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Stelter strategisch

Warum das mit der Inflation nicht so einfach ist

Daniel Stelter Quelle: Presse
Daniel Stelter Unternehmensberater, Gründer Beyond the Obvious, Kolumnist Zur Kolumnen-Übersicht: Stelter strategisch

Der Kampf zwischen deflationären und inflationären Tendenzen dauert an. Das Ende ist offen.

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Dollarnoten Quelle: AP

Ich freue mich immer über Feedback der Leser. Egal ob diese Zustimmung signalisieren oder Kritik.

Mein Kommentar von der letzten Woche zu den Überlegungen einer Sondersteuer auf Immobilien hat erhebliche Resonanz gefunden, auch kritische. Ein Beispiel:

Ihrem jüngsten Beitrag in der Wiwo kann ich leider nicht folgen (...) Auch Ihre Homepage macht da zu diesem Thema keinen sonderlich glücklichen Eindruck: Links der Verweis auf die Wiwo mit dem Damoklesschwert der Enteignung, weil das mit der Inflation irgendwie nicht so klappen will, rechts der kommentierte Artikel, dass wie in den frühen 60'ern Inflation droht - also was jetzt? Ich schätze Ihre Artikel sonst eigentlich als gut und mit gewissen Tiefgang versehen ein, aber diese Nicht-Haltung zum Thema Inflation ist für mich das Standard-Gewäsch von sogenannten Makro-Experten, die schon immer auf jede Richtung und Entwicklung hingewiesen haben und stets sagen können: Habe ich schon vor 2 Jahren geschrieben - es wird schwierig! Fazit: Wieder mal ein insgesamt sehr schwacher Artikel ohne Tiefgang. Für einen Schreiberling, der Unternehmen berät, angeblich strategisch und "beyond the obvious" denkt, ist mir das persönlich zu wenig Substanz.

Auf seinem eigenen Blog erläutert der Kritiker zudem, dass es gar keiner Inflation bedürfe, um die Schulden zu entwerten, da dies über negative Realzinsen ohnehin passieren würde, eine Option die ich bei meiner Aufzählung der Möglichkeiten, die Schuldenlast zu reduzieren vergessen hätte. Schließlich würde Deutschland gerade zeigen, wie der negative Realzins die Schuldenquote des Staates senkt.

Finanzielle Repression als fünfter Weg?

- Sparen und Zurückzahlen – geht nicht, weil mit negativen Wirkungen auf Wirtschaftswachstum und politische Stabilität.

- Höheres Wirtschaftswachstum – wäre theoretisch möglich, setzt aber Reformen voraus, die unpopulär und damit schwer durchzusetzen sind. Hinzu kommen die Gegenwinde aus der Schuldenlast selbst, der demografischen Entwicklung und den geringen Produktivitätszuwächsen.

- Schuldenschnitte – ebenfalls theoretisch möglich aber politisch unpopulär. Man vergleiche hier übrigens die US-Haltung im Falle Puerto Ricos (richtig!) mit der Konkursvertuschung im Falle Griechenlands im Euroraum (falsch!).

- Höhere Inflation – probates Mittel in der Vergangenheit und auch diesmal die bevorzugte Lösung.

Den Notenbanken ist es trotz aller Bemühungen nicht gelungen, die Inflationsraten nach oben zu treiben. Eine Studie der Deutschen Bank zeigt zudem, dass sich die Inflationsraten im Schnitt der letzten 20 Jahre befinden und die Phase der Hochinflation in den 1960er und 1970er Jahren eher eine Ausnahme ist.

Aus diesem Grund halte ich es für nicht überraschend, dass andere Optionen zur Verringerung der hohen Schuldenlast in die Diskussion eingeführt werden, namentlich die Idee einer Sonderabgabe auf Immobilien.

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