WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Sparen, Anlegen, Finanzieren Was steigende Zinsen bedeuten

Seite 4/5

Immobilienkredite

Wie bei allen Krediten hängen die Zinsen von Immobilienkrediten stark vom jeweiligen Kunden und der Immobilie ab. Wer ein hohes frei verfügbares Einkommen hat und nur bis zu 60 Prozent des Kaufpreises finanzieren will, bekommt die besten Zinsen.

Wie wirken steigende Zinsen?

Bei gleicher Ausgangslage haben sich Immobilienkredite in den vergangenen Wochen schon wieder etwas verteuert. Ein zehnjähriger Baukredit kostet jetzt bei guter Bonität 2,5 Prozent pro Jahr. Mitte Mai gab es ihn noch zu 2,3 Prozent Zins. Die Zinsen für Immobilienkredite hängen relativ direkt von der Entwicklung der Renditen von Staatsanleihen und Pfandbriefen ab, für die Banken alternativ und bei ähnlich hoher Sicherheit ihr Geld herausrücken könnten. So muss ein Immobilienkäufer für einen zehnjährigen Kredit bei guter Bonität im Zeitverlauf recht konstant 0,6 Prozentpunkte mehr pro Jahr zahlen als Pfandbriefe mit zehnjähriger Laufzeit an Rendite bringen.

Wie sollten Immobilienkäufer auf steigende Zinsen reagieren?

Eile ist beim Immobilienkauf nie ein guter Ratgeber. Selbst wenn die Zinsen wirklich steigen sollten - was viele Baufinanzierer ihren Kunden schon seit Jahren prognostizieren, bislang zu Unrecht -, ist es wichtiger das richtige Objekt zu einem vertretbaren Preis zu finden. Das ist in vielen Großstädten schon schwer genug.

Wer Haus oder Wohnung schon gefunden hat und nun noch die passende Finanzierung braucht, der sollte lange Laufzeiten vorziehen. Immobilienkredite über 15 oder 20 Jahre gibt es derzeit zu vergleichsweise geringen Zinsaufschlägen. Sollten die Zinsen wider Erwarten nicht steigen, sind Eigentümer ohnehin nur für 10,5 Jahre an ihren Kredit gebunden. Nach zehn Jahren haben sie ein gesetzliches Ausstiegsrecht mit sechs Monaten Kündigungsfrist.

Wer bereits einen laufenden Immobilienkredit hat und sich für eine Anschlussfinanzierung vor steigenden Zinsen schützen will, der kann auf Forward-Kredite zurückgreifen. Sie bieten Schuldnern die Möglichkeit, schon jetzt die Konditionen für den Folgekredit festzuzurren. Letztlich sind solche Forwards eine Wette auf steigende Zinsen. Geht diese Wette nicht auf, zahlen die Immobilieneigentümer für ihren Folgekredit mehr als eigentlich nötig. Andererseits kann im Einzelfall die Planbarkeit ihr Geld wert sein. Sinnvoll sind Forwards meist maximal zwei bis drei Jahre im Voraus.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%