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Stelter strategisch

Das Ende von Papier- und Schuldgeld?

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Ist der Euro gar nicht so schlecht?

Was dann zu der Frage führt, wie denn eine Rangordnung der Schuldgeldwährungen aussehen würde. Ist der Euro – wie von mir an dieser Stelle immer wieder betont - wirklich so schlecht oder sind nicht US-Dollar, Pfund, Rubel und Renminbi mindestens genauso schlecht? Selbst der Schweizer Franken wird von einer Notenbank repräsentiert, die wie keine andere in der Welt die eigene Bilanz relativ zum Bruttoinlandsprodukt aufgebläht hat, um eine weitere Aufwertung des Frankens zu verhindern.

Die erste Aussage dazu ist leicht: alle diese Schuldgeldsysteme sitzen im gleichen Boot. Zunächst versuchen die Notenbanken über eine relative Abwertung einen (kurzfristigen) Vorteil zu erzielen. Auf Dauer unterscheiden sie sich nur in der Geschwindigkeit der Entwertung und dem Verlauf der Krise. Hier nun kommt meine Skepsis bezüglich des Euro zum Tragen.

Der Euro hat gegenüber den anderen Währungen verschiedene Nachteile:

  • Er dient nicht einem einzigen Land, sondern mehreren Ländern mit divergierenden Interessen (Gläubiger/Schuldner). Dies macht eine Reform so schwer.
  • Die EZB handelt zwar für den Euro, verbindet damit aber zwangsläufig eine Umverteilung zwischen Ländern, was die Reaktionsfähigkeit auf Krisen einschränkt.
  • Der Euro wird am Ende politisch scheitern, weil eines oder mehrere Länder die mit dem Euro verbundenen echten oder empfundenen Nachteile nicht mehr akzeptieren wird.

Der Euroraum ist deshalb mit Blick auf die sich abzeichnende nächste Phase der Schuldgeldsysteme besonders schlecht aufgestellt. Es kann dabei sogar sein, dass er temporär weiter und deutlich gegenüber den anderen Währungen aufwertet, was aber kein Zeichen besonderer Euro-Qualität wäre, sondern nur ein Symptom rascherer Entwertung in anderen Regionen, zulasten der Wirtschaft hier. Im Wettlauf nach unten ist der Euro – man mag es kaum glauben – verglichen mit anderen im Nachteil.

Wenn die Politik Börsen crashen lässt
Geopolitische Ereignisse lassen die Wall Street nicht kalt. Quelle: dpa
Politische Krisen lassen sich auch am Verhalten des Börsenmarktes ablesen. Quelle: dpa
Als der Ukraine-Konflikt 2014 begann, büßte der amerikanische Aktienmarkt in sechs Verkaufstagen nur 2,0 Prozent ein. Quelle: dpa
1979 marschierte die sowjetische 40. Armee in Afghanistan ein Quelle: dpa
Um 3,9 Prozent gingen die Kurse and er US-Börse 1961 mit dem Bau der Berliner Mauer in 25 Verkaufstagen zurück. Quelle: dpa
1991 vertreiben amerikanische Streitmächte den Irak aus Kuwait Quelle: dpa
Um 5,3 Prozent in sieben Verkaufstagen gingen die Kurse 2003 beim zweiten Irakkrieg zurück. Quelle: dpa

Nächste Eurokrise schon 2018

Schon im kommenden Jahr kann der Euro wieder unter Druck geraten. Die derzeitigen Umfragen versprechen für Italien eine Mehrheit für EU- und Euro-skeptische Parteien. Nun wissen wir, dass die Umfragen nicht unbedingt eintreten müssen und auch, dass Parteien und Politiker nach Wahlen nicht immer das tun, was sie zuvor versprochen haben. Wir wissen auch, dass Italien wohl eher uns Deutsche (erfolgreich) erpressen wird, als den Euro zu verlassen. Dennoch ist es ein weiteres Warnsignal, dass der Euro eben nicht auf Dauer überleben kann. Die „Rettung“ wird immer teurer.

Taktisch müssen wir uns als Geldanleger auf die nächste Phase der Eurokrise einstellen. Strategisch auf die nächste Phase der Krise unseres Schuldgeldsystems. Die Erfahrung spricht dafür, dass auf diese mit noch mehr und noch billigerem Geld reagiert werden wird. Spätestens dann ist ein Umstieg in werthaltige Sachwerte angezeigt. Aktien, Immobilien und Gold gehören dazu. Bitcoins wohl eher nicht.

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