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Sparbuch Haltbarkeit: unbegrenzt

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Alles andere als Hochtechnologie

Ein Sparbuch verkörpert alles andere als Hochtechnologie – und doch hat es sich über Jahrzehnte als fälschungssicher bewiesen und zählt zum wichtigen Begleiter deutscher Sparer. „Selbst wenn sie es schaffen, die Naht aufzutrennen, um Seiten mit Abbuchungen rauszunehmen oder neue Guthaben-Seiten hinzuzufügen“, sagt Becker, „zerstören sie dabei immer den Buchrücken, sodass es der Bank auffällt.“

Wie die Deutschen ihr Geld anlegen
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Lebensversicherungen Quelle: dpa
Sparbuch Quelle: Fotolia

Die Druckerei stellt immer noch rund eine Million Sparbücher im Jahr her. „Anfang der Neunzigerjahre gab es eine besonders hohe Nachfrage, damals haben wir bis zu sieben Millionen Sparbücher im Jahr produziert“, sagt sie. Sie weiß, dass es kein Geschäftsbereich ist, der noch rasant wachsen wird. Schon ihrem Vater prophezeiten die Banken in den Achtzigern das Ende des Sparbuchs. „Und wir produzieren heute immer noch.“

Der Sparkassenverlag, der für die deutschen Sparer die Bücher bei den Druckereien bestellt, sagt, dass es im Niedrigzinsumfeld weniger Nachfrage nach den Sparbüchern gibt. Trotzdem: Knapp 44 Millionen Sparkonten gibt es allein bei den deutschen Sparkassen, darunter sicher ein erheblicher Teil klassischer Sparbücher.

Das mag auch an der langen Haltbarkeit der Bücher liegen. „Sie wurden schon Anfang des 20. Jahrhunderts auf säurefreiem Papier gedruckt und sind bis heute erhalten geblieben“, sagt Becker.

Die Bücher müssen ihren Wert bewahren. Weil sie als Inhaberpapier wie eine Urkunde ausgestellt werden, können Besitzer damit Jahrzehnte nach der letzten Buchung noch die Auszahlung des Ersparten bei der Bank verlangen. Wer das Sparbuch vorlegt und damit abheben will, müssen die Institute nicht überprüfen. Kunden können deshalb zum Schutz zusätzlich ein Passwort mit ihrem Buch verknüpfen. Getreu dem Motto: „Fröhlich schaffen, sinnvoll sparen, hilft vor Not und Sorg bewahren“, wie es auf einem alten Sparbuch der Sparkasse zu Schwelm steht, das Christine Becker aus dem Firmentresor zieht.

In einem anderen Buch zeigt der Bankstempel aus dem Jahr 1934, dass es damals stattliche vier Prozent auf das Ersparte gab. Solche Zinsen würden bei den sicherheitsbewussten deutschen Sparern wohl auch heute wieder einen Run auf Sparbücher auslösen.

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