WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Silberpreis-Achterbahn Silber zwischen Hoffen und Banken

Nach der kräftigen Erholung im Januar ist der Silberpreis wieder auf Talfahrt, weil Großbanken auf die Verkäuferseite wechselten. Kurzfristig sieht es weiter schlecht aus, aber es gibt Hoffnung.

Zwölf-Monats Chart des Edelmetalls Silber Quelle: Marcel Stahn

Tonnenweise Silber hatte die kriminelle Bande quer durch die Republik kutschiert. Aber nicht etwa der Diebstahl des Edelmetalls sollte ihnen zu illegal erworbenem Reichtum verhelfen, sondern die Steuer. Die Idee: Silber über Scheinfirmen im Ausland kaufen und in Deutschland mit aufgeschlagener Mehrwertsteuer wieder verkaufen. Geld heimste der Gangsterclub ein, weil er die vereinnahmte Mehrwertsteuer nicht an das Finanzamt abführte. Als die Polizei vor einigen Wochen mit einer groß angelegten Razzia in fünf Städten gleichzeitig zuschlug, fand sie allein zwei Tonnen Silber im Wert von zwei Millionen Euro. Den 16 verdächtigen Personen winken nun Strafen von bis zu zehn Jahren Gefängnis.

Der Fall hat Symbolkraft. Die Botschaft: um mit Silber kurzfristig Geld zu verdienen, eignet sich Steuerbetrug besser als die Spekulation auf einen steigenden Silberpreis. Der vergleichsweise hohe Wert von Silber bei geringem Volumen machte das Edelmetall für den Steuerbetrug wohl zur geeigneten Handelsware. Dabei ist Silber derzeit billig. Eine Feinunze des Edelmetalls kostet rund 16,40 Dollar, in Euro sind es 14,76 Euro je Unze. Noch im Sommer 2014 kletterte der Silberpreis in der Spitze nahe an die 22-Dollar-Marke. Wer damals glaubte, es würde weiter aufwärts gehen und der Silberpreis wieder in die Regionen oberhalb von 30 Dollar je Unze steigen, wurde bitter enttäuscht.

So steht es um die wichtigsten Edelmetalle

Die Spekulation auf Edelmetalle und insbesondere Silber ist ein riskantes Geschäft. Der Silberpreis schwankt nämlich sehr stark, im Mittel um die 30 Prozent innerhalb von drei Monaten. Das mussten seit Jahresbeginn vor allem Silberanleger erfahren, die schon Hoffnung auf eine längere Silberpreisrally hatten. Nach den Rückschlägen im Vorjahr, kletterte Silber von 15,50 Dollar im Januar bis auf ein Zwischenhoch bei knapp 19 Dollar. Aber seitdem ging es wieder kräftig runter.

Silberoptimismus mit Pausen

Deutschlands bekanntester Silber-Experte, „Silberjunge“ Thorsten Schulte, ist zwar daueroptimistisch für das weiß glänzende Edelmetall, hatte aber rechtzeitig vor neuen Rückschlägen gewarnt. „Sowohl bei Gold als auch bei Silber waren viele Privatinvestoren aus Angst vor einem Euro-Austritt Griechenlands in Edelmetalle geflüchtet. Aber schon nach der ersten Griechenland-Krise im Mai 2010 hatte es eine Korrektur gegeben.“ Zudem, so Schulte, habe der gesamte Rohstoffmarkt zur Schwäche geneigt. „Da ist es stets unwahrscheinlich, dass Gold und Silber als einzige strahlen können.“

Wie Anleger in Silber investieren können

Die kleine Silberpreisrally um den Jahreswechsel dürfte vor allem auf das Konto der Hedgefonds gegangen sein, die am Terminmarkt rekordhohe Kaufpositionen anhäuften. Ihre Gegenspieler waren die sogenannten Swap-Händler, hinter denen sich im Grunde Großbanken verbergen, die im Januar auf die Verkäuferseite wechselten. Ihre Netto-Leerverkäufe der Silberkontrakte machten in der zweiten Januarhälfte rund ein Sechstel der Jahresproduktion an Silber aus. Sie erwarten über eine längere Zeit einen niedrigen oder sogar weiter fallenden Silberpreis.

