WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Sparverhalten Warum Deutsche auch ohne Zinsen sparen

Trotz Mini-Zinsen und inflationsbereinigten Verlusten lassen sich die Deutschen das Sparen nicht vermiesen. Das Sparvermögen nimmt zu und auch der Konsum läuft ungebremst. Das ist sogar rational.

Egal, wie niedrig die Zinsen auch sein mögen: Das Sparbuch bleibt die beliebteste Sparform - selbst wenn die Preissteigerung die Kaufkraft der Ersparnisse schmälert Quelle: Marcel Stahn

Die Analysten der Postbank haben es für die "Bild"-Zeitung nochmal nachgerechnet: Bereits in diesem Jahr verlieren deutsche Sparer von ihrem auf Bankkonten gehorteten Geld 14 Milliarden Euro. Soviel Kaufkraft schwindet auf Sparbüchern, Tagesgeldkonten und ähnlichen, wenn man von den geradezu lächerlich niedrigen Guthabenzinsen die Inflationsrate von 1,6 Prozent im Jahr abzieht. 2014 soll der Kaufkraftverlust der Postbank-Berechnung zufolge sogar 21 Milliarden Euro betragen. Dazu müsste die Teuerungsrate nur leicht auf immer noch moderate 2,0 Prozent steigen.

Gäbe es eine Erhöhung der Einkommensteuer in ähnlicher Größenordnung wäre der Aufschrei der Wähler, Gewerkschaften und Interessenverbände riesig. Die „kalte Enteignung“ – so das geflügelte Wort für die Kaufkraftverluste im Niedrigzinsumfeld – vollzieht sich jedoch schleichend, der lautstarke Protest der Sparer bleibt aus. Gemessen an den zugrunde gelegten Bankeinlagen von insgesamt 1750 Milliarden Euro, die deutsche Sparer auf ihren Konten lagern, fallen die 14 oder 21 Milliarden Euro Wertverlust pro Jahr auch noch nicht sonderlich ins Gewicht.

Aber je länger das Ersparte unangetastet bleibt, umso schmerzhafter ist der kumulierte Wertverlust. Bereits seit mehr als einem Jahr erleiden Sparer inflationsbereinigt Kaufkraftverluste mit ihren festverzinsten Spareinlagen. Da die Europäische Zentralbank noch länger an ihrer Niedrigzinspolitik festhalten will, ist hier auch keine schnelle Besserung in Sicht. Die Kaufkraftverluste dürften viele Sparer daher erst realisieren, wenn sie das Geld nach Jahren für größere Ausgaben oder den Lebensunterhalt im Alter benötigen. Dann werden sie feststellen, dass sie für ihr Erspartes nicht mehr so viel bekommen, wie einige Jahre zuvor.

Sparbuch ist ein Evergreen

Wer mit spitzer Feder rechnet, weiß schon lange, dass sich Sparbuch, Tagesgeld oder Festgeldkonto nicht lohnen. Zwar bestehen keine Verlustrisiken wie bei Aktien oder Anleihen, aber die Zinsen genügen schon seit langem nicht mehr, um die Inflationsrate auszugleichen. Pro Jahr gibt es auf dem Sparbuch nur noch maximal 1,25 Prozent, meist deutlich weniger und bei mancher Bank auch gar nichts mehr. Tages- und Festgeldkonten sind kaum besser. Die – historisch vergleichsweise niedrige – Inflationsrate liegt jedoch bei 1,6 Prozent. Die Europäische Zentralbank hält zudem wie schon die Bundesbank eine Inflationsrate von 2,0 Prozent für eine angemessene Zielgröße, deutlich unter diese Marke wird die Teuerung kaum fallen. Das Sparbuchguthaben verliert somit unter dem Strich an Wert. Trotzdem ist das Sparbuch Umfragen zufolge noch immer die beliebteste Sparform der Deutschen. Können deutsche Sparer also nicht rechnen?

