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Stelter strategisch

Margin Call für die Weltwirtschaft

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Mit Hebel nach unten

Gleichzeitig fallen die Vermögenspreise wegen nachlassender Nachfrage und zunehmenden Verkäufen. Sehr schnell sind wir dann am dem Punkt, wo Verkäufe nicht mehr freiwillig, sondern erzwungen erfolgen. Für mich der Hauptgrund für die derzeitigen Turbulenzen.

Natürlich gibt es noch andere Notenbanken, die die Welt mit mehr Liquidität versorgen, allen voran die EZB und die Bank of Japan. Doch so groß deren Aufkaufprogramme auch sind und noch werden, sie reichen nicht um den Abbau der weltweiten Liquidität zu kompensieren, höchstens um ihn zu verlangsamen.

Die Deutsche Bank erwartet aufgrund dieser Entwicklung vermehrten „Gegenwind“ für die Kapitalmärkte. Ich sehe es kritischer. Auf dem Weg nach oben wirkt Verschuldung stabilisierend.  Dabei haben wir mit immer mehr Krediten die Weltwirtschaft immer höher gehebelt. Doch obwohl die Zinsen faktisch auf Null gefallen sind, liegen die zu erwartenden Erträge von Kapitalanlagen nur noch geringfügig darüber. Kleine Verluste können also die Märkte ins Rutschen bringen.

Auf dem Weg nach unten wirken Schulden dann als Brandbeschleuniger. Knallt es irgendwo – zum Beispiel weil wir eine Zahlungsbilanzkrise wie Ende der 1990er Jahre in Asien bekommen – stehen die Notenbanken zwar bereit. Doch wie hier bereits diskutiert, könnte es gut sein, dass die Munition alle ist. Dann hätten wir den größten „Margin Call“ der Weltgeschichte.

In Arbeit
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Selbst wenn Sie als Privatanleger ihre Investments nie mit Schulden, sondern nur mit Eigenkapital finanziert haben, könnten Sie sich einem breiten Preisverfall aller Assets nicht entziehen. Zeit also, Risiken zu reduzieren. Weniger Schulden und weniger optimistische Annahmen bezüglich der Kapitalrenditen sind angezeigt.

Und wenn Kredit für Immobilien, dann sollte die Rate aus dem Mietertrag komfortabel zu bedienen sein und die Kreditsumme auch den konservativst geschätzten Wert des Hauses nicht übersteigen.

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