Spitzenpreise wie im Frühjahr 2011, als die Feinunze Silber für fast 50 Dollar die Unze gehandelt wurden, sind daher für die nähere Zukunft in weite Ferne gerückt.

Heute ist der Silberpreischart ein Trauerspiel. Seit vier Jahren dauert die Korrektur des Silberpreises nun schon an – und noch immer ist sie nicht abgeschlossen.

Viele Experten sehen bei Silber den Abwärtstrend trotz des kurzen Aufbäumens im Januar als intakt an. Philip Klinkmüller vom Marktanalyst Hopf-Klinkmüller Capital Management betrachtet den Silberpreis rein technisch, jegliche Fundamentaldaten werden dabei komplett ignoriert. Ihre Analysemethodik konnte nach eigenen Angaben in 2014 Zielbereiche in acht von zehn Fällen korrekt vorhersagen. Sie sehen die Korrektur in den Edelmetallen keineswegs als beendet an. "Erst bei kompletter Resignation und Panik der Silberinvestoren ist der Markt antizyklisch bereit für eine Trendwende. Noch ist der Markt von großer Hoffnung geprägt“, sagt Klinkmüller. „Zwar ist ein kurzfristiger Anstieg beim Silberpreis möglich, jedoch wird das weiße Metall seine Korrektur nicht beenden bevor der notwendige Zielbereich von 12,70 bis 13,80 Dollar erreicht wurde."

Lichtblicke für den Silberpreis

Klinkmüller sieht auch die Korrelation zum Goldpreis nicht in dem Ausmaß wie viele andere Analysten. Doch gerade die ist für viele Silberliebhaber ein entscheidender Grund dafür, dass Silber über kurz oder lang wieder an Wert gewinnen wird. Nicht zuletzt hat sich das Verhältnis von Gold- zu Silberpreis in den vergangenen Monaten geändert. Lag der Goldpreis 2014 noch beim 63-fachen des Silberpreises, stieg dieser Wert zuletzt auf 74. Silber ist somit auch im Verhältnis zu Gold deutlich billiger geworden.

Von einem Edelmetallhändler in London war dennoch zu hören, dass der Silberpreis eng am Goldpreis hängt. Der wiederum hängt dem Händler zufolge derzeit vor allem von der Entwicklung der Devisenkurse ab. Gerät - wie seit Monaten - der Euro im Vergleich zum US-Dollar unter Druck, steigt der Goldpreis in Euro, obwohl er in Dollar stagniert. Gold gilt eben vielen als das einzig wahre Geld und als die ultimative Versicherung gegen Währungsturbulenzen und Inflation.