Welchen Einfluss Kinder auf den Konsum ihrer Eltern haben
Die KidsVerbraucherAnalyse (KidsVA) befasst sich bereits zum dritten Mal in Folge mit dem Medien- und Konsumverhalten von Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 13 Jahren. Die Studie bildet die Kaufentscheidungen von insgesamt 5,92 Millionen Kindern und deren Eltern in Deutschland ab. Eines der zentralen Ergebnisse: Die Kinder haben ein sehr großes Mitspracherecht: Bei Anschaffungen der Eltern fürs Kind wird der Nachwuchs meist selbst gefragt - seien es nun Spielsachen, Kleidung oder Möbel. Quelle: dpa
„Kinder sind in den Familien in allen wichtigen Entscheidungen, die ihre Freizeit- und Konsumwelt betreffen, stark eingebunden. Zusätzlich besitzen sie ein hohes Maß an Autonomie und weiterhin eine hohe finanzielle Ausstattung. Zu diesen Faktoren kommt hinzu, dass bei den Kindern das Markenbewusstsein steigt sowie die Bereitschaft der Eltern, deren Wünsche weitgehend zu erfüllen. Junge Zielgruppen bleiben damit für die Wirtschaft wertvolle Ansprechpartner“, sagt Ingo Höhn, Geschäftsleiter der Egmont MediaSolutions. Quelle: dpa
Auch bei der Urlaubsplanung und der Freizeitgestaltung haben Kinder volles Stimmrecht. So dürfen 86 Prozent der sechs- bis 13-Jährigen mitreden, was die Familie gemeinsam unternimmt und nehmen Einfluss auf Ausflüge in Zoos, Freizeitparks oder zu kulturellen Veranstaltungen. Quelle: dpa
Der hohe Freiheitsgrad zeigt sich zudem in finanzieller Hinsicht: 81 Prozent können frei über ihr Taschengeld verfügen. Die Summe, die den Kindern dabei zur Verfügung steht, hat mit durchschnittlich 27,56 Euro im Monat zum Vorjahr nochmals geringfügig zugenommen (38 Cent). Quelle: dpa
Hinzu kommt Bares an Weihnachten (durchschnittlich 80 Euro), zum Geburtstag (durchschnittlich 64 Euro) sowie bei einigen auch zu Ostern (durchschnittlich 25 Euro). Erstmals erhoben wurde, ob den Kindern zwischendurch etwas Geld zugesteckt wird. Hier sind zwei von drei Großeltern oder andere Verwandte bei Besuchen spendabel. Quelle: dpa
40 Prozent der Eltern lassen auch mal etwas für gute Schulnoten springen und 23 Prozent bekommen Geld fürs Helfen im Haushalt. Ausgegeben wird das Taschengeld für Süßigkeiten, Zeitschriften sowie Essen und Trinken unterwegs. Quelle: dpa
Ebenso erhalten schon mehr als die Hälfte der Vorschulkinder (55 Prozent) eigenes Taschengeld. Hier sind es durchschnittlich 10,68 Euro im Monat (Vorjahr 14,26 Euro). Spendabel zeigt sich auch der Weihnachtsmann mit 79 Euro, zum Geburtstag gibt es 61 Euro und der Osterhase legt 25 Euro ins Nest. Allerdings ist der Anteil der Kinder, die zu diesen Gelegenheiten Geld bekommen, deutlich geringer als bei den Älteren. Jeder zweite Vorschüler bekommt zudem bei Verwandtschaftsbesuchen etwas zugesteckt, um sich kleine Wünsche zu erfüllen. Quelle: dpa

Torsten Schmidt, Projektleiter beim Wirtschaftsforschungsinstitut RWI in Essen, hält das Verhalten der deutschen Sparer durchaus für rational. Bereits 2010 hat das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI in Essen das Spar- und Konsumverhalten der Deutschen im Auftrag des Bundesfinanzministeriums analysiert. Anlass für die Studie von 2010 war die Tatsache, dass der Indikator für das Konsumentenverhalten in der Europäische Union, der sogenannte Konsumklimaindex, nur ein ungenaues Bild von der Konsumentenstimmung in Deutschland liefert und daher keine zuverlässigen Prognosen über die künftigen Konsumausgaben zulässt. „Wir wollten klären, woran das liegt und wie sich die Prognosegenauigkeit verbessern lässt“, erklärt Torsten Schmidt, der das Studienprojekt seinerzeit geleitet hat.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%