Sichere Geldanlage Sieben gute Gründe, Gold zu kaufen

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3. Ausfallsichere Geldanlage

Bernanke begründete seinen Rückzieher auch mit dem Risiko der hohen Verschuldung der USA. Das trifft den Kern. Die Schuldenobergrenze rückt näher und damit die Zahlungsunfähigkeit der Bundesregierung in Washington. Der Kongress ist unverändert tief gespalten. Zur Erinnerung: Im Zuge des Gezerres um die Anhebung der Schuldengrenze vor zwei Jahren erreichte der Goldpreis sein bisheriges Rekordhoch von 1921 Dollar je Feinunze.

In den Anleihemärkten stecken gewaltige Summen, und es gibt immer weniger Investoren, die neue Anleihen kaufen wollen oder können. Weniger Nachfrage drückt die Kurse bestehender Anleihen, im Gegenzug steigen deren Renditen. Die gingen stark nach oben, nachdem Bernanke im Mai den Einstieg in den Ausstieg aus den Gelddruckprogrammen in Aussicht gestellt hatte.

Entwicklung von Goldpreis und US-Realzins Quelle: Thomson Reuters

Doch die Zentralbanken in den USA, Japan und Europa können einen spürbaren Renditeanstieg nicht zulassen. Die Renditen von Staatsanleihen beeinflussen auch die Zinsen, die Unternehmen Anlegern für neue Anleihen bieten müssen. Stark steigende Zinsen könnten weder die Volkswirtschaften der Industrieländer noch ihre überschuldeten Regierungen verkraften. Die Notenbanken werden deshalb nicht weniger, sondern immer größere Mengen Anleihen aufkaufen müssen.

Wie die Deutschen ihr Geld anlegen
Im Jahre 2012 hatten die deutschen Bürger ein Gesamtvermögen von rund 4,94 Billionen Euro. Bis auf die Jahre 2002 und 2008 stieg das Vermögen der Deutschen stetig. Wie stark es zugenommen hat, zeigt ein Vergleich mit dem Jahr 1991. Zu dieser Zeit kumulierten die privaten Haushalte ein Kapital von gerade einmal 1,9 Billionen Euro. Die Übersicht zeigt, wo sich das Geld der Deutschen befindet. Quelle: dpa
In festverzinsliche Wertpapiere wurden im vergangenen Jahr nur 238 Milliarden Euro investiert. Zwar gelten zum Beispiel Staatsanleihen aus Deutschland als besonders sicher, doch die Rendite bewegt sich oft sogar unter dem Inflationsniveau. Staatsbonds aus den Euro-Krisenländern Spanien und Italien werfen hingegen recht hohe Zinsen ab, doch das Verlustrisiko ist dementsprechend hoch. Quelle: dpa
Seit 2007 nimmt das angelegte Geld in festverzinsliche Finanzprodukte ab. 2011 lagen noch 247,1 Milliarden Euro in Staats-, Wandel, und Indexanleihen, um nur einige festverzinsliche Anlagemöglichkeiten zu nenne. Indexanleihen werden in Deutschland bisher allerdings nur selten vergeben. Emissionen solcher Anleihen erfolgen nur unter Genehmigung der Bundesbank. Quelle: dpa
Rund 259 Milliarden Euro liegen in Aktien. In Relation zum Gesamtvermögen sind das gerade einmal fünf Prozent. Anfang der 1960er-Jahre betrug der Aktienanteil noch 20 Prozent. Die Scheu, Geld in Aktien anzulegen, kann nicht mit den Renditen erklärt werden. Denn 1987 notierte der Dax noch bei 1.000 Punkten, mittlerweile hat sich der Kurs, trotz mehrfacher Rückschläge, mehr als verachtfacht. Keine andere Analagemöglichkeit bietet langfristig so hohe Renditen. Quelle: dpa
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt aber, dass der Aktienanteil zyklischer Veränderung unterliegt. Je nach Börsengeschehen verändert sich der Anteil. Während 2007 knapp 371 Milliarden Euro in Aktien investiert waren, verringerte sich das Volumen im darauffolgenden Jahr auf 182 Milliarden Euro. Die Veränderung von 2011 auf 2012 hingegen war von 222 Milliarden auf 259 Milliarden Euro wieder eine positive. Quelle: dpa
Investmentfonds unterliegen den gleichen Schwankungen wie Aktien. Im vergangenen Jahr investierten die Deutschen rund 420 Milliarden Euro in solche Fonds und damit knapp 25 Milliarden mehr als noch 2011. Doch bereits 2007 lagerten die Bundesbürger über 467 Milliarden Euro in Investmentfonds. Quelle: dpa
Geldanlagen bei Versicherungen stehen bei den Deutschen hoch im Kurs. Rund 1,5 Milliarden Euro des Geldvermögens liegen bei den Versicherungen. Besonders beliebt sind Lebensversicherung, Pensionskassen und Versorgungswerke. Quelle: dpa

Ziehen die Renditen von Staatsanleihen trotz schwacher Konjunktur und niedriger Leitzinsen an, signalisierte dies, dass die Notenbanken die Anleihemärkte nicht mehr komplett kontrollieren. Zugleich drohten ihren Portfolios aus Staatsanleihen gigantische Kursverluste. Scott Minerd, Chefanlagestratege des US-Vermögensmanagers Guggenheim Partners, beziffert die unrealisierten Verluste der Fed allein aus dem Renditeanstieg in den drei Monaten bis August auf 192 Milliarden Dollar. Ein weiterer Renditeanstieg würde das Eigenkapital der Fed in Höhe von 55 Milliarden Dollar gefährden. Nur noch 1,5 Prozent der Fed-Bilanzsumme ist mit Eigenkapital unterlegt. Die EZB kommt immerhin auf 3,8 Prozent, die Bank of Japan auf knapp zwei Prozent.

Eine Notenbank mit de facto insolventer Bilanz aber läuft Gefahr, zum Spielball der Märkte zu verkommen. Schwindet das Vertrauen in Notenbanken und in die Zahlungsfähigkeit von Regierungen, dann bleibt als Alternative faktisch nur Gold.

Goldskeptiker betonen immer, steigende Zinsen seien negativ für Gold, weil Gold keine Zinsen bringt. Je mehr Zinsen andere Anlagen abwerfen, desto unattraktiver wird das zinslose Gold im Tresor. Aktuell sind die entgangenen Zinsen noch kaum der Rede wert (siehe Grafik). Anleger sollten zudem im Hinterkopf behalten, dass der Zins immer auch ein Maßstab für Bonität ist. Steigende Zinsen signalisieren eine schwächere Bonität und ein höheres Ausfallrisiko des Schuldners. Hinter Gold steht kein Schuldner, der pleitegehen könnte. Es gibt kein Ausfallrisiko.

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