Sieben ästhetische Gold- und Edelmetall-Investments
SchmuckDie wahrscheinlich älteste und auch am weitesten verbreitete Art, in Gold zu investieren, ist in Schmuckform. Wer seine alten Ringe und Ketten zu Gold machen möchte, hat bei zahlreichen Juwelieren und Goldhändlern die Möglichkeit, seine Wertsachen aufwiegen und schätzen zu lassen. Das Geld gibt es zumeist bar oder per Scheck. Foto: pro aurum Quelle: Presse
BarrenWer sich sein Gold nicht um den Hals legt oder es in Form von Zahngold im Mund mit sich führt, der kann bei Goldhändlern und Banken Edelmetallbarren aus Gold, Silber, Platin oder Palladium kaufen. Bis zu einem Wert von 15.000 Euro erfolgt der Kauf anonym, darüber hinaus sind Banken, Sparkassen und Edelmetallhändler dazu verpflichtet, die Käuferpersonalien zu registrieren. Foto: pro arum Quelle: Presse
TafelbarrenDie Edelmetall-Service GmbH (ESG) bietet seit rund vier Jahren Barren zum Abbrechen an. Wie bei einer Tafel Schokolade lassen sich von 50 oder 100 Gramm schweren Barren kleine Stücke mit einem Gewicht von einem Gramm einfach abbrechen. Die ESG hat sich ihre Edelmetall-Investment Erfindung 2010 patentieren lassen: Gold-, Silber-, Platin- und Palladiumtafeln werden in der Schweiz bei Valcambi, dem größten Goldbarrenhersteller der Welt, produziert und inzwischen weltweit vertrieben. Bereits kurz nach der Markteinführung waren CombiBars rund um den Globus ein Standardprodukt wie Goldbarren oder Goldmünzen. In Deutschland erfolgt der Vertrieb des ESG-Produktes neben dem Edelmetallhandel auch über Sparkassen. Foto: Edelmetall-Service GmbH & Co. KG Quelle: Presse
Verschiedene MünzformenDer Handel mit Goldmünzen besteht aus vier Bereichen: Den Bullion Goldmünzen, die nur für die Geldanlage geprägt werden und quasi das Pendant zum Goldbarren darstellen. Dazu gehören beispielsweise der Krügerrand oder der kanadische Maple Leaf. Gedenkgoldmünzensind oft limitierte Goldmünzen, die als Sonderprägung zu Jubiläen oder Sammelserien ausgegeben werden. Dann gibt es noch die alten Umlaufgoldmünzen, die tatsächlich einmal als Zahlungsmittel dienten wie die britischen Sovereigns oder die Schweizer Goldvreneli. Den vierten Bereich machen die numismatischen Sammlermünzen aus, die beispielsweise von Münzauktionshäusern vertrieben werden. Foto: pro aurum Quelle: Presse
SammlermünzenSo gibt beispielsweise die australische Münzprägeanstalt Perth Mint jedes Jahr die Lunar-Sammlermünzen in Gold, Silber und Platin heraus. Aber auch die Bundesregierung wartet regelmäßig mit neuen, wertvollen Münzen auf. Foto: pro aurum Quelle: Presse
Die australische Münzprägeanstalt Perth Mint folgt bei ihren Sammlermünzen dem chinesischen Kalender. 2014 ist das Jahr des Pferdes, weshalb die neue Serie sich ganz dem Thema Pferd widmet. Die hier dargestellte Münze hat einen Goldgehalt von 99,99 Prozent und ist limitiert. Erhältlich ist sie in drei Größen: Die Zehntelunze kostet 182,79 Euro, die Viertelunze 424,87 Euro und die Unze 1.647,50 Euro. In der nicht-colorierten Version ist die Münze auch im Dreier-Set erhältlich - kostet dann aber stolze 2.255 Euro. Zur Münze dazu gibt es ein Echtheitszertifikat. Erhältlich ist sie ab Oktober 2014 und bestellt werden kann sie hier. Bild: Perth Mint Quelle: Presse
MünztafelnAuch die Münze, ebenfalls ein beliebtes Sammler- und Anlageobjekt, stellt die ESG seit 2012 im CombiBar-Verfahren her. Statt der üblichen Münze kaufen Anleger also Münztafeln aus Feinsilber - mit offizieller Münzzulassung auf den Cook Islands. Foto: pro aurum Quelle: Presse

Auch Silber fungiert für viele Privatanleger als so eine Versicherung. Tatsächlich meldeten die Verkaufsstellen in den vergangenen Monaten immer wieder den reißenden Absatz von Silbermünzen, die im Gegensatz zu Goldmünzen auch schon für den kleinen Geldbeutel erschwinglich sind. Wer physisches Silber in Form von Anlagemünzen oder Barren hortet und seinen Bestand schrittweise aufbaut, kann die Preistiefs zumindest als günstige Kaufgelegenheiten nutzen. Kommt es doch noch zur Entwertung der Papiergeldwährungen, sollten der Silber- wie der Goldpreis sprunghaft steigen.

Inflation ist jedoch derzeit nicht in Sicht, im Gegenteil. Zuletzt sank die Inflationsrate in Deutschland auf Monatsbasis sogar in den negativen Bereich. Das Risiko einer langfristigen Aufwertung des Papiergeldes - also einer den Konsum lähmenden Deflation - ist somit real. Die Europäische Zentralbank will daher durch eine extrem expansive Geldpolitik die Inflationsrate wieder in Richtung zwei Prozent treiben. Ob und wann sie das durch Anleihekäufe im Wert von 60 Milliarden Euro monatlich erreicht, ist noch vollkommen unklar. Erst im März beginnt die EZB mit den Anleihekäufen. Für den Silberpreis ist das zumindest ein Lichtblick, zumal auch andere Notenbanken wie die japanische die Inflation anheizen wollen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wenig Impulse von der Nachfrageseite

Mehr als 60 Prozent des gehandelten Silbers findet Anwendung in der Industrie, etwa für Leiterplatten oder in der Medizintechnik. Auf Seiten der Verwendung ist Silber viel mehr ein Industrie-, denn ein Edelmetall. Zieht die weltweite Konjunktur also an, wird Silber stärker nachgefragt.

