Studie Deutsche Sparer profitieren von Mini-Zinsen der EZB

Die deutschen Sparer haben nach einer Untersuchung des Instituts für Wirtschaftsforschung (IWH) von den extrem niedrigen Zinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) profitiert.

Sparer profitieren von den derzeit niedrigen Zinsen. Quelle: dpa

Die Renditen auf die Ersparnisse seien in der Niedrigzinsphase von 2010 bis 2015 insgesamt höher gewesen als in den Jahren vor der Krise, heißt es in der am Donnerstag in Halle veröffentlichten Studie.

Stark gestiegene Renditen auf Aktien und Immobilien hätten die ungewöhnlich niedrigen Zinsen zum Beispiel auf Tagesgeldkonten mehr als ausgeglichen, erklärten die Forscher. Auch sei berücksichtigt worden, dass Banken die einst hohen Leitzinsen im Vergleichszeitraum 2003 bis 2007 kaum weitergegeben hätten. Einen kleinen Effekt hatten auch preiswertere Darlehen für Verbraucher. Bei Berücksichtigung der Inflation sei der Renditevorteil in der Zeit nach 2010 noch höher, heißt es in der Untersuchung.

Im August hatte das Institut eine umstrittene Studie vorgelegt, wonach der deutsche Steuerzahler von der Griechenland-Krise und dem damit gesunkenen Zinsniveau extrem profitiert habe. Kritiker der Studie hatten damals bemängelt, das Institut habe nur die Folgen für den deutschen Bundeshaushalt berechnet, nicht aber die Auswirkungen für den deutschen Sparer. Das IWH erklärte nun, der Verweis auf niedrige Leitzinsen reiche für eine Analyse der Folgen für die Anleger nicht aus.

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