Terminhandel Kassieren statt liefern

An den Agrarbörsen sichern Händler, Landwirte und Lebensmittelkonzerne Preise ab, auf der Gegenseite stehen häufig Spekulanten.

Ein Händler an der CBOT in Chicago. Quelle: REUTERS

Die wichtigste Agrarbörse der Welt ist die CBOT in Chicago, an der Händler täglich Weizen, Kaffee und Schweinefleisch im Wert von mehreren Milliarden Dollar umsetzen. Gehandelt wird in Kontrakten. Bei Weizen etwa besteht ein Kontrakt aus 5000 Scheffeln (ein Scheffel entspricht 27,215 Kilogramm).

An der Warenterminbörse geht es meist nicht um die physische Lieferung von Getreide, sondern darum, Preise für spätere Ernten abzusichern. Mit dem Kontrakt, in der Regel ein Future, sichert sich der Verkäufer für ein Agrargut einen bestimmten Preis zu einem festen Termin. Auf der Gegenseite steht ein Getreideeinkäufer, der steigende Preise erwartet, oder ein Spekulant mit rein finanziellem Interesse. Beispiel: Ein Landwirt will im Oktober Weizen zu 200 Euro je Tonne verkaufen. Weil er sinkende Preise fürchtet, verkauft er im Mai für 200 Euro einen Future. Er ist somit verpflichtet, bei dessen Auslaufen im Dezember eine Tonne Weizen zu liefern.

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Im Oktober liegt der Weizenpreis bei 180 Euro, der Landwirt verkauft seine Ernte. Gleichzeitig kauft er einen Weizen-Future zu 180 Euro, der ebenfalls im Dezember ausläuft und ihm die Lieferung einer Tonne Weizen garantiert. Der im Mai verkaufte und der jetzt gekaufte Future werden verrechnet, der Landwirt stellt seine Position an der Börse glatt, eine physische Lieferung findet nicht statt. Das Termingeschäft (er hat einen Future zu 200 Euro verkauft und einen zu 180 Euro gekauft) bringt ihm 20 Euro je Tonne ein. Insgesamt nimmt er 200 Euro je Tonne ein. Die aktuelle Rally spielt den Bauern in die Hände. „Schon jetzt können sie Weizen, den sie 2014 ernten werden, zu 230 Euro je Tonne verkaufen“, sagt Wolfgang Sabel vom Makler Kaack Terminhandel.

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