Wo die Nachfrage steigt, sollten eigentlich auch die Preise steigen. Kurzfristig wird das den Silberpreis jedoch kaum beflügeln. Das hat mehrere Gründe. Zum einen steigt die Nachfrage noch nicht stark genug. Laut Silberjunge Schulte hat etwa China 2014 netto 1344 Tonnen Silber importiert – 84 Tonnen mehr als im Vorjahr. Doch als 2011 der Silberpreis auf fast 50 Dollar kletterte, lagen Chinas Silberimporte um fast 900 Tonnen höher.

Chinas Nachfrage ist für die Entwicklung der Rohstoffmärkte entscheidend. Das Land steht für die Hälfte der Nachfrage aller Metalle. Auch die wichtige Silbernachfrage aus Indien stieg im Januar um 29 Prozent, der Silberpreis fiel dennoch. „Entscheidend für die Rohstoffmärkte ist nicht, ob die Wirtschaft in den Industrieländern um ein oder zwei Prozent wächst, sondern ob die Schwellenländer wieder neue Aufwärtsdynamik entfalten“, sagt Schulte. Offenbar genügen die Nachfrageschübe derzeit noch nicht, um ein höheres Preisniveau zu etablieren.

Das Problem: Während die Nachfrage dank guter Konjunktur steigt, ist das Angebot ebenfalls auf einem neuen Hoch angelangt. „Gold und Silber leiden momentan darunter, dass die Minengesellschaften aufgrund hoher Verschuldungen und hoher Förderkosten bei den jetzigen Preisen die Produktion nach Kräften hochfahren, um ausreichend Einnahmen zu erzielen. Damit verlängern und vertiefen sie die Abwärtsbewegung noch“, konstatiert Schulte. Ihm zufolge haben die sechs wichtigsten Silberproduzenten, die für das letzte Quartal 2014 ihre Geschäftszahlen bereits vorgelegt haben, zusammen abzüglich von Sondereffekten knapp 250 Millionen Dollar Verlust gemacht. Ihre Silberproduktion arbeitet somit nicht kostendeckend.

Inflationsschutz und Industriemetall

Die Minengesellschaften dürften jedoch ähnlich den Ölförderern bei anhaltend niedrigen Silberpreis alles daran setzen, um in die Gewinnzone zurückzukehren. „Die erreichten Preisniveaus sind auf Dauer nicht ausreichend“, sagt Schulte. Haben die Silberminen ihre Schulden abgebaut, dürften sie auch wieder höhere Silberpreise durchsetzen, indem sie die Produktion zurückfahren.

Diese Substanzen sind teurer als Gold
Platz 10: MethamphetaminKosten: 95 Euro pro Gramm Hoher Grammpreis, aber billig im Vergleich zu anderen Drogen: Unter dem Modenamen Crystal Meth gilt Methamphetamin heutzutage als am schnellsten zerstörende Droge überhaupt. Der Gebrauch führt unter anderem zu Karies und Zahnausfall. Quelle: dpa
Platz 9: KokainKosten: 470 Euro pro Gramm Kokain gilt als die Partydroge in besseren Kreisen. Besser Finger weg: Kokain hat ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Quelle: dpa
Platz 8: LSDKosten: 2.300 Euro pro Gramm Lysergsäurediethylamid, kurz LSD genannt, ist in Deutschland ein nichtverkehrsfähiges Betäubungsmittel. Der unerlaubte Gebrauch ist strafbar. In zahlreichen anderen Ländern, wie den USA, ist die Droge verboten. Quelle: dapd
Platz 7: PlutoniumKosten: 3.150 US-Dollar pro Gramm Die Atombombe, die 1945 auf Nagasaki fiel, trug Plutonium als Spaltmaterial in sich. Außer militärischen Zwecken dient Plutonium auch der Energiegewinnung. Es entsteht aus dem Uran der Brennelemente in Atomkraftwerken.   Quelle: REUTERS
Platz 6: TaaffeitKosten: 2.000 bis 15.750 Euro pro Gramm Der irische Forscher Richrd Taaffe entdeckt den Edelstein bei einem Schmuckkauf 1945. Wegen seiner hohen Seltenheit dient er bis heute nur als Schmuckstück. Quelle: Rob Lavinsky, iRocks, Creative Commons, CC BY-SA 3.0
Platz 5: TritiumKosten: 23.616 Euro pro Gramm Tritium ist ein Nebenprodukt der Kernspaltung und kommt auf natürliche Weise nur in der Stratosphäre vor. Damit lassen sich in der Medizin bestimmte Substanzen markieren. Außerdem ist der Stoff fester Bestandteil von Atombomben. Quelle: dpa
Platz 4: DiamantenKosten: ein farbloser Stein von einem Karat kann über 50.000 Euro pro Gramm kosten Diamanten machen was her und sind der härteste natürliche Stoff der Welt. Ihr Aussehen macht sie zu Kostbarkeiten der Schmuckbranche, ihre Härte zu einem begehrten Schneidstoff in der Industrie. Quelle: AP

