seit einem Jahr, berichtet die Agentur unter Berufung auf Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Trotz der leichten Reduktion des Goldbestands hätten sich die russischen Reserven seit Januar insgesamt um 4,7 Prozent erhöht, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ).

Auch andere Länder wie Mexiko, Kanada und Frankreich haben ihre Goldreserven leicht abgebaut. Doch die Zukäufe überwogen im September noch: Starke Goldkäufe ehemaliger Staaten den Sowjetunion wie Kasachstan glichen die Reduzierungen anderer Staaten mehr als aus. Das könnte sich aber ändern.

Alle Zentralbanken wurden im Jahr 2010 zu Käufern von Gold, vorangetrieben durch die Notenbanken der Schwellenländer, die durch große Handelsüberschüsse mit schnell steigenden Devisenreserven zu kämpfen hatten, berichtet das WSJ weiter. Doch durch das Lahmen der Konjunktur in diesem Jahr habe sich das Blatt gewendet: Die Zentralbanken nutzten ihre Geldreserven lieber, um wirtschaftliche Turbulenzen zu verhindern, als um Gold zu kaufen. Prognosen der Metall-Beratungsfirma Thomson Reuters GFMS gehen davon aus, dass im Jahr 2013 die Goldkäufe der Zentralbanken um 34 Prozent zurückgefahren würden.

Was Sie über Gold wissen sollten

Auch der Abwärtskurs des Goldpreises habe die Zentralbanken mit Käufen zögern lassen. Das wiederum habe den Markt noch labiler gemacht, da die Käufe der Zentralbanken "die Absicherung, die sichere Linie, die auf einem volatilen Markt [die Preise gestützt hat]", zitiert das WSJ einen Analysten von H.C. Wainwright & Co.. Laut IWF haben die Zentralbanken ihre Bestände bis August lediglich um 6,2 Millionen Feinunzen aufgestockt, im Vorjahr seien es noch 9,6 Millionen Unzen gewesen.

Viele Analysten erwarten dennoch, dass die Zentralbanken die Reserven weiter ausbauen werden, wenn auch langsamer als zuvor. Trotz der Preisschwankungen sagten etwa die Vertreter der Zentralbanken von Deutschland oder Argentinien auf einem Treffen der Goldindustrie im September, dass sie ihr Gold nicht abstoßen wollten. "Wir folgen keinen Trends", zitiert das WSJ Juan Ignacio Basco, den stellvertretenden Generaldirektor der argentinischen Zentralbank. Man müsse sehr vorsichtig sein und bedacht vorgehen.

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