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Stelter strategisch

Suchen Sie Schutz vor Protektionismus und Handelskrieg!

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Deutliches Warnsignal

Direkt getroffen wären die Exportunternehmen, gefolgt vom Rest der Wirtschaft in Folge von Arbeitslosigkeit und Multiplikatoreffekten. Bei der Suche nach Unternehmen mit geringem Auslandsanteil am Umsatz bin ich nicht wirklich fündig geworden: neben Immobilienwerten wie Deutsche Wohnen und Gesundheitsdienstleistern wie Rhön-Klinikum sind das Unternehmen wie ProSiebenSat1 (ca. 85 Prozent), Fraport (82 Prozent) und RWE (56 Prozent). Nicht unbedingt eine Auswahl, mit der man im Protektionismus-Fall ungeschoren davon kommt.

Wissenswertes zum internationalen Handel

Die Gewinner dürften vielmehr im Ausland zu finden sein. Die Entwicklung der US-Börse seit der Wahl Donald Trumps kann nur beschränkt als Indikation dienen. Neben den Bankwerten (die mit Blick auf Deregulierung und höhere Zinsen gestiegen sind und deshalb nicht für unsere Protektionismusbetrachtung  passen) waren das vor allem Unternehmen aus den Bereichen IT, Industriegüter, Konsumgüter und Gesundheit. Dies mehr in der Erwartung, dass die Steuererleichterungen für Unternehmen zu einer Repatriierung der im Ausland gebunkerten Milliarden führen (und damit zu mehr Aktienrückkäufen), zu höheren Erträgen pro Aktie und zu einem allgemeinen Wirtschaftsaufschwung. Die berühmte Reflation. Auch die US-Börsen spielen bisher nicht das Protektionismus-Szenario und wollen nur die positiven Aspekte der Politik Donald Trumps sehen.

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    Alle haben schon in Deutschland gekauft

    Ein deutliches Warnsignal für die deutschen Märkte ist das Ergebnis der jüngsten Fondsmanager-Umfrage der Bank of America. Demnach planen fast 60 Prozent der Investoren, den deutschen Aktienmarkt auf Sicht von einem Jahr überzugewichten. Auf Platz zwei liegt in Europa Spanien mit rund 20 Prozent. Das Problem ist, dass die befragten Investoren schon entsprechend gehandelt haben dürften. Es sind also schon alle investiert, woher kommt da noch die weitere Nachfrage? Hinzu kommt, dass die Investoren auf eine Fortsetzung des Status-Quo setzen. Nur wer glaubt, dass das derzeitige Wirtschaftsmodell Deutschlands auch künftig funktioniert und akzeptiert ist, kann diesem Trend folgen.

    Wer hingegen davon ausgeht, dass es zunehmend unter Druck kommt, muss die entsprechenden Konsequenzen ziehen: Deutschland untergewichten. Stattdessen sollte man eine Position in jenen Werten aufbauen, die von einem dann einsetzenden Konjunkturprogramm bei uns profitieren würden. Die Politik würde nämlich spätestens dann das machen, was sie ohnehin schon heute tun sollte.

    Die ganz Mutigen ziehen eine weitere Lehre aus der Positionierung der Fondsmanager und kaufen in Frankreich und Italien ein. Märkte, die heute niemand mag, die aber von einer anderen Politik in Deutschland – ob nun freiwillig oder gedrängt – überproportional profitieren könnten.

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