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Südländer gewinnen Euro-Rettung kostet deutsche Sparer Milliarden

Wer befürchtet, für die Rettung der Eurozone zahlen zu müssen, sieht sich jetzt bestätigt. Deutsche bezahlten 2012 laut Allianz-Studie 71 Euro, während im übrigen Euro-Raum die Bürger um 134 Euro entlastet wurden. Schuld daran ist die Europäische Zentralbank.

Laut des jährlichen Allianz-Vermögensreports sind die deutschen Sparer die Verlierer der Eurokrise. Quelle: dpa

Niedrige Guthaben-Zinsen führen nach Abzug der Inflation bei deutschen Sparern zu realen Verlusten. Etliche Kapitalmarktexperten sprechen daher angesichts der Rettungsmaßnahmen durch die politisch Verantwortlichen in der Eurozone längst von staatlicher Enteignung. Nun hat die Allianz nachgerechnet und den Verdacht bestätigt. Die Ultra-Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgt bei den deutschen Sparern nach Berechnungen der Allianz für Zinsverluste in Milliardenhöhe. Wie aus dem jährlichen Vermögensreport des Versicherers hervorgeht, verloren sie im vergangenen Jahr 5,8 Milliarden Euro oder 71 Euro pro Kopf. Dagegen profitierten die Menschen im übrigen Euro-Raum von der Krisen-Politik der EZB, durch die sie laut Allianz-Studie um 34 Milliarden Euro oder 134 Euro pro Kopf entlastet wurden.

Wo die reichsten Menschen wohnen
Dutch soccer fans hold letters that spell 'ORANGE' to support their national team Quelle: REUTERS
A Squamish first nation canoe paddles down the Burrard Inlet during a protest in Vancouver Quelle: REUTERS
Triathlete Simon Whitfield of British Columbia, waves the Canadian Flag on Parliament Hill in Ottawa. Quelle: dapd
Ferrari Formula One team manager Jean Todt, at right on video screen at far right, is seen during the unveiling of the new Ferrari store in Rome's shopping district Via Tomacelli Quelle: AP
Outside view of Chateau-Giscours vineyards and main entrance,near Bordeaux, in southern France Quelle: AP
Karl Weber, Direktor von Schlösser und Gärten in Hessen Quelle: dpa
A view of British luxury retailer Harrods Quelle: dpa

Vor allem für Sparer in Spanien und Italien sei die Politik der EZB von Vorteil: sie strichen 2012 Zinsgewinne in Höhe von 11,5 beziehungsweise 12,5 Milliarden Euro ein. Die Allianz stellt bei ihrem Report "entgangenen" Zinsen, die Sparer im Vergleich zu den Vorkrisenjahren 2003 bis 2008 nicht bekommen haben, weniger gezahlte Zinsen, etwa für Kredite, gegenüber. Dabei sind die Deutschen selbst nicht ganz schuldlos, dass sie weniger Zinsen einstreichen. "Hier rächt sich für die deutschen Sparer ihre hohe Affinität zu Sichteinlagen, trotz der besonders niedrigen Einlagezinsen in Deutschland", heißt es dazu von Seiten der Allianz. Laut Bundesbank horten die Deutschen 1505 Milliarden Euro auf Tagesgeldkonten. Dort gibt es jedoch aktuell maximal 1,5 Prozent Zinsen für Bestandskunden – zu wenig, um die Inflation auszugleichen.

Der unterschiedliche Effekt der EZB-Krisenpolitik auf die Haushalte in den verschiedenen Ländern der Währungsunion stellt nach Ansicht der Allianz ein Problem für die Euro-Zone und die EZB dar - denn eigentlich sollte deren Zins in allen Ländern gleichermaßen wirken. Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise: "Je länger die Phase der extrem niedrigen Zinsen anhält, desto größer dürften diese Unterschiede werden." Der Leitzins der EZB liegt aktuell bei 0,5 Prozent und damit so niedrig wie noch nie. EZB-Präsident Mario Draghi hat zudem im Juli erklärt, er werde den Schlüsselzins noch für einen "längeren Zeitraum" so niedrig lassen.

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