Da Silber vor allem als Beiprodukt bei der Förderung anderer Metalle wie Kupfer oder Zink anfällt, können die Minengesellschaften allerdings nicht nur den Silberpreis im Blick behalten. Hoffnungsfroh stimmt, dass zuletzt auch der Kupferpreis ordentlich zulegen konnte. Das wichtige Industriemetall gilt weithin als Konjunkturindikator.

Wie schnell sich bessere Förderbedingungen auf den Kurse der Minenaktien auswirken, bewies erst jüngst die Aktie von Eloro Resources. 300 Gramm Silber pro Tonne Gestein ließen deren Aktienkurs hüpfen. Einen so hohen Silbergehalt will die Minengesellschaft aus Peru nämlich bei neuen Bodenanalysen gefunden haben. Der Wert ist ungewöhnlich hoch. Im Durchschnitt aller neuen Abbaugebiete von Elore beträgt der Silbergehalt nur 27,5 Gramm pro Tonne. Die Eloro-Aktie stieg nach der Meldung Anfang März um fast 17 Prozent. Das Papier ist allerdings nur ein Pennystock. Zuletzt notierte Elore in Frankfurt bei knapp elf Cent je Aktie. Dementsprechend stark wirkt sich ein Kursplus von nur ein paar Cent aus.

Hoffen auf mehr Silberglanz

Während es also von Seiten der Charttechnik keine Entwarnung für den Silberpreis gibt und sogar weitere Preisrückschläge im laufenden Jahr wahrscheinlich sind, wecken die Anleihenkäufe von EZB und Bank of Japan die Hoffnung auf einen Anstieg der Inflation, der den Gold- und damit auch den Silberpreis beflügeln sollte. Auch auf der Nachfrageseite sind die Anzeichen eher positiv, solange China und Indien ihre Edelmetallnachfrage weiter erhöhen. Mittel- bis langfristig sind die Voraussetzungen für einen deutlich höheren Silberpreis also durchaus gegeben.

Eins der wichtigsten Argumente von Silberjunge Thorsten Schulte: Der Silbermarkt ist mit einem bereits geförderten Silberbestand von nicht einmal 40 Milliarden Dollar recht klein, Silber also trotz Recycling und einer Förderung auf Hochtouren tendenziell knapp. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank schätzte in einer Studie vom Dezember 2014 den Marktwert aller Anleihen für 2014 auf 139 Billionen Dollar. „Das ist für mich die größte Blase aller Zeiten“, sagt Schulte.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Sollte diese Blase platzen, kann sich glücklich schätzen, wer etwas Silber und Gold sein eigen nennt. Dann kommt die Rolle der Edelmetalle als Versicherung sicher zum Tragen. Wer aber auf Silber setzt, um kurzfristig Kursgewinne einzustreichen, geht mit dem schwankungsfreudigen Edelmetall ein hohes Risiko ein. Da könnte es sich eher lohnen, auf die arg gebeutelten Minenaktien zu setzen. Die Leerverkäufe etwa bei Silver Wheaton, mit denen Spekulanten auf einen fallenden Aktienkurs setzen, sind jedenfalls im vergangenen Halbjahr um rund drei Viertel gesunken. Ein Hoffnungsschimmer.

Diesen Artikel teilen:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%