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SdK-Affäre Die Urteile helfen Anlegern wenig

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Größeres Verfahren

Der frühere Vorstand der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Markus Straub Quelle: dapd

Allerdings sei das neue Ermittlungsverfahren, so die Münchner Staatsanwaltschaft, größer als das erste, und es gebe zudem viel mehr Beschuldigte. Es geht wieder um mögliche Marktmanipulation, Untreue und Betrug. Nach Informationen der WirtschaftsWoche sind mindestens neun Aktien betroffen, darunter Curcas Oil, Bar.Bra Mining, Autev, West Africa Mining und Afrika Gold.

Beim aktuellen Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gibt es offenbar einige Schnittstellen zu Akteuren des ersten Verfahrens. Bosler soll auch eine der im neuen Verfahren untersuchten Aktie mit gepusht haben. Sein Anwalt teilte dazu mit: „Wenn das Urteil rechtskräftig wird, werden alle derzeit noch anhängigen Verfahren gegen Herrn Bosler eingestellt, auch das neue Ermittlungsverfahren, in welchem Herr Bosler ohnehin lediglich eine winzige Nebenrolle gespielt hat.“

Wie viele der Vorwürfe am Ende übrig bleiben, bleibt also abzuwarten. Schon im ersten Verfahren mussten die Ankläger Vorwürfe fallenlassen. So musste sich Straub nicht mehr wegen Insiderhandel vor Gericht verantworten. Für Ermittler ist es eben schwierig, Fehltritte an der Börse nachzuweisen. Gehandelt wird in Sekunden, die akribische Aufarbeitung verdienstvoller Finanzaufseher und Strafverfolger aber dauert Jahre. Zu groß sind die Handelsdatenmengen zu Aktienorders oder Handelspartnern. Kommen Konstrukte im Ausland hinzu, dauert es Jahre, jede Information zu beschaffen.

Das Geld hat ein anderer

Für Anleger bleibt da nur die Erkenntnis, dass ihnen am Ende wohl kaum ein Richter ihr Geld zurückbringt. Wer an der Börse handelt, kann einfache Grundsätze befolgen: Niemand wird einem ungefragt per Postsendung oder Spam-Fax wirklich heiße Aktientipps gratis geben. So sollen in diesen Wochen mal wieder freie Autoren angerufen worden sein: Windige Geschäftemacher suchen Schreiber für Studien. 600 Euro wollen sie zahlen - pro Seite. Die ‚Informationen‘ liefern sie frei Haus. Bei 20 bis 30 Seiten verdient ein freier Autor so schnell fünfstellig. Bezahlt wird oft auch in Aktien des Unternehmens, über das sie schreiben.

Wer sich bei der Geldanlage also nur auf eine Quelle oder einen Berater verlässt, ist verlassen. Das Geld ist halt nie weg, es hat dann am Ende immer nur ein anderer.

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