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Später Sieg der Börsenaufsicht Ex-Goldman-Sachs-Händler Tourre schuldig gesprochen

Der „Fabelhafte Fab“ ist des Anlagebetruges schuldig gesprochen. Fünf Jahre nach der Finanzkrise ist dies die erste Verurteilung eines Ex-Bankers in einem Zivilprozess. Ein später Sieg für die US-Börsenaufsicht.

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Die Wahrheit wollte Fabrice Tourre sagen, nichts als die Wahrheit. Einem Vergleich mit den US-Justizbehörden - wie es sein Arbeitgeber Goldman Sachs 2010 getan hatte – wollte er nicht zu stimmen. Er sei nicht schuldig, seine Weste sei rein, beteuerte er.

Sein Arbeitgeber, die Investment-Bank Goldman Sachs, war nach der Finanzkrise von der US-Börsenaufsicht SEC und US-Politikern unter Beschuss geraten. Sie warfen der Investmentbank vor, Käufer von Hypothekenpapieren hinters Licht geführt und damit die Immobilien- und Finanzkrise noch verschlimmert zu haben. Im Rahmen eines Vergleiches mit der SEC zahlte Goldman Sachs 500 Millionen Dollar Strafe – bekannte sich aber nicht schuldig.

Maßgeblich beteiligt war der Jung-Banker Fabrice Tourre. Der 34-Jährige stimmte dem Vergleich nicht zu, und wollte beweisen, dass er unschuldig sei.

Das Bezirksgericht in Manhattan sah das anders. Nach der Anhörung von 11 Zeugen sprach ihn das Gericht nach nur knapp zwei Wochen Verhandlung schuldig, Anleger bewusst getäuscht zu haben. Diese hatten mit dem von Tourre konstruierten Derivat Abacus 2007-AC1 eine Milliarde Dollar verloren.

In dem forderungsbesicherten Wertpapier (CDO = Collateralized Debt Obligation), hatte Tourre US-Immobilienpapiere mit sehr zweifelhafter Güte gebündelt, ohne die Investoren davon zu informieren. Maßgeblich an der Zusammenstellung des Finanzproduktes beteiligt gewesen war Hedgefondsmanager John Paulson, der auf den Zusammenbruch des Immobilienmarktes wettete.

Er wettete dementsprechend auf den Ausfall des von ihm selbst mitkonstruierten Produktes, das Goldman Sachs an Investoren verkaufte.

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